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Amazons virtuelle Dash-Buttons: Verbraucherschützer prüfen rechtliche Schritte

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen prüft, ob die virtuelle Variante des Dash-Buttons geltenden Gesetzen entspricht. Ein Gericht hatte Amazons physischen Dash-Button für rechtswidrig erklärt. Prime-Kunden werden ungefragt virtuelle Einkaufsknöpfe in ihrem Konto angelegt.

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Amazons virtuelle Dash-Buttons
Amazons virtuelle Dash-Buttons (Bild: Amazon)

Amazon bietet den virtuellen Dash-Button neuerdings in Deutschland an. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat Golem.de auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie den virtuellen Einkaufsknopf einer rechtlichen Prüfung unterziehen werde. Wenn die Verbraucherschützer dabei Verstöße gegen rechtliche Vorschriften feststellen, wollen sie rechtliche Schritte einleiten. Anfang des Monats wurde bekannt, dass das Landgericht München I den physischen Dash-Button für rechtswidrig erklärt hat.

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Der physische als auch der virtuelle Dash-Button dienen dazu, Güter des täglichen Bedarfs bequem nachzubestellen. Dazu können Tierfutter, Produkte für die Körperpflege, Hygieneartikel oder auch länger haltbare Lebensmittel gehören. Mit einem Knopfdruck kann der Kunde etwa neues Toilettenpapier seiner Lieblingssorte nachbestellen, ohne erst das Produkt über die Amazon-Webseite herauszusuchen. Auch die virtuellen Einkaufsknöpfe setzen ein aktives Prime-Abonnement voraus.

Für den deutschen Markt hat Amazon seine virtuellen Dash-Buttons überarbeitet, die seit Januar 2017 bereits in den USA angeboten werden. Die virtuellen Knöpfe sind hierzulande mit dem Schriftzug "Jetzt kaufen" versehen - eine solche Beschriftung fehlt bei den physischen Knöpfen. Es ist denkbar, dass Amazon damit auf das genannte Gerichtsurteil reagiert hat.

Amazon erstellt ungefragt virtuelle Dash-Buttons

Wer in der Vergangenheit über Amazon Produkte bestellt hat, für die es virtuelle Dash-Buttons gibt, bekommt diese ungefragt in seinem Kundenkonto angelegt. Das konnte Golem.de auf zwei verschiedenen Amazon-Konten mit aktivem Prime-Abo bestätigen. Das Unternehmen informiert seine Kunden nicht, dass aufgrund der Bestellhistorie solche Einkaufsknöpfe angelegt wurden.

Die virtuellen Bestellknöpfe können auch auf dem Alexa-Gerät Echo Show angezeigt werden, um darüber die betreffenden Produkte zu kaufen. Wer Kinder im Haushalt hat, riskiert dabei, dass diese ungewollt Waren bestellen. Zudem werden die Buttons in Amazons Einkaufs-App für Android und iOS eingeblendet. Der Anbieter will Kunden so ein möglichst bequemes Bestellen ermöglichen.

Keine Bestellung mit nur einem Knopfdruck

Auf der Amazon-Webseite gibt es bei Produkten, die für den virtuellen Dash-Button geeignet sind, passende Einträge, um einen solchen Knopf für das betreffende Angebot zu erstellen. Ein angelegter Bestellknopf zeigt dann den Markennamen des Produkts an, ein Preis wird nicht eingeblendet. Wird auf den Markennamen geklickt, sieht der Nutzer, welches Produkt mit dem virtuellen Bestellknopf tatsächlich verknüpft ist und der momentan aktuelle Preis erscheint.

