• IT-Karriere:
  • Services:

Amazon weiß, welche Apps der Kunde wie lange verwendet

Unverständlicherweise wird die neue Underground-App im bisherigen App-Shop von Amazon nicht prominent beworben. Dabei findet sich die Underground-App auch dort und kann darüber installiert werden. Der Nutzer muss aber explizit danach suchen. Die Underground-App gibt es für Android-Smartphones und -Tablets, sie ersetzt die bisherige Amazon-App zum Einkaufen und Stöbern in Amazons gesamtem Warensortiment. Amazons installierter App-Shop bleibt parallel bestehen.

Problem bei der Installation der Underground-App

Stellenmarkt
  1. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin
  2. Hays AG, Niedersachsen

Die Installation der Underground-App kann Probleme bereiten, wenn sich eine ältere Amazon-App auf dem Gerät befindet. Dann bricht die Installation ab, ohne einen Grund zu nennen. Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt sich die Underground-App dann installieren, sobald die alte Amazon-App gelöscht wurde. Besitzer eines Fire-Tablets sollen die Underground-App automatisch von Amazon erhalten. Die Fire-TV-Geräte und auch das Firephone werden derzeit nicht unterstützt. Es ist auch nicht bekannt, ob diese Geräte später einmal ebenfalls für das neue Distributionsmodell freigeschaltet werden.

Bei der Installation der Underground-App fällt gleich auf, dass ungewöhnlich viele Berechtigungen verlangt werden. Das könnte eine Folge der umfangreichen Überwachungsmaßnahmen sein, die für die Gratis-Apps erforderlich sind. Allerdings stellt sich die Frage, warum die App Zugriff auf das Adressbuch benötigt, eingehende SMS lesen und das Mikrofon für Aufnahmen verwenden muss.

App-Nutzungsverhalten wird genau überwacht

Spätestens wenn eine App aus dem Underground-Bereich installiert wurde, beobachtet Amazon minutengenau, wie oft und wie lange eine solche App verwendet wird. Dabei wird auch überwacht, wie lange die App verwendet wird, wenn sich das Android-Gerät im Offlinebetrieb befindet. Die auf dem Gerät gesammelten Daten werden dann an Amazon zur weiteren Verarbeitung geschickt. Amazon weiß also, welcher Nutzer welche Apps wie lange verwendet hat. Abhängig von der Nutzungszeit erhält der Anbieter der App Geld von Amazon. Das Bezahlmodell erinnert entfernt an das neue Kindle-Bezahlmodell, bei dem E-Book-Autoren nach vom Kunden gelesenen Seiten bezahlt werden.

In Deutschland zahlt Amazon pro Nutzungsminute 0,18 Cent, in einer Stunde wären das 10,8 Cent. Wenn eine App beispielhaft jeden Tag eine Stunde lang verwendet wird, zahlt Amazon dem Anbieter 75,6 Cent pro Woche. Für Entwickler von Spielen kann das ein sehr lohnenswertes Geschäftsmodell sein. Wenn Apps nur alle paar Wochen für ein paar Minuten verwendet werden, dürfte sich das weniger lohnen. Bisher zeigt sich das deutlich, bei den meisten Underground-Apps handelt es sich um Spieletitel.

App-Abstürze verringern die Einnahmen

Falls die Protokollierung durch einen Absturz der App gestört wird, muss der Anbieter damit rechnen, weniger Geld zu erhalten. Amazon ruft Entwickler daher dazu auf, App-Abstürze möglichst schnell zu beseitigen, damit die Bezahlung korrekt ermittelt werden kann.

Welche Apps im Underground-Bereich gelistet sind, entscheiden die entsprechenden Anbieter. Wenn ein Anbieter seine App dort nicht mehr haben möchte, kann er sie entfernen. Aber alle bis dahin über Underground bezogenen Apps müssen für die Kunden weiterhin kostenlos nutzbar bleiben, verlangt Amazon von den App-Anbietern. Sie verzichten dann nach derzeitigem Kenntnisstand nur auf die Bezahlung, so dass es sich für App-Anbieter nicht lohnt, eine App wieder aus der Underground-Rubrik zu entfernen.

Kann die Überwachung umgangen werden?

