Amazons Echo: Alexa-Telefonie hat ein Privatsphärenproblem

Amazon geht beim Alexa-Dienst bezüglich der Privatsphäre nicht gerade sorgfältig vor. Die neue Telefonfunktion steht in der Kritik. Es fehlt eine mittlerweile gebräuchliche Möglichkeit, einzelne Anrufer auszusperren. Das Problem beginnt bei der Aktivierung der neuen Funktion.

Artikel veröffentlicht am ,
Amazons Echo und Echo Dot
Amazons Echo und Echo Dot (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Mit der neuen Alexa-Telefonfunktion können Anrufe direkt über Echo-Lautsprecher geführt werden. Das ist stellenweise zu komfortabel gelöst und führt zu Privatsphärenproblemen. Das Problem beginnt bei der Einrichtung der neuen Funktion: Wer die Anrufmöglichkeit verwenden möchte, muss dazu den Zugriff auf das komplette Smartphone-Adressbuch gewähren.

Amazon liest komplettes Adressbuch aus

Stellenmarkt
  1. Berater Krankenhausinformationssystem (KIS) Neueinführungen (m/w/d)
    Helios IT Service GmbH, Berlin-Buch, deutschlandweit
  2. Delphi - Entwickler (m/w/d)
    medavis GmbH, Karlsruhe
Detailsuche

Damit will Amazon die Nutzung des Dienstes vereinfachen, indem Nutzer nicht erst mühsam bestehende Kontakte neu eingeben müssen. Aber dieser Komfort führt jetzt zu Einschränkungen bei der Privatsphäre, denn die komplette Adressliste wird in Amazons Datenzentren übernommen. Es gibt keine Möglichkeit, einzelne Kontakte davon auszuschließen.

Die Adressliste wird mit den Kontakten abgeglichen, die bei Alexas Telefondienst angemeldet sind. All diese Kontakte können dann entweder über einen Echo-Lautsprecher oder über die Alexa-App angerufen werden. Für die Telefonfunktionen ist nicht zwingend ein Alexa-fähiges Gerät notwendig, grundsätzlich genügt die kostenlos verfügbare Alexa-App auf dem Smartphone.

Blockadefunktion fehlt

Derzeit fehlen Blockadefunktionen, um gezielt Anrufe bestimmter Adressaten abzuwehren. Alle Anrufe werden immer an die Echo-Lautsprecher durchgestellt, kritisiert eine Amazon-Kundin. Ein Bericht von The Verge bestätigt diese Beobachtung.

Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Wer gezielt einen Kontakt aus der Alexa-Telefonfunktion löschen will, muss diesen auch im Smartphone-Adressbuch dauerhaft entfernen. Dadurch soll das Alexa-Adressbuch aktualisiert werden, solche Kontakte können die Echo-Lautsprecher dann nicht mehr anrufen. Es gibt für den Amazon-Kunden jedoch keine Möglichkeit, das Alexa-Adressbuch unabhängig vom Smartphone-Adressbuch zu bearbeiten, um so bei Bedarf einzelne Kontakte nur aus dem Alexa-Adressbuch zu löschen.

Update angekündigt

Ob es eine solche Funktion einmal geben wird, ist nicht bekannt. Amazon will zumindest mit einem Update die Möglichkeit nachreichen, einzelne Kontakte zu blockieren. Ein solches Update soll in einigen Wochen nachgereicht werden. Alternativ kann bei der Einrichtung der Zugriff auf das Smartphone-Adressbuch unterbunden werden, dann wird die Telefonfunktion aber auch nicht aktiviert.

Derzeit kann die Anruffunktion nicht über die Alexa-App abgeschaltet werden. Die nachträgliche Deaktivierung der Anruffunktion ist derzeit nur über den Amazon-Kundenservice möglich. Das ist nicht sonderlich komfortabel und vergleichsweise umständlich.

Noch kein Termin für Deutschland

Die Alexa-Telefonfunktion steht vorerst nur in den USA zur Verfügung. Wann diese Möglichkeiten auch in Deutschland angeboten wird, ist derzeit nicht bekannt. Amazon hat den Dienst bisher nicht offiziell für den hiesigen Markt angekündigt. Möglicherweise wird es die Anruffunktion dann in Deutschland gleich mit der Blockademöglichkeit geben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


LinuxMcBook 17. Jul 2017

Um diese Daten zu bekommen ist aber Vertrauen notwendig. Wenn Amazon das missbraucht...

Anonymer Nutzer 08. Jun 2017

Nur weil ein großer Teil der verfügbaren Skills nix taugt, heißt das nicht, dass das...

Anonymer Nutzer 08. Jun 2017

In der Cloud steht lediglich der "skill", man muss nicht zwangsweise den eigentlichen...

Anonymouse 16. Mai 2017

Das verstehst du völlig richtig.

matok 15. Mai 2017

Vor allem nicht auf die Falschen. Das Problem sind DAUs, denen der eigene Datenschutz...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fernwartung
Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat

Wie schätzt man die weitere Geschäftsentwicklung ein, wenn die Kunden in der Pandemie plötzlich Panikkäufe machen? Das gelang bei Teamviewer nicht.
Ein Bericht von Achim Sawall

Fernwartung: Der Kundenansturm, der Teamviewer nicht gut getan hat
Artikel
  1. Netzneutralität: Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe
    Netzneutralität
    Google und Meta verteidigen sich gegen Telekom-Vorwürfe

    Die beiden großen Internetkonzerne Google und Meta verweisen im Gespräch mit Golem.de auf ihren Beitrag zur weltweiten Infrastruktur wie Seekabel und Connectivity.

  2. Pluton in Windows 11: Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren
    Pluton in Windows 11
    Lenovo will Microsofts Sicherheitschip nicht aktivieren

    Die neuen Windows-11-Laptops kommen mit dem Chip Pluton. Lenovo will diesen aber noch nicht selbst aktivieren.

  3. Probefahrt mit BMW-Roller CE 04: Beam me up, BMW
    Probefahrt mit BMW-Roller CE 04
    Beam me up, BMW

    Mit futuristischem Design und elektrischem Antrieb hat BMW ein völlig neues Fahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt.
    Ein Bericht von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3070 989€ • The A500 Mini Retro-Konsole mit 25 Amiga-Spielen vorbestellbar 189,90€ • RX 6800 16GB 1.129€ • Intel Core i9 3.7 459,50€ Ghz • WD Black 1TB inkl. Kühlkörper PS5-kompatibel 189,99€ • Switch: 3 für 2 Aktion • RX 6700 12GB 869€ • MindStar (u.a. 1TB SSD 69€) [Werbung]
    •  /