Amazon-Händler vs. Kunde: Anwalt hält Schadensersatzforderung für zu hoch

Die Klage eines Amazon-Händlers gegen einen seiner Kunden sorgt für Verunsicherung. Dabei zeigen sich einige Ungereimtheiten. Der Rechtsanwalt Christian Solmecke hält nicht nur den geforderten Schadensersatz für zu hoch, sondern glaubt auch, dass der Falsche auf der Anklagebank landet.

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Amazon-Händler verlangt 70.000 Euro Schadensersatz von seinem Kunden.
Amazon-Händler verlangt 70.000 Euro Schadensersatz von seinem Kunden. (Bild: Adem Altan/AFP/Getty Images)

Nachdem bekannt wurde, dass ein Amazon-Händler gerichtlich gegen einen seiner Kunden vorgeht, weil ihm das Verkäuferkonto bei Amazon gesperrt wurde, gibt es einige Unsicherheit. Der Rechtsanwalt Christian Solmecke benennt im Gespräch mit Golem.de einige Ungereimtheiten in dem Fall.

War die Bewertung wahr?

Inhalt:
  1. Amazon-Händler vs. Kunde: Anwalt hält Schadensersatzforderung für zu hoch
  2. Warum hat der Händler nicht Amazon verklagt?

Wenn der Fall vor Gericht kommt, müsse zunächst einmal geprüft werden, ob die abgegebene Bewertung wahr oder falsch sei, so Solmecke. "Darüber hinaus können Bewertungen auch noch untersagt werden, wenn sie beleidigenden Inhalt haben oder als Schmähkritik zu werten sind. Im vorliegenden Fall ist dies jedoch nicht gegeben", erläutert der Anwalt. Ganz klar stelle die Kundenbewertung eine freie Meinungsäußerung dar.

Solmecke sieht die Option, "die streitgegenständliche Amazon-Bewertung auch in zwei Teile" zu teilen. Denn einerseits könnte die Sternchen-Bewertung als Meinungsäußerung betrachtet werden. Diese sei grundrechtlich geschützt und damit zulässig. Die Aussage über die fehlerhafte Bedienungsanleitung könnte dann unter Umständen eine unwahre Tatsachenbehauptung darstellen.

Warum hat Amazon das Verkäuferkonto gesperrt?

Das Gericht müsste in diesem Zusammenhang noch klären, weshalb Amazon das Verkäuferkonto des Händlers gesperrt hat. "Erfolgte die Sperrung aufgrund der Aussage zur Bedienungsanleitung, könnte ein Schadensersatzanspruch wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung des Unternehmens tatsächlich dem Grunde nach gegeben sein", so Solmecke. Er ergänzt: "Erfolgte die Sperrung jedoch allein aufgrund der Sternchen-Bewertung, so kann dem Kunden kein Vorwurf gemacht werden."

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Solmecke hält es für schwierig, nachzuweiesen, aus welchem genauen Grund Amazon das Verkäuferkonto gesperrt hat. Falls der Händler schon viele negative Bewertungen erhalten hat, kann "der Kunde nicht allein verantwortlich gemacht werden".

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Warum hat der Händler nicht Amazon verklagt? 
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SusanneW 17. Jun 2015

Ja bei Amazon ist alles sehr aufgesetzt. Von Kundenfreundlichkeit kann da keine Rede...

Darkerer 04. Mai 2014

Amazon ist Groß und kann sich Wehren, der Kunde ist oft klein und kann sich weniger...

Galde 29. Apr 2014

Es wird nicht jedes Teil einzeln versendet. Die Sauerei ist ja dass zwar jedes Teil...

ex-amazon-jünger 28. Apr 2014

Siehe hierzu auch Bericht vom Bayerischen Rundfunk auf youtube: http://m.youtube.com...



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