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Amazon Video: Medienhüter verbieten Pastewka-Folge wegen Schleichwerbung

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat Amazon angewiesen, eine Folge der Comedy-Serie Pastewka aus dem Angebot zu nehmen. Noch können Prime-Video-Kunden sie aber abrufen.

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Media-Markt-Logos sind in der vierten Folge der achten Staffel von Pastewka immer wieder prominent zu sehen.
Media-Markt-Logos sind in der vierten Folge der achten Staffel von Pastewka immer wieder prominent zu sehen. (Bild: Amazon/Screenshot und Zuschnitt: Golem.de)

Die vierte Folge der achten Staffel der Comedy-Serie Pastewka verstößt nach Ansicht der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien gegen das Schleichwerbeverbot des Rundfunkstaatsvertrags. Sie trägt die Bezeichnung "Das Lied von Hals und Nase" und spielt zum Großteil vor und in einer Media-Markt-Filiale. Die gesamte Folge sei von häufigen und intensiven Darstellungen sowie Erwähnungen der Marke Media Markt geprägt, ohne dass dies programmlich-dramaturgisch begründet werde, urteilt die Bayerische Landeszentrale für neue Medien. Sie hat Amazon daher mit sofortiger Wirkung untersagt, die Folge auszustrahlen.

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Dennoch ist die Folge bei Amazon weiterhin abrufbar - Prime-Video-Abonnenten können diese kostenlos ansehen. Amazon kann gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen. Auch die sofortige Vollziehung kann auf Initiative von Amazon juristisch untersagt werden. Ob Amazon rechtlich gegen die Entscheidung vorgehen will, ist derzeit allerdings nicht bekannt. Auf Nachfrage von Golem.de wollte sich Amazon nicht weiter zu dem aktuellen Vorfall äußern.

In der Serie spielt der Komiker Bastian Pastewka sich selbst. In der vierten Folge übernachtet er in einem Wohnmobil auf dem Parkplatz einer Media-Markt-Filiale, dabei ist das Logo des Elektronikmarkts immer wieder prominent zu sehen. Später spielt die Folge auch in der Media-Markt-Filiale selbst. Bereits seit Februar 2018 gab es Vorwürfe, dass hier verbotene Schleichwerbung zum Einsatz komme, wie etwa der Deutschlandfunk berichtet.

Media Markt weist den Vorwurf zurück

Vor knapp einem Jahr wollte sich Amazon ebenfalls nicht dazu äußern und verwies auf die Produzenten von Pastewka, das Kölner Unternehmen Brainpool. Es hatte seinerzeit bestritten, dass es Produktplatzierungen in der Serie gegeben habe.

Media Markt hat auf Nachfrage von Golem.de den Vorwurf der Schleichwerbung zurückgewiesen. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte: "Für die betreffende Pastewka-Staffel hat Media Markt keine Produktplatzierung gebucht. Media Markt war lediglich ein von Brainpool angemieteter Drehort, Brainpool hat dafür eine produktionsübliche Miete bezahlt. Es gab keine weitere Form der Zusammenarbeit bzw. keine weiteren Absprachen und somit auch keine Leistungen seitens Media Markt an Brainpool." Ähnlich äußerte sich das Unternehmen bereits im Februar 2018, als die Vorwürfe das erste Mal bekanntwurden.

Pastewka lief anfangs bei Sat.1

Die Comedy-Serie Pastewka lief früher auf dem privaten Fernsehsender Sat.1, der die Serie 2014 nach sieben Staffeln absetzte. Amazon übernahm die Serie und brachte Ende Januar 2018 eine achte Staffel auf den Markt, die dann bei Amazons Videostreamingdienst gezeigt wurde. Am 25. Januar 2019 soll die neunte Pastewka-Staffel bei Amazon Prime Video für Abonnenten kostenlos verfügbar sein.

Als die Serie noch bei Sat.1 lief, soll sehr bewusst darauf geachtet worden sein, keine Marken ins Bild zu rücken. Das hat sich laut Deutschlandfunk mit der achten Staffel geändert. So werde in der Staffel nicht nur Media Markt prominent in die Handlung eingebettet, sondern auch Amazon selbst. Dort bestellt Pastewka einen Stapel DVDs - als Expresslieferung. Aber auch die Drogeriemarktkette Dm, Nivea, Coca-Cola, Haribo, Sony und Dany Sahne seien in der Staffel immer wieder deutlich zu erkennen gewesen, ohne diese als Produktplatzierung kenntlich zu machen.

Für die Inhalte von Amazon Instant Video ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien zuständig, weil das Unternehmen seinen Sitz in Bayern hat. Der Fall wurde durch die Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Cornelia Holsten, initiiert, die bereits im Februar 2018 kurz nach der Ausstrahlung der achten Staffel von Pastewka öffentlich die Vermutung aufgestellt hatte, dass es sich bei der vierten Folge um nicht erlaubte Schleichwerbung handele.

Nachtrag vom 22. Januar 2019, 13:10 Uhr

Auf Nachfrage von Golem.de erklärte die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, dass Amazon eigentlich rechtlich verpflichtet ist, die vierte Folge der achten Staffel von Pastewka nicht länger anzubieten." Sollte bei der Landeszentrale der Eindruck entstehen, dass Amazon die Untersagungsverfügung nachhaltig ignoriert, wird über die Einleitung der Verwaltungsvollstreckung zu entscheiden sein", sagte eine Sprecherin. Im Vorfeld der Untersuchung war Amazon in die Prüfung einbezogen gewesen. Amazon hatte dabei Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt, so dass der Schritt für Amazon nicht ganz unerwartet gekommen ist.

Nachtrag vom 23. Januar 2019

Amazon hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien Einspruch einlegen zu wollen. Die beanstandete Folge soll in den nächsen Tagen durch eine neue Fassung ersetzt werden.

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Trockenobst 22. Jan 2019

Alle bekannten Waffenhersteller haben die Regel, dass die Bösen niemals die guten Waffen...

Prypjat 22. Jan 2019

Dann lass bitte die Finger von der Serie Mad Man. Da wird auch nur geraucht und...

Nullmodem 22. Jan 2019

Weil das dann gekennzeichnet ist und jeder auch versteht. Schleichwerbung ist aber nicht...

Xennor 22. Jan 2019

Wirklich kein Text

mambokurt 22. Jan 2019

Ja, das nennt sich Markt - wenn einer vorprescht zieht man nach oder verkauft nix. Das...


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