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Amazon: Spontaner Streik wegen erhöhten Volumens in der Osterzeit

Überraschend sind gestern zur Spätschicht 200 Amazon -Arbeiter in den Streik getreten. Sie fordern seit zwei Jahren einen Tarifvertrag von dem Milliardenkonzern, um etwas mehr Lohn zu erhalten.
/ Achim Sawall
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Verdi-Foto bei Facebook vom Amazon-Streik (Bild: Verdi)
Verdi-Foto bei Facebook vom Amazon-Streik Bild: Verdi

Zur Spätschicht rief Verdi erneut zu einer Arbeitsniederlegung am Standort Bad Hersfeld auf. Das gab die Gewerkschaft bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Beschäftigten der Spätschicht waren um 16:15 Uhr aufgefordert, die Arbeit niederzulegen und bis zum Ende der Spätschicht in den Ausstand zu gehen.

"Mit dem heutigen Streik aus einer Schicht heraus reagieren wir auf ein erhöhtes Volumen in der Osterzeit. Amazon muss damit rechnen, dass es auch kurzfristig jederzeit zu einer Arbeitsniederlegung kommen kann" , sagte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Dem Streikaufruf sind laut den Angaben rund 200 Beschäftigte der Spätschicht gefolgt. Vor den Osterfeiertagen war es auch in Bad Hersfeld zu mehrtägigen Streiks gekommen.

Christian Krähling (36) aus Borken (Hessen), der an dem Standort arbeitet, berichtet: "Obwohl die Arbeit manchmal stressig werden kann, arbeite ich gerne bei Amazon. Der Job bei Amazon ist hart. Viele Kolleginnen und Kollegen sagen, sie fühlen sich dabei als Teil einer Maschine. Entsprechend hoch ist die Krankenquote, an manchen Tagen teilweise bis zu 20 Prozent und darüber. Muskel- und Skeletterkrankungen und psychische Erkrankungen sind dabei vorherrschend." Ein großer Teil der deutschlandweit bei Amazon Beschäftigten werde nur befristet eingestellt, viele bis zu zwei Jahren. Wer befristet ist, könne sein Leben nicht planen.

Jeder Arbeitsschritt werde überwacht. Krähling: "Jeder soll möglichst über dem Durchschnitt liegen, doch das ist mathematisch unmöglich. Gerade für die befristeten Kollegen ist der Leistungsdruck hoch. Unsere Pausenwege sind lang. Unsere Vorgesetzten behandeln uns oft respektlos."

Bereits von Montag bis Donnerstag vergangener Woche hatten Amazon-Beschäftigte an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt. Am Samstag vor Ostern waren die beiden nordrhein-westfälischen Standorte Rheinberg und Werne bestreikt worden.


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