Amazon: "Keine Angst mehr" vor Streiks

Vor genau sechs Jahren begannen die Lagerarbeiter bei Amazon zu streiken. Laut einem ehemaligen Betriebsrat haben sie dadurch bereits einiges erreicht, was über die Forderungen hinausgeht. Einen Tarifvertrag allerdings noch immer nicht.

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Streikende haben einen langen Atem.
Streikende haben einen langen Atem. (Bild: Verdi)

Am 14. Mai 2013 traten an den Amazon-Standorten Bad Hersfeld und Leipzig Beschäftigte zum ersten Mal in einen Tagesstreik. Sechs Jahre nach den ersten ganztägigen Streiks bei Amazon in Deutschland ziehen Beteiligte eine positive Bilanz der Protestaktionen, die bis heute regelmäßig den Betrieb des weltgrößten Onlinehändlers stören, den Betrieb der Standorte allerdings nicht komplett lahmlegen.

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"In den Anfangstagen waren viele verschüchtert und ängstlich. Heute haben sie keine Angst mehr, mit einem Manager in die Diskussion zu treten oder für Streiks aus dem laufenden Betrieb herauszugehen", sagte der frühere Amazon-Betriebsrat im nordrhein-westfälischen Rheinberg und heutige Verdi-Sekretär Tim Schmidt der Zeitung Neues Deutschland.

Laut Schmidt haben die Arbeitskämpfe zu regelmäßigen Lohnerhöhungen, "vernünftigen" Kantinen, verbesserter Klimatisierung in den Lagerhallen, Weihnachtsgeld und besserem Gesundheitsschutz geführt. Zudem hätten sie die Mitarbeiter gestärkt und eine zunehmende Vernetzung der Standorte über Ländergrenzen hinweg bewirkt.

Tarifvertrag noch nicht abgeschlossen

Hauptziel der Streiks bleibt allerdings ein Tarifvertrag. "Bislang gehen den Kolleginnen und Kollegen noch ein paar Tausend Euro im Jahr verloren", sagte Schmidt. Eine konkrete Maßnahme durch die Politik wäre, die Tarifverträge leichter allgemeinverbindlich zu erklären. "Dann würde der Einzelhandelstarifvertrag branchenweit gelten, also auch für Amazon."

Amazon verweigert weiter jedes Gespräch mit der Gewerkschaft. Amazon begründet dies damit, dass auch ohne Gewerkschaft mit den Beschäftigten intensiv kommuniziert werde.

Bleibe das so, sollen die Proteste und Streiks auch in den nächsten Jahren weitergehen. "Von Anfang an war klar: Dieser Kampf wird nicht in fünf Jahren beendet sein", sagt Schmidt. Er will "den Kessel am Kochen halten und den Organisationsgrad weiter erhöhen." Die Verantwortlichen bei Amazon müssten morgens aufwachen und denken: "Gehen die mir auf die Nerven, ich rede besser mal mit denen."

Amazon betont, auch ohne Tarifvertrag ein sozialer Arbeitgeber zu sein. Amazon-Sprecher erklären stets, dass die Streiks keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens hätten, denn die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiter arbeite normal. Amazon führe an allen Standorten jährlich eine Lohnüberprüfung durch, was nichts mit der Streikbewegung zu tun habe. Zum Lohn hinzu kämen eine variable Bonuszahlung, Aktien, eine Jahressonderzahlung, eine kostenlose Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Möglichkeit, an einer betrieblichen Altersvorsorge teilzunehmen.

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Anonymer Nutzer 15. Mai 2019

Weil Verdi es ihnen einredet. Verdi braucht diese Werbung.

Anonymer Nutzer 15. Mai 2019

Immerhin treibt Verdi so den Fortschritt voran. Zu was anderem ist der Verein von...

Anonymer Nutzer 14. Mai 2019

Falsches Argument. Man kann sehr wohl an beiden gleichzeitig arbeiten ohne beide Themen...


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