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Amazons Streamingabo: Prime Video erhält ab Ende Januar mehr Werbung

Amazon lässt Abonnenten von Prime Video in Deutschland weiter im Ungewissen: Wie teuer wird die Zusatzgebühr sein, um Prime Video mit weniger Werbung nutzen zu können?
/ Ingo Pakalski
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Ab dem 29. Januar 2024 erhält Amazons Prime Video zusätzliche Werbeunterbrechungen. (Bild: Francis Mascarenhas/Reuters)
Ab dem 29. Januar 2024 erhält Amazons Prime Video zusätzliche Werbeunterbrechungen. Bild: Francis Mascarenhas/Reuters

Am 29. Januar 2024 verändert Amazon Prime Video grundlegend: Ab diesem Tag ist Prime Video nicht mehr das bisher gewohnte Streamingabo, bei dem Abonnenten Inhalte auch mal ohne Werbeunterbrechungen schauen können, denn dann wird daraus ein werbefinanziertes Streamingabo mit Werbung innerhalb von Spielfilmen und TV-Serien. Dieser Termin gilt nach derzeitigem Kenntnisstand zumindest für den US-Markt, wie unter anderem The Verge(öffnet im neuen Fenster) und 9to5Google(öffnet im neuen Fenster) übereinstimmend berichten und sich dabei auf E-Mails beziehen, die Kunden von Prime Video von Amazon erhalten haben.

Deadline(öffnet im neuen Fenster) bezieht sich ebenfalls lediglich auf eine Kunden-E-Mail, gibt jedoch an, dass die Änderung auch für Länder wie Deutschland ab dem 29. Januar 2024 gelten soll. Ein offizieller Termin für Deutschland liegt allerdings bisher nicht vor und ist derzeit lediglich eine Vermutung des Magazins. Golem.de liegen noch keine Informationen dazu vor, dass Amazon Abonnenten von Prime Video in Deutschland bereits per E-Mail über die bevorstehenden Änderungen informiert hat.

Ende September 2023 erklärte Amazon erstmals, dass Prime Video ab Anfang 2024 mehr zusätzliche Werbung erhalten werde . Den Start machen die Länder USA, Kanada, Großbritannien und Deutschland. Bisher hat Amazon nur für die USA mitgeteilt, welche Zusatzgebühr Abonnenten zahlen müssen, um eine als werbefrei bezeichnete Version von Prime Video nutzen zu können: Diese beträgt 2,99 US-Dollar ergänzend zu den Kosten für ein Prime-Abo.

Es bleibt unklar, was Amazon unter werbefrei versteht

Wie hoch die Gebühren in Großbritannien, Kanada oder Deutschland anfallen, um die Werbeschaltungen zu verringern, ist nicht bekannt. Irgendwann im nächsten Jahr soll Prime Video auch in Australien, Frankreich, Italien, Mexiko und Spanien zusätzliche Werbung erhalten. Nähere Details dazu liegen noch nicht vor.

Offen ist, ob es Prime Video mit der Werbefrei-Option dann wieder ganz ohne Werbung geben wird. Derzeit gehört Prime Video zusammen mit Apple TV+ zu den kostenpflichtigen Streamingabos, die vor Filmen und Serienepisoden Werbeclips mit Hinweisen zu Filmen und Serien schalten, die es im Abo des jeweiligen Anbieters gibt. Amazon macht das bei Prime Video mindestens seit Frühjahr 2016 so .

Wer mehrere Episoden einer Serie am Stück sieht, bekommt dadurch Werbung mitten in der Serie zu sehen, weil die Werbespots vor Beginn der Episoden eingeblendet werden. Bei beiden Anbietern gibt es bisher keine Möglichkeit, diese Clips vollständig zu deaktivieren. Beide Anbieter werben eigentlich damit, dass ihre Abos werbefrei seien.

Amazon verschlechtert Leistungsumfang des Prime-Abos

Der Leistungsumfang des bisherigen Prime-Abos verschlechtert sich mit der zusätzlichen Werbung deutlich. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird Amazon keine Möglichkeit anbieten, die Liefer-Flatrate ohne Prime-Video-Abo zu buchen. Das Prime-Abo kostet derzeit in Deutschland 8,99 Euro monatlich. Das Jahresabo gibt es für 89,90 Euro.

Mit Freevee betreibt Amazon mittlerweile einen zweiten Videostreamingdienst, der kostenlos nutzbar ist und vollständig durch Werbeeinblendungen finanziert wird. Die Kataloge mit Filmen und Serien von Freevee und Prime Video unterscheiden sich dabei im Umfang und in der Auswahl deutlich.

Nachtrag vom 2. Februar 2024

Mittlerweile wurde durch Berichte von Prime-Abonnenten bekannt, dass es Prime Video auch nach Zahlung für die Werbefrei-Option nicht ohne Werbung gibt . Es laufen weiterhin die bisherigen Werbeclips vor Filmen und Serienepisoden. Bisher ließen sich diese überspringen, das wird dann nicht mehr gehen. Auch ein Spulen innerhalb der Werbeclips ist dann nicht mehr möglich. Abonnenten müssen abwarten, bis die Werbung gelaufen ist, um den ausgewählten Spielfilm oder die gewünschte Serienepisode anzusehen. Wer mehrere Folgen einer Serie schaut, erhält damit nicht-überspringbare Werbung mitten in den Inhalten.


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