Amazon Prime Air: Wie realistisch Amazons Drohnenflug ist

In vier bis fünf Jahren sollen Amazons Drohnen die Pakete des Onlineversandhändlers in den USA ausliefern. Technisch ist das heutzutage schon machbar. Die Antworten auf wichtige Fragen.

Artikel veröffentlicht am , Andreas Menn/Wirtschaftswoche/Meike Lorenzen
Lieferdrohne für Amazon Prime Air
Lieferdrohne für Amazon Prime Air (Bild: Amazon)

Drohnen, die Amazon-Pakete ausliefern: Wer das Video des Internetversandhändlers anklickt, mag es zunächst für eine Parodie halten. Aber die Amerikaner sind nicht die einzigen, die einen solchen Luft-Lieferservice planen. So will der australische Buchhändler Zookal im kommenden Jahr zusammen mit dem Startup Flirtey in Sydney Bücher per Minihubschrauber ausliefern. Das US-Startup Matternet arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem Drohnennetzwerk für Entwicklungsländer, um etwa Medikamente in schwer zugängliche Dörfer zu transportieren. In Kenia startet gerade ein Millionen-Dollar-Wettbewerb rund um unbemannte Flugtransporter. Das Ziel der Flying Donkey Challenge: Teams sollen Drohnen bauen, die bis zu 60 Kilogramm schwere Pakete transportieren. Damit sollen sogar Landwirte ihre Ernte zu Märkten in der Region fliegen. Auch die Forschungsabteilungen von Transportfirmen wie etwa DHL beobachten die technische Entwicklung aufmerksam. Vom 9. bis 12. Dezember bringt der DHL-Paketkopter zu Testzwecken Medikamente an Kunden, die sich an der Aktion beteiligt haben.

Ist der Flug durch den Luftraum überhaupt gestattet?

Inhalt:
  1. Amazon Prime Air: Wie realistisch Amazons Drohnenflug ist
  2. Werden Sie automatisch gesteuert? Wer kommt für Fehlsendungen auf?

"Aus heutiger Sicht ist Amazons Vorhaben vollkommen unvorstellbar", sagt eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Drohnen dürfen in Deutschland aktuell nur manuell gesteuert werden und müssen sich stets in Sichtweite des Piloten befinden. "Angeblich sollen die Amazon-Drohnen gerade im städtischen Bereich zum Einsatz kommen. Und hier sind auch andere Flugobjekte wie Rettungs- oder Polizeihubschrauber unterwegs", heißt es seitens der DFS. So lange die Drohnen nicht in der Lage seien, sich automatisch den Regeln des Luftverkehrs anzupassen, dürften sie in Deutschland nicht auf weiten Strecken eingesetzt werden.

Drohnen als Postboten: Ist das technisch machbar?

Die Technik ist aus drei Gründen längst weit genug, um Kollisionen im städtischen Luftraum zu vermeiden. Erstens sind sogar Spielzeugdrohnen wie die AR Drone 2.0 des französischen Anbieters Parrot bereits mit GPS-Sensoren ausgestattet, die die Position der Fluggeräte jederzeit auf wenige Zentimeter genau bestimmen. Lieferdienste könnten also genaue Flugkorridore, etwa entlang von Straßen, bestimmen, durch die sich die Drohnen bewegen würden, ohne sie zu verlassen. Zweitens sind Computerchips und die Bildverarbeitung so weit entwickelt, dass sich Drohnen in der Luft gegenseitig Bälle zuwerfen, in Formation fliegen können und sogar im Flug Dinge greifen wie ein Greifvogel. Drittens sind Drohnen heute schon in der Lage, ihre Umgebung mit Radarsensoren und Kameras zu scannen, Hindernisse zu erkennen und ihnen blitzschnell auszuweichen.

Wie schnell und weit können Drohnen fliegen?

Binnen 30 Minuten will Amazon Pakete per Drohne ausliefern. Technisch dürfte das möglich sein, denn handelsübliche Octocopter fliegen heute schon 80 Kilometer pro Stunde. Obendrein können die Flieger den direkten Weg nehmen - und sind damit Transportern weit überlegen, die an jeder roten Ampel halten, oft im Stau stehen und sich durch Einbahnstraßen auf Umwegen zum Ziel navigieren.

Stellenmarkt
  1. Mathematiker, Statistiker, Aktuar im Aktuariat (m/w/d)
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring
  2. Education Coordinator (m/w/d) für Archicad
    GRAPHISOFT Deutschland GmbH, München, Nürnberg
Detailsuche

Nachteil allerdings ist die Reichweite: Amazon will bis zu 2,3 Kilogramm schwere Pakete bis zu 16 Kilometer weit transportieren. Mit mehreren Hochleistungsakkus dürfte das möglich sein; weitere Strecken können heute nur benzinbetriebene Drohnen zurücklegen. Wenn Amazon nicht nur Haushalte in der Nähe seiner Versandzentren beliefern will, müsste der Konzern also Umladestationen einrichten, an denen Drohnen entweder den Akku wechseln oder ihre Fracht an Flieger mit frischem Akku weitergeben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Werden Sie automatisch gesteuert? Wer kommt für Fehlsendungen auf? 
  1. 1
  2. 2
  3.  


comfreak 05. Dez 2013

http://www.gizmodo.co.uk/2013/12/skyjack-lets-you-hunt-down-and-hack-other-drones-from...

OmegaForce 04. Dez 2013

Gut kann sein geb ich einen Fehler meinerseits gerne zu. Ich denke alzu tief auch nicht...

OmegaForce 04. Dez 2013

Du kannst es ja gerne mal Probieren wenn du so Bock hast. Zum einen Drohne fliegt nicht...

Andre S 04. Dez 2013

Das Ding hat ganz andere Probleme als die Technik: Viel Spass beim beweisen wo das...

OmegaForce 04. Dez 2013

Nein gibt es nicht :) und nein es ist auch nicht verboten. Ein Weihnachtsgeschenk zu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Corona-Warn-App
Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro

Die Bundesregierung hat für die Corona-Warn-App bisher mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben. Derzeit gibt es besonders viele rote Warnungen.

Corona-Warn-App: Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro
Artikel
  1. Activision Blizzard: Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?
    Activision Blizzard
    Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?

    Playstation als Verlierer und Exklusivspiele für den Xbox Game Pass: Golem.de über die bislang größte Übernahme durch Microsoft.
    Eine Analyse von Peter Steinlechner

  2. Dice: Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt
    Dice
    Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt

    Ob das reicht? Das Entwicklerstudio Dice hat seine Pläne für Battlefield 2042 vorgestellt. Der Shooter hat extrem niedrige Spielerzahlen.

  3. Glasfaser in Freiburg: Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter
    Glasfaser in Freiburg
    Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter

    Um Bauwurzeln zu schonen, sollte die Telekom in Freiburg Glasfaser im Zickzack ausbauen. Das dortige Tiefbauamt lehnte den Plan des Gartenbauamtes aber ab.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED 55" 120Hz 999€ • MindStar (u.a. NZXT WaKü 129€, GTX 1660 499€) • Seagate Firecuda 530 1TB inkl. Kühlkörper + 20€ PSN-Guthaben 189,90€ • HP Omen Gaming-Stuhl 319€ • Sony Pulse 3D Wireless PS5 Headset 79,99€ • Huawei MateBook 16,1" 16GB 512GB SSD 709€ [Werbung]
    •  /