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AMD Ryzen 7 9850X3D im Test: Das volle Potenzial von Zen 5 für Spieler

Wer die beste Gaming - CPU sucht, findet sie seit einigen Jahren in Form von AMDs X3D-Prozessoren. Der neueste Ableger der Serie ist keine Ausnahme.
/ Martin Böckmann
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Der AMD Ryzen 7 9850X3D mit einem AM5-Mainboard im Hintergrund (Bild: Martin Böckmann/Golem.de)
Der AMD Ryzen 7 9850X3D mit einem AM5-Mainboard im Hintergrund Bild: Martin Böckmann/Golem.de
Inhalt
  1. AMD Ryzen 7 9850X3D im Test: Das volle Potenzial von Zen 5 für Spieler
  2. AMD Ryzen 7 9850X3D: Preise, Verfügbarkeit und Fazit

Vor wenigen Wochen hat AMD auf der CES 2026 einen Prozessor vorgestellt , der besonders für Computerspiele interessant ist. Mit noch höheren Taktfrequenzen löst der Ryzen 7 9850X3D den Ryzen 7 9800X3D (Test) als schnellste Gaming-CPU ab. Wir haben die Möglichkeit bekommen, den Prozessor bereits vor dem Verkaufsstart zu testen. Die Unterschiede zum Vorgängermodell sind dabei so gering, dass sie oft schwer zu messen sind.

Das ist nach einem Blick auf die technischen Details auch wenig verwunderlich, denn bei den Siliziumchips im Inneren des Prozessors gibt es erst einmal keinen Unterschied. In beiden Fällen kommt ein bei TSMC im N6-Node gefertigter IO-Die gepaart mit einem Achtkern-CCD (Core Complex Die) aus TSMCs 4nm-Fertigung zum Einsatz.

Auch am 3D-VCache ändert AMD nichts: Seit der Ryzen-9000-Serie befindet sich der zusätzliche Cache unterhalb des CCD, nicht wie bei älteren X3D-Prozessoren auf der Oberseite. Nicht zuletzt dieser Bauart ist es zu verdanken, dass AMD beim Ryzen 7 9850X3D erneut die Taktfrequenz anheben konnte. Mit einem Boost-Takt von 5,6 GHz und PBO-Frequenzen von über 5,7 GHz hat AMDs Gaming-Chip die herkömmlichen Ryzen-Prozessoren bei der Taktrate eingeholt.

AMD hat die besten Chiplets herausgesucht

Technisch hat sich an den CCD-Chiplets nichts verändert. Stattdessen setzt AMD auf sogenanntes Binning, also das gezielte Testen und Einsortieren von Chips in verschiedene Qualitätsklassen. Kleine Qualitätsschwankungen bei der Herstellung sorgen dafür, dass einige Prozessoren etwas höhere Taktfrequenzen erreichen als andere. Auch die benötigte Leistungsaufnahme für bestimmte Taktraten variiert leicht.

Für den Ryzen 7 9850X3D nutzt AMD also gezielt Chiplets, die besonders hohe Taktfrequenzen vertragen. Häufig sind diese ebenfalls etwas effizienter, weil sie für eine gegebene Taktrate weniger Spannung benötigen als niedriger eingestufte Chips. Jedoch muss das nicht zwangsläufig so sein, was auch unsere Leistungsmessung zeigt.

Wir haben den Prozessor mit seinem direkten Vorgänger sowie älteren AMD-Prozessoren und Intels schnellsten Prozessoren verglichen. Dabei zeigt sich, dass vor allem Enthusiasten ihren Spaß an AMDs neuem Topmodell haben dürften.

Testaufbau und Benchmarks

Wir testen den AMD Ryzen 7 9850X3D sowie alle anderen AM5-Prozessoren auf einem Gigabyte X870E Aorus Master X3D Ice mit der Firmware-Version F6. Als Arbeitsspeicher nutzen wir 32 GByte DDR5-6000 CL28 von Gskill. Als Betriebssystem kommt auf allen PCs Windows 11 25H2 mit aktivem VBS zum Einsatz.

Den Intel Core i9-14900KS testen wir auf einem Asus Maximus Z790 Dark Hero mit Bios-Version 2107. Auch hierfür nutzen wir DDR5-6000-CL28-Speicher von Gskill. Der AMD Ryzen 7 5800X3D (Test) läuft auf einem Asus Crosshair VII Hero, gepaart mit 16 GByte DDR4-3800 CL15 von Teamgroup. Als Betriebssystem-SSD verwenden wir für alle PCs eine Samsung-9100-Pro-SSD mit einem Terabyte Speicherkapazität.

Wir vergleichen den AMD Ryzen 7 9850X3D mit den jeweils schnellsten Spiele-CPUs von AMD und Intel. Durch die höhere Anzahl an Rechenkernen haben die Intel-Prozessoren dabei stellenweise einen klaren Vorteil, wie beispielsweise die Ergebnisse im Cinebench bei Verwendung aller Kerne zeigen. Sobald hingegen nur wenige Kerne genutzt werden oder die Leistung von Cache und Arbeitsspeicher eine Rolle spielen, nimmt der AMD Ryzen 7 9850X3D selbst bei produktiven Anwendungen eine Führungsrolle ein.

In Spielen war das Ergebnis abzusehen, es gibt nur wenige Situationen, in denen Intel-Prozessoren überhaupt eine Chance haben, wobei unsere Spieleauswahl in dieser Hinsicht bei weitem kein vollständiges Bild abgibt. Wir verweisen daher auch an die Kollegen von PC Games Hardware(öffnet im neuen Fenster) , die eine breitere Auswahl an Spielen getestet haben.

Interessant ist, dass AMDs erste X3D-Generation in Spielen nach wie vor konkurrenzfähig bleibt, der Abstand aber auch in Spielen wächst. In Produktivanwendungen haben die neueren Prozessoren durch DDR5-Speicher und sehr hohe Taktfrequenz einen klaren Vorteil. Insbesondere bei zugeschaltetem PBO (Precision Boost Overdrive) und DDR5-6200 ist die Leistung der aktuellen CPUs kaum noch mit der Zen-3-Generation vergleichbar.

Neue Mainboards braucht es für den Ryzen 7 9850X3D nicht, der Prozessor läuft laut Hersteller auf allen 800er-Serie-Mainboards auch ohne Bios-Update. Dennoch empfiehlt AMD für beste Leistung, die jeweils aktuelle Version zu installieren. Auch Platinen mit Chipsätzen der 600er-Serie sind kompatibel, sofern mindestens ein Bios mit Agesa-Version 1.1.7 aus dem Mai 2024 installiert wurde.

Bei voller Last und aktivem PBO benötigt unser AMD Ryzen 7 9850X3D 149 Watt an elektrischer Leistung. Damit keine thermische Drosselung erfolgt, sollte ein leistungsfähiger Kühler vorhanden sein. Mindestens ein Tower-Kühler mit 140-Millimeter-Lüftern ist hierfür empfehlenswert. In Spielen ist der Prozessor hingegen genügsamer und braucht fast immer unter 100 Watt, hier ist jedoch die zusätzlich Abwärme der Grafikkarte im Gehäuse zu beachten, gute Kühle braucht es daher auch in diesem Szenario.


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