Abo
  • IT-Karriere:

Ambient Backscatter: Kommunikationsgeräte ernähren sich von Funkwellen

US-Forscher haben Geräte entwickelt, die sich von fremden Funkwellen ernähren: Die elektromagnetischen Wellen etwa von Rundfunksendern dienen als Energiequelle und zur Informationsübertragung.

Artikel veröffentlicht am ,
Ambient Backscatter: Kommunikation wie per Morse-Code
Ambient Backscatter: Kommunikation wie per Morse-Code (Bild: University of Washington)

Der Babelfisch, so erzählt es Douglas Adams in seiner Science-Fiction-Romanserie Per Anhalter durch die Galaxis, sei ein Lebewesen, das sich von externen Gehirnwellen ernähre. Shyam Gollakota und seine Kollegen haben eine Art Babelfisch entwickelt: Geräte, die sich von externen Wellen ernähren und diese zur Kommunikation nutzen.

Stellenmarkt
  1. EOS GmbH Electro Optical Systems, Krailling
  2. DEKRA SE, Stuttgart

Ambient Backscatter heißt die Technik, die die Wissenschaftler der Universität von Washington in Seattle ersonnen haben. Dabei werden Geräte durch elektromagnetische Wellen in der Umwelt mit Energie versorgt. Diese können von Rundfunksendern, Mobilfunkbasisstationen oder von WLAN-Hotspots stammen. Die Geräte brauchen also keine eigene Energieversorgung.

Kommunikation mit fremden Wellen

Zudem nutzen sie die Funkwellen für die eigene Kommunikation, indem sie die Wellen zu einem anderen Gerät reflektieren. Das Muster der weitergeleiteten Wellen ergibt dann eine Nachricht. "Man kann diese Signale geringfügig reflektieren, um eine Kommunikation wie per Morse-Code zwischen den Geräten herzustellen", erklärt Joshua Smith, einer von Gollakotas Mitarbeitern.

Die Forscher aus Seattle haben bereits Prototypen gebaut, die auf diese Weise funktionieren: zwei etwa scheckkartengroße Geräte mit einem Berührungssensor, einer Antenne sowie einer Leuchtdiode, die aufblinkt, wenn Daten übertragen werden.

Bezahlsystem

Mit diesen führten sie Tests in der Umgebung durch - in Innenräumen, auf der Straße und auf dem Dach eines Parkhauses. Die Testpersonen waren dabei zwischen 800 Metern bis etwa 10,5 Kilometer von einem TV-Sendemast entfernt. Auch in einer Entfernung von über 10 Kilometern nahmen die Geräte noch genug Energie zum Kommunizieren auf. Die Wissenschaftler haben ein Bezahlsystem entwickelt, mit dem sie ein Guthaben von einem Gerät auf ein anderes übertragen konnten.

Diese Energy-Harvesting-Technik ermögliche eine Reihe von Anwendungen, sagt Gollakota, etwa für Wearables, ein intelligentes Haus oder für Sensoren, die in der Umwelt ausgebracht würden, beispielsweise um eine Brücke zu überwachen.

Geringe Reichweite und Übertragungsrate

Reichweite und Übertragungsrate sind eher gering: Die Geräte konnten in Innenräumen Daten über eine Entfernung von einem knappen halben Meter übertragen. Draußen waren es rund 75 Zentimeter. Die Datenrate lag bei 1 Kbps. Beides reiche aber aus, um Kontaktdaten auszutauschen, Sensordaten auszulesen oder eine Textnachricht zu versenden, sagen die Forscher.

Die Wissenschaftler stellen ihre Entwicklung auf der Konferenz der Special Interest Group on Data Communication (Sigcomm) der Association for Computing Machinery vor. Die Sigcomm-Konferenz findet derzeit in Hongkong statt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

twisterle 03. Sep 2013

was ist mit den Pausen? Morsecode ist nicht Präfixfrei... >> Morsecode ist nicht binär!

eizi 15. Aug 2013

Mein Physiklehrer hat uns erklärt, dass früher die Sender auch sehr viel stärker...

Nudelarm 15. Aug 2013

Inwiefern asozial? Das man sich dann nicht verarschen lassen würde und sich das nimmt...

zonk 15. Aug 2013

Das lernen also noch Hauptschueler in der DDR? Ich glaube die sollten Geschichte lernen :D

Eheran 15. Aug 2013

Welche bisherige Belastung soll das denn sein? Und was sind für dich "aus der Luft...


Folgen Sie uns
       


Watch Dogs Legion angespielt: Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee
Watch Dogs Legion angespielt
Eine Seniorin als Ein-Frau-Armee

E3 2019 Elitesoldaten brauchen wir nicht - in Watch Dogs Legion hacken und schießen wir auch als Pensionistin für den Widerstand. Beim Anspielen haben wir sehr über die ebenso klapprige wie kampflustige Oma Gwendoline gelacht.


    Digitaler Knoten 4.0: Auto und Ampel im Austausch
    Digitaler Knoten 4.0
    Auto und Ampel im Austausch

    Auf der Autobahn klappt das autonome Fahren schon recht gut. In der Stadt brauchen die Autos jedoch Unterstützung. In Braunschweig testet das DLR die Vernetzung von Autos und Infrastruktur, damit die autonom fahrenden Autos im fließenden Verkehr links abbiegen können.
    Ein Bericht von Werner Pluta

    1. LTE-V2X vs. WLAN 802.11p Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
    2. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
    3. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

    IT-Forensikerin: Beweise sichern im Faradayschen Käfig
    IT-Forensikerin
    Beweise sichern im Faradayschen Käfig

    IT-Forensiker bei der Bundeswehr sichern Beweise, wenn Soldaten Dienstvergehen oder gar Straftaten begehen, und sie jagen Viren auf Militärcomputern. Golem.de war zu Gast im Zentrum für Cybersicherheit, das ebenso wie die IT-Wirtschaft um guten Nachwuchs buhlt.
    Eine Reportage von Maja Hoock

    1. Homeoffice Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
    2. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
    3. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

      •  /