Verdi: Amazon-Lagerarbeiter wollen internationale Streiks

Gewerkschafter bei Amazon wollen ihre Streiks für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen global koordinieren. In den USA und Europa will man versuchen, zur gleichen Zeit zu kämpfen.

Artikel veröffentlicht am ,
Demonstration bei Amazon für höhere Löhne
Demonstration bei Amazon für höhere Löhne (Bild: Win McNamee/Getty Images)

Im Kampf um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen bei Amazon will die Gewerkschaft Verdi verstärkt internationale Streiks vorbereiten. Das sagte Thomas Voß, Bundesfachgruppensekretär Versand- und Onlinehandel bei Verdi, der Wirtschaftswoche. Bei einem Treffen von Betriebsräten aus Europa und Nordamerika am heutigen Donnerstag und Freitag solle unter anderem diskutiert werden, "inwiefern wir international synchronisierte Streiks an den umsatzstärksten Tagen realisieren können".

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Veranstaltet wird die Konferenz von der internationalen Gewerkschaftsplattform Uni Global Union unter dem Titel Uni Amazon Network Meeting in Rom. Als nächster Schritt sei ein gemeinschaftlicher Streik der deutschen Amazon-Lagerarbeiter mit ihren Kollegen aus Italien und Spanien möglich, sagte Voß. "Gewerkschaften können im nationalen Rahmen nichts gegen Global Player wie Amazon ausrichten." Im November 2017 streikten Amazon-Arbeiter an sechs Standorten in Deutschland zugleich mit 500 Kollegen in Piacenza in Norditalien. Amazon hatte zu der Zeit rund 1.600 Festangestellte in Piacenza.

Amazon: Kampf dauert seit 5 Jahren

Die Beschäftigten kämpfen seit Mai 2013 für eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon komplett, das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als die tariflichen 1.058 Euro. Amazon verweigerte von Anfang an Gespräche mit Verdi. Laut Amazon habe der Konzern eine offene Unternehmenskultur und kommuniziere ständig direkt mit den Mitarbeitern und Betriebsräten, betonte der Sprecher. Laut Darstellung des Unternehmens werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt 10,40 Euro bei einer 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Die Gewerkschaft Verdi hat nicht genügend Mitglieder unter den Lagerarbeitern, um den Betrieb bei Amazon komplett zum Stehen zu bringen. Dennoch dürften die Arbeitsniederlegungen von Hunderten Beschäftigten eine gewisse Wirkung zeigen. Amazon-Sprecher betonen bei jedem Ausstand, dieser "habe keinen Einfluss auf das Lieferversprechen, denn die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter arbeitet normal".

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AllDayPiano 20. Apr 2018

Und Du denkst, dass das bisschen Gestreike von Verdi einen nennenswerten Einfluss auf die...

Palerider 20. Apr 2018

Nee, so einfach ist das nicht. Ja, wenn es nur nach mir ginge, bräuchte ich keinen...

Funny77 20. Apr 2018

Da hat ja auch niemand ein Problem mit, aber die kämpfen ja dafür, dass die Packer dort...

demon driver 20. Apr 2018

Wäre es, wenn nicht vielen Leuten, die keine Alternativen haben, seit Hartz IV jeder...



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