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AMD Ryzen 8600G im Test: Der beste Allrounder glänzt mit hoher Leistung

Aktuelle Zen4-Technik, eine integrierte RDNA3-GPU – schon die Spezifikationen ließen uns hoffen. Im Test zeigt sich die AM5-APU von ihrer besten Seite, auch für Bastler und Enthusiasten.
/ Martin Böckmann
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Der AMD Ryzen 5 8600G ist für eine APU sehr schnell. CPU- und GPU-Architektur sind auf dem neuesten Stand. (Bild: Martin Böckmann/Golem.de)
Der AMD Ryzen 5 8600G ist für eine APU sehr schnell. CPU- und GPU-Architektur sind auf dem neuesten Stand. Bild: Martin Böckmann/Golem.de

AMD hat kürzlich die Ryzen-8000G-Prozessoren für den Sockel AM5 vorgestellt. Erstmals hinkt das APU-Line-up damit nicht dem Stand der Technik hinterher, denn wo vormals eine betagte Vega-GPU ihre Arbeit verrichtete, hat AMD auf neueste RDNA3-Technik gesetzt. Wir haben uns den AMD Ryzen 5 8600G genauer angesehen.

Die Wahl der CPU ist kein Zufall, denn bereits in der Vergangenheit zeigte sich, dass besonders die Mittelklasse das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Rund 100 Euro trennen die beiden Prozessoren voneinander. Im Test zeigt sich, dass die Radeon 760M im Ryzen 5 8600G bereits gute Dienste leistet, eine NPU für KI-Berechnungen ist ebenfalls vorhanden, wird allerdings bisher von kaum einer Anwendung genutzt.

Bei bisherigen Ryzen-7000-CPUs handelt es sich um Raphael-CPUs. Sie sind aus bis zu zwei Chiplets für die CPU-Kerne sowie einem I/O-Die zusammengesetzt. Ryzen 8000G hingegen ist monolithisch aufgebaut. Alles ist in einem einzigen Chip untergebracht, der bei TSMC im 5-nm-Verfahren hergestellt wird. Sie vereinen damit CPU-Kerne, DDR5-Speichercontroller, PCI-Express-4.0-Interface und I/O-Bereich auf einem Chip.

Abstriche bei PCI-Express und L3-Cache

Trotz AMDs Produktbezeichnung als Ryzen 8000, die als Nachfolge zu Ryzen 7000 aufgefasst werden könnte, bieten die Prozessoren in einigen Punkten weniger als die Vorgänger. So wurde der L3-Cache bei gleich vielen Rechenkernen halbiert, außerdem wird statt PCI-Express-5.0 nur die Version 4.0 unterstützt. An anderen Punkten hat der veränderte Aufbau dafür hingegen Vorteile.

AMD Ryzen 8000G
TypKerneTaktL3/CacheiGPU (RDNA3)NPUPCIeSpeichercTDPPreis
Ryzen 7 8700GPhoenix8C/16T4,2 / 5,1 GHZ16 MByteR780M (12CU)Ja4.0DDR565W350 EUR
Ryzen 5 8600GPhoenix6C/12T4,3 / 5,0 GHz16 MByteR760M (8CU)Ja4.0DDR565W250 EUR
Ryzen 5 8500GPhoenix 22C/4c/12T3,5 / 5,0 GHz16 MByteR740 (4CU)Nein4.0DDR565W200 EUR
Ryzen 3 8300GPhoenix 21C/3c/8T3,9 / 4,9 GHz8 MByteR740 (4CU)Nein4.0DDR565WOEM

Bereits beim Vorgänger Vermeer (Ryzen 5000G) zeigte sich, dass der monolithische Aufbau eine schnellere Speicheranbindung ermöglicht. Das freut nicht nur Overclocker, auch im Alltag ist das dank günstiger Speicherpreise hilfreich, denn die integrierte GPU nutzt ebenfalls den Arbeitsspeicher. Wie sich in unserem Test zeigt, bringt schneller Speicher einiges an Mehrleistung.

Zudem sind die APUs etwas sparsamer im Vergleich zu anderen Zen-4-Prozessoren. Im Ruhezustand konnten wir in Kombination mit einem Asus Crosshair X670E eine Leistungsaufnahme von 51 Watt für das Gesamtsystem im Ruhezustand messen, trotz aktiviertem AMD EXPO. Mit einem AMD Ryzen 5 7600X und bestückt benötigt das gleiche System rund 72 Watt. Dafür dürfte vor allem PCI-Express-5.0 verantwortlich sein.

Nahezu perfekt im Alltag

Wir testen unsere CPU auf einem Asus Crosshair X670E Gene, als Arbeitsspeicher nutzen wir 32 GByte DDR5-6000-CL38 von Teamgroup. Die Daten liegen auf einer Crucial T700 PCI-Express-5.0-SSD, die in diesem Fall mit im PCIe-4.0-Modus läuft. Wir testen auf Windows 11 23H2 mit dem AMD-Adrenalin-24.1.1-Treiber.

