Amazon und Blue Origin: Bezos findet Trump gar nicht mehr so schlecht
Nach Meta-Chef Mark Zuckerberg ist nun auch Amazon-Gründer Jeff Bezos um ein gutes Verhältnis mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump bemüht. Zwar machte Bezos im Gegensatz zu Zuckerberg dem 78 Jahre alten Wahlsieger noch keine persönliche Aufwartung an dessen Wohnsitz in Florida, doch auf einer Veranstaltung der New York Times äußerte sich der Multimilliardär erstaunlich positiv. "Ich bin sehr zuversichtlich – er scheint viel Energie für die Abschaffung von Vorschriften aufzubringen", sagte Bezos (Video ab 9:50(öffnet im neuen Fenster)).
Ebenso wie Tesla-Chef Elon Musk, der sogar eine externe Behörde zum Thema Regierungseffizienz aufbauen soll, will sich auch Bezos in die Diskussion einbringen: "Wenn ich ihm dabei helfen kann, werde ich ihm helfen. Denn wir haben zu viele Vorschriften in diesem Land." Bezos empfahl der künftigen Regierung eine Wachstumsstrategie. Wenn die Wirtschaftsleistung steige, müsse man die Neuverschuldung nicht senken, da deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt damit automatisch sinke.
"Sehr optimistisch" für Trump
Befürchtungen vor einer zweiten Amtszeit Trumps hegt Bezos hingegen nicht: "Ich bin sehr optimistisch, dass Präsident Trump es mit den Regulierungsplänen ernst meint, und ich denke, er hat gute Chancen, erfolgreich zu sein." Nach seiner Einschätzung ist Trump "ruhiger als beim ersten Mal und selbstbewusster, gefestigter".
Bezos hatte vor den Wahlen im November 2024 für Aufsehen gesorgt, weil er der von ihm gekauften Tageszeitung Washington Post untersagte, eine Wahlempfehlung für Trumps Konkurrentin Kamala Harris auszusprechen. Auf der Veranstaltung verteidigte er den Verzicht als richtige Entscheidung, auf die er "sehr stolz" sei. Der Verzicht sei alles andere als feige gewesen, da mit negativen Konsequenzen zu rechnen gewesen sei. Mehr als 250.000 Personen sollen anschließend ihr Abo gekündigt haben. Bezos will Trump die Vorstellung ausreden, dass die Presse der Feind sei.
Bezos traut Musks Versprechungen
Bezos war vorgeworfen worden, aus geschäftlichen Überlegungen auf den Verzicht gedrängt zu haben. Seine Unternehmen erhielten bedeutende Regierungsaufträge, darunter der 10-Milliarden-Dollar-Cloud-Vertrag von Amazon mit der NSA und das 3,4-Milliarden-Dollar-Mondlander-Projekt von Blue Origin mit der Nasa. Die neue Nähe von Musk zu Trump könnte möglicherweise dazu führen, dass Musks Weltraumfirma SpaceX stärker von Regierungsprojekten profitiert.
Bezos hält jedoch Musks Beteuerungen für glaubwürdig, wonach dieser seine politische Macht nicht zum Vorteil seiner eigenen Unternehmen oder zum Nachteil seiner Konkurrenten einsetzen werde. "Ich nehme das für bare Münze", sagte der 60-Jährige, wobei er einräumte, dass er sich auch irren könne.
Das Thema Blue Origin beschäftige ihn derzeit am meisten, sagte Bezos. Er arbeite trotz seines Rückzugs von der Amazon-Spitze derzeit so hart wie niemals zuvor. Er äußerte die Hoffnung, dass Blue Origin "das beste Geschäft sein wird, an dem ich je beteiligt war".
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