Amazon: "Mit jedem Streiktag beteiligen sich mehr Beschäftigte"
Die Verdi-Mitglieder bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld sind zum dritten Mal in einem Tagesstreik. Das hat die Dienstleistungsgewerkschaft am 3. Juni 2013 erklärt(öffnet im neuen Fenster). Die Geschäftsführung bezeichnet Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. "Wir haben einen langen Atem und mit jedem Streiktag beteiligen sich mehr Beschäftigte", sagte Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Schiederig aus Hessen.
Der Streik begann mit der Frühschicht und endet mit dem Arbeitsende in der Spätschicht.
Amazon bezahlt die Beschäftigten nach dem "Amazon-Vergütungssystem", das je nach Standort unterschiedlich ist. Die Bezahlung liegt laut Verdi aber deutlich unter dem Tarifentgelt, das für die Branche des Versandhandels in Sachsen oder Hessen gilt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.
Amazon-Sprecherin Christine Höger hatte Golem.de am 15. Mai erklärt: "Amazons Versandzentren sind Logistikunternehmen, die Kundenbestellungen ausführen. Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren liegen mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist: mindestens 9,30 Euro plus Boni im ersten Jahr, über 10 Euro im zweiten plus Unternehmensaktien nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit."
Die Verdi-Mitglieder wollen auch ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Nachtarbeitszuschläge und Sonn- und Feiertagszuschläge durchsetzen. Bad Hersfeld hat rund 3.300 Beschäftigte, von denen 1.300 befristet sind, in Leipzig hat Amazon rund 2.000 Mitarbeiter, davon rund 600 mit einem befristeten Vertrag.



