Amazon: Grüne wollen Onlinehandel am Sonntag einschränken
Die Grünen in Niedersachsen wollen das Online-Shopping und die Arbeit von Callcentern an Sonntagen einschränken. Ein entsprechender Änderungsantrag soll in das Landtagswahlprogramm aufgenommen werden, über das die Delegierten am nächsten Wochenende abstimmen wollen, wie Grünen-Landeschef Stefan Körner der Nachrichtenagentur dpa sagte. Eine Sprecherin des Landesverbands der Grünen bestätigte Golem.de den Bericht. Der Antrag sei online für jeden verfügbar.
Demnach sollen Online-Käufer künftig zwar weiterhin am Sonntag Bestellungen aufgeben können. "Es ist aber ausreichend, wenn die Bearbeitung der Bestellung am Montag passiert. Die Mitarbeiter müssen nicht das ganze Wochenende bereitstehen" , sagte Körner. Die Grünen wollten damit "den Sonntag verteidigen" . Es gehe ihnen aber auch um gleiche Wettbewerbsbedingungen für Einzelhandel und Online-Vertrieb.
Pizza soll nicht bis Montag liegen bleiben
Eine Verdi-Sprecherin sagte Golem.de: "Bei Amazon wird sonntags nicht gearbeitet. Amazon hatte im Jahr 2015 für mehrere Standorte Sonntagsarbeit beantragt, wir sind dagegen gerichtlich vorgegangen und haben in allen Eilverfahren Recht bekommen."
Ein Verdi-Landesverband begrüßte den Vorstoß(öffnet im neuen Fenster) des niedersächsischen Landesverbandes der Grünen. "Über die Darstellung in der Presse zur Initiative der Grünen gegen Sonntagsarbeit sind wir erstaunt" , sagte Detlef Ahting, Verdi-Landesleiter Niedersachsen-Bremen. "Es geht um den Schutz der Sonntagsruhe und um den Schutz der Beschäftigten, keineswegs um das Verhindern von Online-Bestellungen."
Es sei unbestreitbar, dass Berufsgruppen wie Pflegepersonal, Feuerwehr oder Notdienste bis hin zur Gastronomie und Kultur notwendigerweise Sonntagsarbeit leisten müssten, erklärte Ahting. Deshalb würde auch der Pizza-Bringdienst mit der Auslieferung nicht bis Montag warten müssen.



