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Amazon: Käufer eines Echo oder Fire TV zahlen nur Herstellungskosten

Im Wettbewerb um smarte Lautsprecher hat es die Konkurrenz schwer. Denn Amazon verlangt nach eigenen Angaben vom Käufer lediglich die Herstellungskosten für das Gerät. Im Interview äußerte sich der Chef der Amazon-Gerätesparte auch zu Alexa-Datenschutzfragen.

Artikel veröffentlicht am ,
David Limp ist bei Amazon für Echo-Geräte verantwortlich.
David Limp ist bei Amazon für Echo-Geräte verantwortlich. (Bild: Brian Ach/Getty Images for Wired)

Es ist nicht so, dass Amazon mit Echo, Fire TV, Fire Tablet oder Kindle kein Geld verdienen will. Allerdings errechnet sich der Gewinn nicht aus dem Verkaufspreis des Geräts. "Wenn wir Hardware verkaufen, versuchen wir nicht, einen wirtschaftlichen Profit daraus zu schlagen - wir verlangen nur so viel, wie uns die Herstellung gekostet hat", sagte David Limp im Gespräch mit Zeit Online. Limp ist bei Amazon der Chef für die selbst entwickelten Geräte und verspricht, dass es dem Online-Kaufhaus nicht darum gehe, den Wunsch der Kunden nach billigen Produkten zu stillen. Nur wenn die Amazon-Produkte jahrelang verwendet würden, verdiene Amazon Geld damit. Wie das vor allem bei den Echo-Geräten abläuft, bleibt in dem Gespräch offen.

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Hierbei setzt Amazon offenbar darauf, dass die Kunden auf den Amazon-Geräten vor allem die Dienste des Online-Kaufhauses nutzen. Im Fall des E-Book-Readers Kindle sind es die E-Book-Inhalte von Amazon, beim Fire TV ist es der Prime-Videodienst und bei den Echo-Lautsprechern ist es der eigene Musikstreamingdienst. Kunden können ihre Fire-TV- und Echo-Geräte allerdings auch ganz ohne Amazon-Dienste nutzen, so dass der Plan von Amazon in dem Fall nicht aufgeht.

Nach Aussage von Limp wäre es schlecht für Amazon, wenn Kunden "das Gerät zu Hause in die Schublade legen und nicht benutzen". Dieses Credo zeigt sich auch bei den Amazon-Geräten, die auch nach Jahren noch Software-Updates erhalten - nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Vor allem im Smartphone- und Tablet-Markt ist es nicht ungewöhnlich, wenn ein Gerät schon nach einem Jahr keine Aktualisierungen mehr erhält. Sogar Oberklasse-Produkte bekommen unter Umständen schon nach zwei Jahren keine großen Software-Updates mehr.

Das Problem beschreibt Limp folgendermaßen: "Mit diesem Geschäftsmodell stehen wir im Kontrast zu der großen Mehrheit der Konsumelektronik-Hersteller, die ausschließlich mit dem Verkauf von Geräten Profit erzielen. Die meisten Smartphone-Hersteller sind darauf aus, dass Sie möglichst bald wieder ein neues Smartphone kaufen. Mir hingegen geht das Herz auf, wenn ich einen zehn Jahre alten Kindle sehe."

Es bleibt offen, wie Limp hier den Herstellungspreis definiert. Denn Amazon verkauft vor allem die Echo-Lautsprecher auch immer mal wieder unterhalb des Listenpreises. Besonders häufig können Prime-Kunden von vergünstigten Angeboten bei den Echo-Geräten profitieren. Ob diese dann für weniger als die Herstellungskosten abgegeben werden oder ob der reguläre Preis doch darüber liegt, ist nicht bekannt.

Vor allem im Bereich smarter Lautsprecher dürften Dritthersteller nicht gerade begeistert sein. Wenn diese einen Alexa-Lautsprecher anbieten, müssen sie sich bereits damit abfinden, dass Käufer nicht den vollen Alexa-Funktionsumfang erhalten. So stehen Anruf- und Multiroom-Funktionen nur für die Amazon-Geräte zur Verfügung und die Nutzung von Spotify auf Zuruf ist keinesfalls bei allen Alexa-Lautsprechern anderer Hersteller vorhanden.

