Amazon: Schwere Vorwürfe zum Umgang mit Daten

Eine Recherche wirft Fragen zu Amazons Umgang mit Kundendaten auf. Zu viele hätten Zugriff auf Daten gehabt, dem Konzern habe der Überblick gefehlt.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Amazon hat viele Waren - und viele Daten.
Amazon hat viele Waren - und viele Daten. (Bild: Ruchindra Gunasekara/unsplash.com)

Im vergangenen Oktober hatte Amazon mehrere Kunden darüber informiert, dass ihre E-Mail-Adressen von einem Mitarbeiter an Dritte weitergegeben wurden. Offenbar war das nicht Amazons erstes Problem mit unberechtigtem Datenzugriff von innen, wie eine ausführliche Reportage des Techmagazins Wired und der Recherche-Organisation Reveal beschreibt.

Amazon habe seine Kundendaten über Jahre unzureichend geschützt, lautet der Vorwurf. Informationen darüber, wer was bei Amazon gekauft, gesucht und angesehen habe, seien innerhalb des Unternehmens so verstreut gewesen, dass nicht einmal die eigene Sicherheitsabteilung es geschafft habe, sich einen Überblick zu verschaffen. Mittlerweile habe das Unternehmen viel in Werkzeuge investiert, um Datenflüsse nachzuvollziehen und Datenzugriff auf das notwendige Maß zu begrenzen.

Laut Wired und Reveal hätten Angestellte des Unternehmens Bestellhistorien von Prominenten wie Kanye West oder Ex-Partnern ausgespäht und Verkäufern geholfen, ihre Mitbewerber zu sabotieren. In einem zitierten, internen Memo hieß es, dass das System von Amazon es Mitarbeitern ermögliche, "schnell im Namen der Amazon-Kunden zu arbeiten, aber es setzt dieselben Kunden dem Risiko des absichtlichen Missbrauchs und der unbeabsichtigten Gefährdung durch Mitarbeiter und Auftragnehmer aus, die erhöhte Zugriffsrechte haben".

Hat Amazon die Probleme heute im Griff?

In der Recherche geht es vor allem um IT-Sicherheitsbedrohungen durch eine mangelnde Kontrolle über den Datenzugriff von innen. Aber auch die Monitoring-Mechanismen, um Datenzugriffe nachzuverfolgen und Sicherheitsprobleme etwa durch unbefugten Zugriff zu erkennen, seien ein Problem gewesen. Das IT-Sicherheitsteam habe jahrelang unter Problemen gelitten, unter anderem durch wechselnde Führungspersonen und zu wenig Ressourcen. Ein früherer leitender IT-Sicherheitsmitarbeiter spricht gegenüber Wired davon, dass alles "mit Klebeband und Kaugummi" zusammengehalten worden sei.

Die Recherche-Ergebnisse stützen sich auf Gespräche mit früheren Mitarbeitern und internen Dokumenten vor dem Jahr 2018. Amazon verweist darauf, dass es sich hierbei um alte Dokumente handele, die nicht die aktuelle Sicherheitslage bei Amazon widerspiegelten.

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