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Ambilight extrem: Fernseher spielt außerhalb des Bildschirms weiter

Forscher des MIT Media Labs zeigen auf Leinwänden rund um den Fernseher automatisch errechnetes Bildmaterial aus dem laufenden Film. Der Film schließt so den Zuschauer über sein peripheres Gesichtsfeld förmlich ein.
/ Andreas Donath
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Software berechnet das Fernsehbild für das periphere Gesichtsfeld weiter. (Bild: MIT Media Lab)
Software berechnet das Fernsehbild für das periphere Gesichtsfeld weiter. Bild: MIT Media Lab

Philips' Ambilight(öffnet im neuen Fenster) beleuchtet die Fernseherumgebung per LEDs mit Farben, die gerade auf dem Bildschirm zu sehen sind, damit das Sichtfeld etwas über den Bildschirmrand hinaus erweitert wird. Diesen Zweck verfolgt das MIT Media Lab mit dem System Infinity-By-Nine ebenfalls, geht dabei aber viel weiter.

Infinity-By-Nine vom MIT Media Lab
Infinity-By-Nine vom MIT Media Lab (02:40)

Infinity-By-Nine(öffnet im neuen Fenster) von Daniel Novy(öffnet im neuen Fenster) und V. Michael Bove Jr(öffnet im neuen Fenster) . analysiert das Fernsehbild und errechnet eine Erweiterung des Bildes links und rechts sowie überhalb des Fernsehers, die im peripheren Gesichtsfeld des Zuschauers auf Leinwänden zu sehen ist. Hier sind die Schärfe und die Detailtreue nur noch von untergeordneter Bedeutung. Dennoch sorgen diese zusätzlichen Effekte den Versuchen der Forscher nach für ein Eintauchen des Zuschauers in das Filmgeschehen. Er fühlt sich förmlich mitten im Film.

Das Bildmaterial für das periphere Gesichtsfeld fehlt im Film und muss erst generiert werden. Die Forscher haben dazu eine Software entwickelt, die das laufende Bild analysiert und die Farben, Objekte und deren Bewegungsrichtung berechnet, die auf den drei Leinwänden dargestellt werden müssen, um den Effekt zu erzielen. Sie nutzen zur Videoanalyse nach eigenen Angaben Open-Source-Software, mit der Frame für Frame untersucht wird. Szenenänderungen sollen aufgrund von Pixelpositionen und ihren Bewegungsrichtungen sowie Helligkeitsänderungen erkannt werden.

Projektoren an den Decken erzeugen die errechneten Bilder auf den Nebenleinwänden, die zur Kamerabewegung synchronisiert dargestellt werden müssen, damit der Effekt funktioniert. Die notwendige Rechenleistung erzielen nach Angaben der Forscher herkömmliche PCs mit GPU-Unterstützung.

Platzprobleme in der Wohnung

Für normale Wohnzimmer scheint Infinity-By-Nine jedoch kaum geeignet zu sein, da die Leinwände fast bis auf Höhe des Zuschauers reichen müssen. Ein separater Heimkinoraum ohne störende Möbel erscheint aufgrund des Platzbedarfs sinnvoller.


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