Amazons Patentanmeldung: Alexa-Aktivierungswort kann auch am Ende gesagt werden
Amazon will ein neues Verfahren patentieren, mit dem die Nutzung eines digitalen Assistenten natürlicher wird. Einen entsprechenden Patentantrag mit der Nummer 20190156818(öffnet im neuen Fenster) hat das US-Patentamt in dieser Woche veröffentlicht. Der Antrag beschreibt, wie sich ein Alexa-Lautsprecher mit der Stimme bedienen lässt, ohne dass das entsprechende Aktivierungswort am Anfang eines Befehls gesagt werden muss. Der Nutzer kann das Signalwort mitten in den Befehl ein- oder am Ende eines Befehls anfügen.
Bisher funktionieren alle smarten Lautsprecher mit digitalen Assistenten gleich: Sie belauschen ständig die Umgebung und aktivieren sich, sobald sie ein Aktivierungswort verstanden haben. Ab diesem Moment werden die gesprochenen Wörter an die Rechenzentren des jeweiligen Anbieters des digitalen Assistenten gesendet, wo der Befehl interpretiert wird. Der Nutzer muss also derzeit immer erst das Signalwort sagen, damit der smarte Lautsprecher entsprechend bedient werden kann.
Der Patentantrag von Amazon geht von einem anderen Szenario aus. Die smarten Lautsprecher würden gesprochene Befehle ständig lokal im Gerätespeicher ablegen. Wenn das Gerät dann das Signalwort erkennt, wird der zuvor gesprochene Befehl augenblicklich an die Amazon-Server gesendet, um den Befehl auszuführen. Dabei kann das Aktivierungswort mitten im Satz gesagt werden oder es kann am Ende des Befehls gesprochen werden.
Probleme bei ungewollter Aktivierung
Hierbei würde der smarte Lautsprecher auch längere Pausen identifizieren und muss in der Lage sein, den Anfang des Befehls nachträglich zu erkennen. Amazon geht davon aus, dass der Nutzer eine Pause macht, bevor er sich an einen smarten Lautsprecher wendet. Geschieht das nicht, könnte es bei der Befehlsverarbeitung passieren, dass auch andere Informationen zu Amazon gelangen, die nicht als Befehl gedacht gewesen sind.
Wenn sich ein smarter Lautsprecher ungewollt aktiviert – das passiert bei allen Systemen ab und an – wird ein Befehl sofort gesendet. Bisher kann der Nutzer den Vorgang abbrechen, wenn er ihn bemerkt.
Amazons digitaler Assistent wird standardmäßig mit dem Aktivierungwort Alexa in den Befehlsmodus versetzt. Auf Amazons Echo-Lautsprechern kann das Aktivierungswort wahlweise in Amazon, Echo oder Computer geändert werden. Bei Alexa-Geräten anderer Hersteller erlaubt Amazon ganz bewusst keine Änderung des Alexa-Aktivierungswortes. Amazon will, dass der Kunde sehr wohl weiß, dass er mit Alexa interagiert.
Google Assistant verzichtet bei Alarmen bereits auf Aktivierungswort
Derzeit ist nicht absehbar, ob der Patentantrag gewährt wird und offen ist auch, ob dies jemals in Alexa und entsprechende smarte Lautsprecher integriert wird.
In den USA können Nutzer eines Google-Assistant-Geräts bereits einen Alarm ausschalten, ohne vorher das entsprechende Aktivierungswort ansagen zu müssen. Ein simples "Stop!" genügt und der Alarm verstummt. Der entsprechende smarte Lautsprecher wechselt also automatisch in den Lauschmodus, sobald der Alarm ertönt. Wenn dabei gerade im Raum gesprochen wird, könnten diese Worte direkt an Googles Server übertragen werden. Google machte keine Angaben, wann diese Funktion auch in Deutschland angeboten wird.
- Anzeige Hier geht es zu Philips Hue Produkten bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



