Amazon: Jeff Bezos unterstützt höhere Unternehmenssteuer

Ein höherer Steuersatz soll ein Infrastrukturprogramm in den USA finanzieren. Bislang hat sich Amazons Ex-CEO eher nicht zu politischen Themen geäußert.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Jeff Bezos, Gründer von Amazon
Jeff Bezos, Gründer von Amazon (Bild: Reuters)

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon steht seit langem wegen Steuervermeidung in der Kritik, jetzt spricht sich ausgerechnet Ex-CEO Jeff Bezos für höhere Abgaben aus. "Wir unterstützen eine Anhebung des Unternehmenssteuersatzes", erklärte Bezos am Dienstag (Ortszeit) in einer im Firmenblog von Amazon veröffentlichten Stellungnahme.

Der Multimilliardär ermutigte Kongress und Regierung zu einer "richtigen, ausgewogenen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der USA aufrechterhält oder erweitert". Die Aussagen von Bezos erfolgen vor dem Hintergrund eines billionenschweren Infrastruktur-Investitionsprogramms, das US-Präsident Joe Biden plant und das zum Teil durch stärkere Unternehmensbesteuerung finanziert werden soll.

Die Debatte um höhere Abgaben an den Fiskus war am 5. April 2021 durch US-Finanzministerin Janet Yellen weiter angefacht worden, die einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen forderte. Der Vorschlag dürfte auch bei der Videokonferenz der G20-Finanzminister am 7. April 2021 ein Thema sein.

Amazon steht unter Druck

Dass Bezos oder Amazon sich öffentlich zu politisch brisanten Themen äußern, ist eigentlich ungewöhnlich. Allerdings steht der Konzern unter Druck und kann positive PR derzeit gut gebrauchen. US-Präsident Biden hatte Amazon jüngst bei einer Rede als eines der Unternehmen gerügt, die gesetzliche Schlupflöcher nutzen, um Steuerzahlungen zu vermeiden.

Außerdem ließ eine Abstimmung in Alabama, durch die erstmals eine US-Gewerkschaft Einzug bei Amazon erhalten könnte, die Debatte um die Arbeitsbedingungen des Konzerns wieder hochkochen. Jüngst machten Aussagen zu Mitarbeitern die Runde, die aus Zeitgründen in Flaschen urinieren müssen.

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