Amazon-Tochter Ring: Überwachungsvideos ohne Zustimmung an Polizei weitergegeben

Aufnahmen von Überwachungskameras werden in dringenden Fällen in den USA auch ohne Durchsuchungsbeschluss oder Zustimmung der Besitzer weitergegeben, bestätigt Amazon.

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Eine Überwachungskamera der Amazon-Tochter Ring
Eine Überwachungskamera der Amazon-Tochter Ring (Bild: Ring)

Der Hersteller von Überwachungskamers und smarten Türklingeln Ring hat Videoaufnahmen aus Kundenkameras in den USA an die Polizei weitergegeben, ohne dass deren Besitzer zugestimmt hatten oder ein Durchsuchungsbeschluss vorlag. Das bestätigte das Mutterunternehmen Amazon.

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Im Juni schrieb der demokratische US-Senator Ed Markey Ring an und fragte nach der Beziehung zwischen dem Unternehmen und der Polizei. Vorausgegangen war eine Studie, in der festgestellt wurde, dass Ring-Kameras nach dem Auslösen von Bewegungsmeldern Gespräche in einer Entfernung bis zu 7,5 Metern aufzeichnen können.

"Ring behält sich das Recht vor, auf dringende Anfragen der Strafverfolgungsbehörden in Fällen, in denen eine unmittelbare Gefahr für den Tod oder eine schwere Körperverletzung einer Person besteht, sofort zu reagieren. Bei dringenden Auskunftsersuchen muss ein ausgefülltes Formular für dringende Auskunftsersuchen beigefügt werden", schrieb Brian Huseman, Amazon Vice President of Public Policy, in einer Antwort auf Markeys Fragen.

"Auf der Grundlage der im Notfall-Antragsformular bereitgestellten Informationen und der vom Beamten beschriebenen Umstände entscheidet Ring in gutem Glauben, ob der Antrag den bekannten, im Bundesgesetz verankerten Standard erfüllt, dass unmittelbare Gefahr für den Tod oder eine schwere Körperverletzung einer Person besteht, die eine unverzügliche Offenlegung der Informationen erfordert", erklärte Huseman. In elf solchen Fällen sollen Inhalte weitergegeben worden sein.

Ring steht in der Kritik

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Markeys Forderung, die verfügbare Ende-zu-Ende-Verschlüsselung standardmäßig zu aktivieren, lehnte Ring jedoch ab. Diese sei nicht für alle Kunden geeignet.

Der Senator kritisierte auch die zunehmende Abhängigkeit der Strafverfolgungsbehörden von privater Überwachung, die zu Problemen bei der Verantwortung führe. "Ich bin besonders besorgt darüber, dass die biometrische Überwachung zu einem zentralen Bestandteil des wachsenden Netzes von Überwachungssystemen werden könnte, für das Amazon und andere mächtige Technologieunternehmen verantwortlich sind", sagte Markey.

In den vergangen Jahren geriet Ring für seine Zusammenarbeit mit der Polizei immer wieder in die Schlagzeilen. Laut einer Recherche des US-Senders NBC führen die Aufnahmen jedoch kaum zu Festnahmen, dafür steigern sie die Angst vor Kriminalität.

Dem Unternehmen wurde zudem vorgeworfen, dass Angestellte die Aufnahmen von Kameras in Kundenwohnungen abrufen konnten. Durch eine Sicherheitslücke konnten zudem Videos kopiert oder ausgetauscht werden. Auch dem Mutterunternehmen Amazon wurde vorgeworfen, dass Angestellte die Aufnahmen der Cloud-Kameras sichten.

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vax 18. Jul 2022 / Themenstart

...fällt auf, dass beim Lesen redaktionell betreuter Inhalte, egal ob Print oder Web, die...

Landorin 15. Jul 2022 / Themenstart

so idiotisch, wie das funktioniert, ist das kein Wunder. ;) Die Kamera baut immer wieder...

Fotobar 14. Jul 2022 / Themenstart

Du machst das Feuer wahrscheinlich auch mit Steinen. Normale Menschen nehmen den...

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