Amazon: Neue Vorwürfe der Zwangsarbeit bei Tech-Zulieferern

Ein neuer Bericht bringt Partnerunternehmen von Amazon, Apple und Tesla in Verbindung mit Zwangsarbeit.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Amazon-Produkte entstehen einem Bericht zufolge auch mit Zwangsarbeit.
Amazon-Produkte entstehen einem Bericht zufolge auch mit Zwangsarbeit. (Bild: Nicolas J Leclercq/Unsplash)

Ein neuer Bericht des Tech Transparency Project beschuldigt Amazon, weiterhin mit Zulieferern zu arbeiten, die im Verdacht stehen, Zwangsarbeiter einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe gegen fünf Firmen aus der Region Xinjiang in China.

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Amazon führt eine öffentlich verfügbare Liste seiner weltweiten Lieferkette. Diese wurde zuletzt im Juni 2021 aktualisiert. Auf einer Karte lassen sich alle Unternehmen finden, die Waren für Amazon produzieren, darunter auch Eigenmarken wie Amazon Basic. Drei dieser Zulieferer haben demnach selbst Zwangsarbeiter eingesetzt: Luxshare Precision Industry, AcBel Polytech und Lens Technology.

Amazon hat sich in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen geäußert. Man halte sich an die Gesetze und Vorschriften "und erwartet von seinen Lieferanten, dass sie sich an unsere Lieferkettenstandards halten", so eine Sprecherin. "Wir nehmen Vorwürfe über Menschenrechtsverletzungen ernst, einschließlich derer, die sich auf den Einsatz oder den Export von Zwangsarbeit beziehen. Wann immer wir Beweise für Zwangsarbeit finden oder erhalten, ergreifen wir Maßnahmen."

Amazon ist nicht das einzige Unternehmen, das von den Vorwürfen betroffen ist. Luxshare ist Hersteller von Apples Airpods, zu den Kunden von Lens Technology zählen ebenfalls Apple und Tesla. Die Vorwürfe bestehen teils seit Jahren. Schon 2020 berichteten Washington Post und Tech Transparency Project, dass Lens Technology auch uigurische Zwangsarbeiter einsetze.

Menschenrechtsverletzungen bei Geschäftspartner

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Die Vorwürfe gegen Technologieunternehmen, bei den Arbeitsbedingungen ihrer Zulieferer ein Auge zuzudrücken, ist nicht neu. Im Jahr 2020 sprach ein Bericht von 80.000 Zwangsarbeitern in chinesischen Betrieben. Die Liste der Unternehmen ist lang: Asus, Dell, Google, Huawei, Microsoft, Nintendo, Samsung und Xiaomi sind nur einige von Dutzenden Unternehmen, bei deren Produktherstellung Zwangsarbeiter tätig sein sollen.

Internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International beklagen seit Jahren schwere Verletzungen. Demnach wird die muslimische Minderheit der Uiguren im Rahmen des Programms für den Transfer von Arbeitskräften der chinesischen Regierung zu schlecht oder gar nicht bezahlter Arbeit gezwungen.

Die Uiguren sind eine muslimische Bevölkerungsgruppe, die in Chinas Gesamtbevölkerung eine Minderheit darstellt. Zehn Millionen Uiguren leben in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. In den vergangenen Jahren hat sich das Vorgehen der chinesischen Regierung unter dem Vorwurf des Separatismus verschärft. Viele Uiguren sollen in Umerziehungslagern interniert sein.

Nachtrag vom 9. März 2022, 14:05 Uhr

Wir haben den Artikel um eine Stellungnahme von Amazon ergänzt.

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