Dass der Vergleich zum AMD Ryzen 5600G nicht einmal knapp ausfällt, haben bereits die Vorab-Benchmarks der Kollegen gezeigt. Bis zu 50 Prozent höhere CPU-Leistung und 80 Prozent GPU-Performance sprechen eine klare Sprache. Stattdessen interessiert uns, was wir mit dieser Leistung im Alltag anfangen können und ob sich die CPU auch gegen ältere 8-Kern-CPUs behaupten kann.

Im Vergleich zum AMD Ryzen 7600X stellen wir im Alltag geringfügige Unterschiede in unseren Benchmarks fest. Der kleinere L3-Cache macht sich bei der Videokonvertierung bemerkbar, meistens gleicht der schnellere DDR5-Speicher die Nachteile jedoch aus. Das System fühlt sich schnell an, besonders Programmstarts und damit verbundene Animationen waren bisher die Problemzone einiger APUs.

Es fühlt sich an, als wäre ein Grafikkarte im System

Der schnellere DDR5-Speicher sorgt offenbar dafür, dass eine initiale Verzögerung mittlerweile nicht mehr spürbar ist. Wenn wir es nicht wüssten, bekämen wir nicht mit, dass hier ein Computer ohne Grafikkarte am Werk ist. Fairerweise müssen wir aber gestehen, dass das auch beim Ryzen 7600 mit RDNA2-GPU bereits der Fall ist.

Wer zusätzliche Leistung für 3D-Anwendungen braucht, ist bei einer echten APU aber besser aufgehoben. Obwohl wir nicht einmal den schnellsten Ryzen 8000G nutzen, der laut den Kollegen von PC Games Hardware noch einmal eine rund 20 Prozent höhere Grafikleistung liefert, lassen sich AAA-Spiele nicht nur starten, sondern auch spielen.

Wir konnten sowohl in Baldurs Gate 3, Hunt: Showdown als auch in weniger anspruchsvollen Titeln wie Rocket League, League of Legens und Counter Strike 2 jeweils die 60-Fps Marke in Full-HD-Auflösung erreichen. Durch die Möglichkeit per AMD Hypr-RX und FSR3 die Bildrate in aktuelleren Spielen zusätzlich zu steigern, steht gelegentlichem Gaming dadurch nichts mehr im Weg.

Dennoch ist aber klar, dass es sich nicht um ein Gaming-SoC wie PS5 handelt, sondern vor allem um eine Alltags-CPU, bei der man nicht für einfache Animationen oder eine gelegentliche Gaming-Session bereits eine teure dedizierte GPU anschaffen muss.

Overclocking und Fazit

Im UEFI haben wir dazu zunächst das Expo-Profil aktiviert. Im Anschluss stellen wir in den Timing-Einstellungen das Verhältnis von Speichercontroller zu Speichertakt auf UCLK=MEMCLK/2, was zwar für höhere Zugriffszeiten sorgt, jedoch eine besonders hohe Taktfrequenz und damit eine hohe Bandbreite ermöglicht.

Im Anschluss daran haben wir zunächst die Speichertimings auf CL44-44-44 erhöht, um die maximal mögliche Taktfrequenz auszuloten. Bis DDR5-8000 startet unser System dabei fehlerfrei. Im Anschluss konnten wir die Speichertimings auf CL-34-40-40-50 einstellen. Keine andere AMD-CPU schaffte bisher so hohe Frequenzen in unseren Tests.

Expo allein bringt viel Leistung

Mit Memtest Pro und yCruncher überprüfen wir bei einem erfolgreichen Start, ob der Speicher auch wirklich fehlerfrei funktioniert. Das Gleiche machen wir mit den sekundären Speichertimings. Schlussendlich konnten wir damit die Speicherdurchsatzrate von 81,3 GByte/s auf 121 GByte/s steigern und die Zugriffszeit von über 70 auf 59 Nanosekunden reduzieren.

Dabei zeigt sich in unseren Benchmarks, dass selbst die Anwendungsleistung davon profitiert. Zusätzlich lässt sich im UEFI die TDP-Begrenzung der CPU aufheben, was für zusätzliche Leistung in Blender und Cinebench gesorgt hat. Statt bis zu 65 Watt genehmigte sich unsere CPU dadurch bis zu 82 Watt.

Fazit: Der AMD Ryzen 8600G hält die Marketingversprechen des Herstellers, sofern man ihn nicht mit langsamem Arbeitsspeicher ausbremst. Der größere AMD Ryzen 7 8700G ist laut PCGH noch einmal etwas schneller, kann die theoretische Mehrleistung in Spielen aber nicht voll ausspielen. Denn bereits in unserem Test zeigt sich, dass der Arbeitsspeicher eigentlich gar nicht schnell genug sein kann.

APUs bleiben damit etwas für kompakte, effiziente und einfach zu kühlende Computer. Im einfachsten Fall stecken im Gehäuse nur fünf Einzelkomponenten: CPU, Kühler, Mainboard, SSD und Netzteil. Im Gegensatz zu echten Mini-PCs kann allerdings später eine Grafikkarte nachgerüstet werden oder die APU gegen ein neueres Modell ersetzt werden.


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