Amazon-Tochter Ring: Mitarbeiter konnten angeblich in Kundenwohnungen blicken

Auf die Videobilder der Überwachungskameras des Herstellers Ring konnten einem Medienbericht zufolge nicht nur die Eigentümer, sondern auch die Mitarbeiter zugreifen - und Kunden beobachten. Der Hersteller widerspricht allerdings der Darstellung.

Artikel veröffentlicht am ,
Live sehen, was zu Hause passiert - das konnten auch Mitarbeiter von Ring.
Live sehen, was zu Hause passiert - das konnten auch Mitarbeiter von Ring. (Bild: Ring)

"Haben Sie alles im Blick. Egal, wo Sie sind", wirbt der Hersteller von Überwachungskameras und smarten Türklingeln Ring. Die Garage, das Wohnzimmer, das Büro und der Hinterhof - alles kann mit den Überwachungskameras über Smartphone und Cloud im Blick behalten werden. Allerdings gelte das nicht nur für Eigentümern der Kameras, sondern auch für Mitarbeiter des Herstellers, behauptet The Intercept. Vor knapp einem Jahr wurde Ring von Amazon für über eine Milliarde US-Dollar übernommen.

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Sowohl die Entwickler als auch die Geschäftsführung benötigten dem Bericht zufolge nur die E-Mail-Adresse eines Ring-Nutzers, um live auf die Videostreams ihrer Kunden zugreifen zu können. Ring vertreibt nicht nur Überwachungskameras für den Außenbereich, sondern hat auch Kameras im Programm, die explizit für Innenräume ausgelegt sind. Der Zugriff auf die Kameras soll über das Videoportal des technischen Supports möglich gewesen sein. Ring-Mitarbeiter hätten sich sogar gegenseitig nach romantischen Dates damit aufgezogen, wen der Kollege mit nach Hause genommen habe, heißt es in dem Bericht.

Zugriff auf alle Videos

In einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Ukraine hätten die Ring-Mitarbeiter 2016 Zugriff auf einen Ordner in Amazons S3-Cloudspeicher gehabt, in dem sich alle Videos befanden, die von Ring-Kameras auf der ganzen Welt aufgenommen wurden. Zudem hätten sie auf eine Datenbank zugreifen können, die die einzelnen Videos Ring-Kunden zuordnete. Hin und wieder hätten die Mitarbeiter sich gegenseitig Videos von Ring-Kunden gezeigt, sie kommentiert oder sie beschrieben - darunter Menschen, die sich küssten, Gewehre abfeuerten oder stahlen. Nach dem Kauf durch Amazon seien mehr Zugriffsrestriktionen eingeführt worden, die die Mitarbeiter allerdings umgehen könnten.

Nachtrag vom 11. Januar 2019, 18:15 Uhr

In einer Stellungnahme gegenüber Golem.de widerspricht Ring der Darstellung von The Intercept: Die Mitarbeiter hätten nur Zugriff auf Videos, die öffentlich über die Neighbour-App von Ring geteilt wurden oder von Ring-Kunden, die einer Analyse ihrerer Videos explizit zugestimmt hätten. Ring gebe und habe den Mitarbeitern keinen Zugriff auf die Livestreams der Ring-Geräte gegeben. Man habe strikte Regelungen für alle Teammitglieder und implementiere Systeme, die den Zugriff beschränkten und regelten.

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Laut The Intercept ist unklar, seit wann die Regelungen in Kraft sind und ob sie auch durchgesetzt werden. 2016 war dies laut The Intercept nicht der Fall, zur gleichen Zeit habe auch Zugriff auf die Livestreams bestanden. Ob der Zugriff aktuell noch bestehen soll, geht nicht aus dem Bericht hervor.

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Bolzkopf 14. Jan 2019

Blödsinn ? Keineswegs und Mitnichten. Ganz im Gegenteil. Man verwendet ja die Ende-zu...

TurbinenBewunderer 14. Jan 2019

Nicht wirklich, Geld wurde schon immer zentral gemanaged.

Hotohori 13. Jan 2019

Thanks für die Info. Das ist doch mal hilfreich direkt von einem Kunden zu hören. Wenn...

Rail 12. Jan 2019

Die ganze 'Smart' kacke ist auch nix für mich. Aber was sich hier einige an Aufwand...



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