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AMD-CPU: Ein Rome-Epyc schlägt zwei Xeons auf einmal

Gleich mehrfach hat AMD in San Francisco einen Benchmark gezeigt, bei dem ein 1-Sockel-System mit der neuen Epyc-CPU Rome zwei der teuersten Xeon von Intel schlägt. Das Versprechen ist aber vor allem: Das Rome-System kostet weniger.

Artikel veröffentlicht am ,
AMD-Chefin Lisa Su zeigt einen Rome-Epyc mit 64 Kernen.
AMD-Chefin Lisa Su zeigt einen Rome-Epyc mit 64 Kernen. (Bild: Nico Ernst)

Auf seiner Veranstaltung Next Horizon hat AMD vor Journalisten mehrfach den Raytracing-Benchmark C-Ray vorgeführt. Verglichen wurde der nächste Eypc-Prozessor Rome mit 64 Kernen in einem Sockel sowohl mit seinem Vorgänger Naples (zwei Sockel mit je 32 Kernen) als auch mit zwei Intel Xeon 8180M, die mit 28 Kernen arbeiten. Auch wenn AMD im Scherz betonte, "zwei gegen einen ist ja nicht fair" und sich dabei auf die Sockel bezog, ist der Vergleich für ein künftiges Produkt dennoch spannend. Immerhin musste Intels schnellster und mit den meisten Kernen versehener sowie schon verfügbarer Prozessor gegen AMDs Prototyp antreten - und solche Vergleiche sind immer mutig, denn wie Intels Ankündigung eines 48-Kern-Xeon für 2019 zeigt, fällt der Konkurrenz immer noch etwas ein.

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Gemessen wurden also 64 AMD-Kerne und 56 Intel-Kerne. Da wohl auch mit der schon grob umrissenen Zen-2-Architektur der IPC-Vorteil der Befehle pro Takt knapp bei Intel liegen dürfte, sind die Ergebnisse eng beisammen. Der Xeon 8180M brauchte 30,5 Sekunden, der Epyc 7601 (Naples) 28,5 Sekunden und der Rome-Prototyp 27,7 Sekunden. Die Rede ist also von einem Vorteil im einstelligen Prozentbereich der Rechengeschwindigkeit eines stark parallelisierbaren Raytracers - der zudem mit zwei Sockeln schlechter zurechtkommt, daher ist auch Rome wenig schneller als der 2-Sockel-Naples. Ebenso machte AMD keine Angaben zu Takt und Leistungsaufnahme des Rome; dass der Rechner aber immerhin praxisnah luftgekühlt ist, konnte Golem.de an einem der Prototypen sehen. Dieser steckte aber noch in einem kaum Rack-tauglichen, großen Gehäuse, das Mainboard hat den netten Codenamen Ethanol - auch als Trinkalkohol bekannt. Auch hier gilt aber: Der Mut, solche Systeme der Öffentlichkeit zu zeigen, verdient Anerkennung. Zumal es sich nicht um eine einmalige Testvorführung handelte, sondern der Benchmark im Laufe des Tages mehrfach wiederholt wurde.

  • AMD kündigt die erste 7-nm-CPU mit x86-Kernen an. (Foto: Nico Ernst)
  • AMD-Chefin Lisa Su zeigt einen Rome-Epyc mit 64 Kernen. (Foto: Nico Ernst)
  • AMD-Chefin Lisa Su zeigt einen Rome-Epyc mit 64 Kernen. (Foto: Nico Ernst)
  • Der Sockel bleibt unverändert, also auch die LGA-Anordnung. (Foto: Nico Ernst)
  • Der Prototyp eines Rome-Systems mit 64 Kernen in einem Sockel. (Foto: Nico Ernst)
  • C-Ray-Ergebnisse von links für den Xeon 8180M, den Rome-Prototyp und den Epyc 7601 (Foto: Nico Ernst)
  • Der Codename der Boards lautet Ethanol. (Foto: Nico Ernst)
AMD kündigt die erste 7-nm-CPU mit x86-Kernen an. (Foto: Nico Ernst)

Dabei bestätigte AMD auch, was schon länger vermutet wurde: Rome arbeitet mit acht Kernen in einem Chiplet, acht davon bilden dann das größte CPU-Modell mit 64 Cores. Dazu kommt ein neunter Chip, der wie schon berichtet die I/O-Einheiten enthält. Wie das alles verbunden ist, kommentierte das Unternehmen nur mit dem Verweis auf die nächste Generation des Infinity Fabric. Ob der sehr schnelle Bus auch für eine Ring-Architektur eingesetzt wird, wie sie Intel lange favorisierte, wollte AMD auf Nachfrage nicht verraten, ebenso sind viele anderen Details zur Architektur noch unter Verschluss. Für Supercomputer ist bei Rome aber wichtig, dass das I/O-Modul PCI-Express 4.0 unterstützt, was für Netzwerk, Storage und Multi-GPUs Vorteile bringen kann. Bei den Rechenbeschleunigern gilt das vor allem, wenn die Daten nicht mehr in den aktuell bis zu 32 GByte großen Speicher der GPU-Karten passen, denn dann wird der Hauptspeicher herangezogen.

Die beiden wichtigsten Argumente für AMDs Rome, wie auch bei den beiden bisherigen Epycs, bleiben aber die Anschaffungs- und Betriebskosten. Der schnellste Naples-Epyc kostet um 4.000 US-Dollar, und ausgehend von Threadripper v2 wird sich AMD die Preise für doppelt so viele Kerne wohl nicht doppelt bezahlen lassen. Der Xeon 8180M hat einen Listenpreis von gleich 13.000 US-Dollar pro Stück. Und dann ist da noch die Leistungsaufnahme, die bei 2-Sockel-Systemen zwar - bedingt durch nur einmal vorhandene Netzteil- und Chipsatzverluste - nicht doppelt, aber dennoch deutlich höher ausfällt.

All das wird sich aber erst 2019 überprüfen lassen, einen genaueren Termin für Rome nennt AMD noch nicht. Das muss das Unternehmen auch nicht, denn Intel hat für seinen 48-Kern-Xeon keinen annähernd genauen Zeitrahmen gesetzt. Es ist gut möglich, dass sich das vor 15 Jahren bei den Desktops gestartete Rennen um Extreme Editions nun bei den Server-CPUs wiederholt - und dabei auch die Preise gemessen an der Performance bei den Profi-Prozessoren endlich sinken.



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matzems 08. Nov 2018 / Themenstart

Du hast 100%recht. Denke jedoch das spezielle Klientel das sich eine gpu für 1000¤ oder...

Sharra 08. Nov 2018 / Themenstart

Das ist mir durchaus bewusst. Aber es geht ja gerade darum, dass die Masse an Speicher...

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