Amazon-Tochter Ring: Videos konnten mitgeschnitten und ausgetauscht werden

Klingelt der Babysitter oder doch ein Einbrecher? Über eine Sicherheitslücke in Rings smarter Türklingel konnten die Videos kopiert oder ausgetauscht werden. Im schlimmsten Fall konnten sich Einbrecher so die Tür öffnen lassen.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer wohl wirklich vor der smarten Klingel steht?
Wer wohl wirklich vor der smarten Klingel steht? (Bild: Ring)

"Mit Ring wissen Sie immer als Erster Bescheid, ob Sie Besuch haben", wirbt die Amazon-Tochter Ring für ihre smarten Türklingeln. Über die Ring-App können Besitzer auf die integrierte Videokamera zugreifen und sehen, wer gerade klingelt oder was vor der Haustüre passiert - auch wenn sie gar nicht zu Hause sind. Doch die Videos konnten von Angreifern ausgelesen und sogar ausgetauscht werden. Diese mussten sich hierfür jedoch im selben WLAN befinden. Gefunden wurde die Lücke von der Sicherheitsfirma Dojo by Bullguard.

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Für die Übertragung der Audio- und Videodaten zwischen der smarten Türklingel und der Ring-App verwendet Ring das Internettelefonie-Protokoll SIP/RTP. Laut Dojo by Bullguard setzt sie dabei jedoch nicht auf standardisierte Verschlüsselungsprotokolle wie SIP/TLS und SRTP, sondern verwendet eine selbst gebaute Verschlüsselung. Diese Verschlüsselung konnte die Sicherheitsfirma umgehen und so auf die Daten zugreifen oder diese austauschen. Allerdings mussten sie hierfür Zugriff auf die Datenpakete erlangen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich Angreifer und App-Nutzer im gleichen WLAN befinden, solange das WLAN keine individuelle Verschlüsselung pro Client verwendet.

Auf eine Nachfrage von Golem.de bestätigte die Amazon-Tochter Ring die Sicherheitslücke. Diese sei bereits geschlossen worden. Ring rate seinen Kunden immer, ihre Apps und das Betriebssystem auf die jeweils aktuelle Version zu aktualisieren. Setzen Ring-Nutzer noch eine alte Version der App ein, können die übertragenen Videos mitgeschnitten oder ausgetauscht werden. Neben smarten Türklingeln stellt Ring auch Überwachungskameras her, auf deren Videostream über eine App zugegriffen werden kann. Ob diese ebenfalls von der Sicherheitslücke betroffen waren, ist bisher nicht bekannt.

Ich bin's, der Babysitter!

Verwenden Ring-Nutzer neben der smarten Türklingel auch ein smartes Türschloss, konnten Angreifer sie über die Sicherheitslücke dazu verleiten, die Tür für sie zu öffnen, beispielsweise, indem sie ein bereits mitgeschnittenes Video des klingelnden Babysitters oder Schornsteinfegers an die App senden - dass in Wirklichkeit ein Einbrecher vor der Tür steht, sieht der Ring-Nutzer nicht.

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Erst kürzlich wurde Ring vorgeworfen - der Geschäftsführung sowie Entwicklern -, Zugriff auf die Livestreams der Videoüberwachungskameras und smarten Türklingeln ihrer Kunden zu ermöglichen. Nur eine E-Mail-Adresse eines Kunden sei hierzu nötig gewesen. Ring widersprach den Vorwürfen: Man habe Mitarbeitern keinen Zugriff auf die Livestreams gegeben.

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aPollO2k 01. Mär 2019

Das das lohnt sich doch finde ich. So viel verdiene ich als IT Experte leider nicht...

as112 28. Feb 2019

Ich würde mir generell kein System installieren, das Fremd-Cloud-Zwang beinhaltet.

phade 28. Feb 2019

Wer hätte gedacht, dass ein per Internet angeschlossenes Türschloss bei einer...

RienSte 28. Feb 2019

Ich war kurz davor, mir das System für unser Haus zu kaufen... Habe mich dann aber doch...



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