Die Einkaufsschaltfläche selbst trägt die irreführende Bezeichnung "Jetzt kaufen". Amazon selbst verspricht zwar, dass Kunden mit den virtuellen Dash-Knöpfen "schnell und einfach mit nur einem Knopfdruck bestellen" können, das stimmt allerdings nicht. Wird die Jetzt-kaufen-Schaltfläche gedrückt, ist das Produkt noch nicht bestellt. Stattdessen wird nun der aktuelle Preis angezeigt, daneben steht der Text "Bestätigen". Wird diese Schaltfläche dann nochmals gedrückt, landet die Bestellung bei Amazon.

Gericht hält physischen Dash-Button für rechtswidrig

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen prüft derzeit, ob sich Amazon mit dem virtuellem Dash-Buttons an geltende Gesetze hält. Gegen Amazons physischen Dash-Button haben die Verbraucherschützer vor Gericht gewonnen: Das Landgericht München I (Az.: 12 O 730/17) hat den physischen Bestellknopf für rechtswidrig erklärt. Die Richter verlangen von dem Unternehmen, dass Dash-Button-Kunden vor der Bestellung über die tatsächlich bestellte Ware und den Preis informiert werden.

Bisher ist es bei allen Bestellungen über einen Dash-Button so, dass der Kunde von Amazon erst nach der Bestellung informiert wird, zu welchem Preis er eine Ware bestellt und welches Produkt tatsächlich bestellt wurde. Nach dem Kauf eines Dash-Buttons legt der Kunde zwar fest, welches Produkt bestellt werden soll, wenn der Knopf betätigt wird. In den Nutzungsbedingungen erklärt er sich aber damit einverstanden, dass sich das mit dem Knopf verbundene Produkt ändern und auch ein anderer Preis verlangt werden kann als zum Zeitpunkt der Einrichtung des Buttons. Diese Klausel bewertete das Landgericht als unzulässig.

Die Richter bemängelten zudem, dass auf den phsyischen Dash-Buttons ein Hinweis fehle, dass eine zahlungspflichtige Bestellung durchgeführt wird. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist in Paragraf 312j Absatz 3 festgelegt, wie ein Bestellknopf für Internetbestellungen eindeutig beschriftet sein muss. "Erfolgt die Bestellung über eine Schaltfläche, ist die Pflicht des Unternehmers aus Satz 1 nur erfüllt, wenn diese Schaltfläche gut lesbar mit nichts anderem als den Wörtern 'zahlungspflichtig bestellen' oder mit einer entsprechenden eindeutigen Formulierung beschriftet ist."

Amazons Dash-Buttons haben eine solche Beschriftung nicht. Auf den Buttons ist nur ein Logo oder Schriftzug eines bestimmten Herstellers oder einer Produktgruppe angegeben. Das Unternehmen hat angekündigt, gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Berufung einzulegen.

Nachtrag vom 19. März 2018

Die Passage zum Ablauf der Bestellung über einen virtuellen Dash-Button war nicht korrekt beschrieben, mit nur einem Tastendruck ist keine Bestellung möglich. Hier widerspricht die Bedienung den Angaben von Amazon, wonach Kunden ihre Produkte mit dem virtuellen Dash-Button "schnell und einfach mit nur einem Knopfdruck bestellen können". Tatsächlich ist aber ein zweiter Knopfdruck erforderlich. Wir haben die Textpassage entsprechend überarbeitet.

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Dwalinn 20. Mär 2018

Die sind regelmäßig auch im Angebot, dann kostet so ein schalter 2,5¤ (statt 5¤) und auf...

Dwalinn 20. Mär 2018

Am besten gleich ein Spar-Abo abschließen, dann musst du dich in 5 Jahren nicht dan erinnern.

baldur 19. Mär 2018

Ist ja schön daß das so einfach und unkompliziert da steht. Das iset aber im Zweifelsfall...

ip (Golem.de) 19. Mär 2018

vielen Dank für den netten Hinweis. Wir haben unseren Artikel aktualisiert und die...

p4m 18. Mär 2018

Und? Menschen wandeln auch schon etliche Jahrzehntausende auf diesem Planeten, warum...


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