Wie auch bei anderen App-Shops üblich, funktionieren die über Amazon bezogenen Apps nur, wenn auch der betreffende App-Shop auf dem Gerät installiert ist. Für das Funktionieren der Apps aus dem Underground-Bereich genügt aber auch Amazons bisherige App-Shop-App. Ob sich damit das umfangreiche Überwachen verhindern lässt, ist derzeit nicht bekannt. Falls es so ist, würde der Anbieter der betreffenden App wohl auch kein Geld mehr erhalten, auch wenn die betreffende App intensiv verwendet wird.

Allerdings können über Underground bezogene Apps nicht über die alte App-Shop-App installiert werden. Dazu muss die Underground-App installiert werden. Alternativ kann die Underground-App auf einem zweiten Android-Gerät installiert werden, um dann eine über die Underground-Rubrik bezogene App mittels Backup auf das erste Android-Gerät zu übertragen. Auf dem ersten Gerät muss dann aber mindestens Amazons bisheriger App-Shop vorhanden sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Amazon Underground: Hunderte Apps gratis im Tausch gegen Überwachung
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. 4,26€
  3. (-20%) 39,99€

r3verend 18. Sep 2015

Die Sorge ist meiner Meinung nach unbegründet. Dieses Modell ist für kostenpflichtige...

Zabrok 31. Aug 2015

Indem Amazon zusätzlich eigene Werbung in den Apps platziert. Was zum Teil schlecht...

sebastiang 31. Aug 2015

Nein, das Recht gilt uneingeschränkt. Es ist egal wie gebildet oder klug jemand ist.

Garius 31. Aug 2015

Ich hoffe du hast ein Golem Abo, bei dem selbstgefälligen Mundwerk.

Anonymster... 30. Aug 2015

Nein ... es besteht Anschnallpflicht. Du musst dich anschnallen ... du hast nicht das...


Folgen Sie uns
       


Tolino Vision 5 HD und Epos 2 im Hands On

Tolino zeigt mit Vision 5 HD und Epos 2 zwei neue Oberklasse-E-Book-Reader. Der Epos 2 kann durch ein besonders dünnes Display begeistern.

Tolino Vision 5 HD und Epos 2 im Hands On Video aufrufen
Gardena: Open Source, wie es sein soll
Gardena
Open Source, wie es sein soll

Wenn Entwickler mit Zeitdruck nach Lösungen suchen und sich dann für Open Source entscheiden, sollte das anderen als Vorbild dienen, sagen zwei Gardena-Entwickler in einem Vortrag. Der sei auch eine Anleitung dafür, das Management von der Open-Source-Idee zu überzeugen - was auch den Nutzern hilft.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

  1. Linux-Kernel Machine-Learning allein findet keine Bugs
  2. KernelCI Der Linux-Kernel bekommt einheitliche Test-Umgebung
  3. Linux-Kernel Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

Surface Laptop 3 (15 Zoll) im Test: Das 15-Zoll-Macbook mit Windows 10 und Ryzen
Surface Laptop 3 (15 Zoll) im Test
Das 15-Zoll-Macbook mit Windows 10 und Ryzen

Was passiert, wenn ein 13-Zoll-Notebook ein 15-Zoll-Panel erhält? Es entsteht der Surface Laptop 3. Er ist leicht, sehr gut verarbeitet und hat eine exzellente Tastatur. Das bereitet aber nur Freude, wenn wir die wenigen Anschlüsse und den recht kleinen Akku verkraften können.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Surface Laptop 3 mit 15 Zoll Microsoft könnte achtkernigen Ryzen verbauen

Nitrokey und Somu im Test: Zwei Fido-Sticks für alle Fälle
Nitrokey und Somu im Test
Zwei Fido-Sticks für alle Fälle

Sie sind winzig und groß, sorgen für mehr Sicherheit bei der Anmeldung per Webauthn und können gepatcht werden: Die in Kürze erscheinenden Fido-Sticks von Nitrokey und Solokeys machen so manches besser als die Konkurrenz von Google und Yubico. Golem.de konnte bereits vorab zwei Prototypen testen.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. iOS 13 iPhone bekommt Webauthn per NFC
  2. Webauthn unter Android ausprobiert Dropbox kann, was andere nicht können

    •  /