Erschwerend kommt dazu, dass die Dritthersteller kaum Gewinn mit dem Geräteverkauf einplanen können, wenn sie preislich gegen die Amazon-Geräte bestehen wollen. Hier bleibt den Herstellern nur die Flucht in den Bereich höherpreisiger Lautsprecher, in diesem Geschäftsfeld ist Amazon bislang nicht aktiv. Hier tummeln sich unter anderem Sonos, Onkyo, Panasonic und JBL, die derzeit die Klangreferenz bei smarten Lautsprechern liefern und auch Apples Homepod ausstechen.

Amazon würde Alexa-Daten nie verkaufen

In dem Gespräch geht Limp auch darauf ein, wie Amazon mit den Alexa-Daten seiner Kunden umgeht und wie wichtig diese für das Unternehmen sind. Jeder Kunde sei besorgt, wenn es um seine Daten geht. Das sei eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit. "Das Kundenvertrauen ist entscheidend für unseren Erfolg. Deshalb speichern wir Kundendaten von Alexa am sichersten Ort bei Amazon - dort, wo auch Ihre Kreditkartendaten landen. Wir würden diese Daten nie verkaufen", verspricht der Amazon-Manager.

Amazon ist sich bewusst, wie wichtig das Vertrauen der Kunden ist. "Wenn wir implizit oder explizit etwas tun würden, das dieses Vertrauen verletzt, wäre das furchtbar für unser Geschäft", ist sich Limp sicher. Er verantwortet bei Amazon nicht nur das Gerätegeschäft, sondern ist auch für Alexa verantwortlich, der digitale Assistent des Online-Kaufhauses, der vor allem auf smarten Lautsprechern zum Einsatz kommt.

Angesprochen auf die Qualitäten von Alexa räumt Limp ein, dass der digitale Assistant noch längst nicht da ist, wo er einmal sein soll. Die Nutzer müssen sich an die Sprachassistenten anpassen, damit sie verstanden werden. Limp räumt ein, dass künstliche Intelligenz noch immer sehr aktionsgetrieben agiere. Die Nutzer stellen eine Frage und erhalten darauf eine Antwort. Menschen unterhielten sich "viel dialogorientierter". "Wir verstehen Betonungen und Zusammenhänge, können uns daran erinnern, was wir vor ein paar Minuten besprochen haben. Computer müssen erst lernen, wie man Gespräche führt", erklärt Limp.

Um Kontexte zu verstehen und sich an frühere Fragen zu erinnern, müsse künstliche Intelligenz erst eine Art Kurzzeitgedächtnis erhalten, meint Limp. Er ging nicht weiter auf das Problem ein, dass sich die Alexa-Kunden ganz gezielt an vorgegebene Befehlsstrukturen halten müssen, damit die Geräte das Gewünschte erledigen.

Amazon arbeite derzeit daran, Alexa-Skills miteinander zu verknüpfen. Sie sind so etwas wie Apps für Alexa, um dem Dienst mehr Funktionen zu verschaffen. Die Skills stammen von Drittanbietern und können auf Zuruf aktiviert werden. Bisher können sie nur nacheinander aufgerufen werden. Amazon arbeite nach eigenen Angaben daran, Skills miteinander verknüpfen zu können. Nähere Angaben macht Limp dazu nicht.



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Dedl 26. Jun 2018

Du bist nicht alleine;) Entweder das vom "Drachenlord" ist Satire, oder der ist wirklich...

DY 26. Jun 2018

Eben ,was Du beschreibst ist richtig. Und der Bericht, die sog. Internviews und Aussagen...

Dedl 26. Jun 2018

Der Dot kostet im Standard eigentlich 60¤. Damit macht Amazon garantiert noch Gewinn...

NachDenker 26. Jun 2018

...und ihrer Seele (fals sie noch eine haben)

uschatko 25. Jun 2018

Doch werden schon etwas verdienen, aber Hersteller ist Amazon und gibt es entsprechend...


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