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Amazon: Grüne wollen Onlinehandel am Sonntag einschränken

Am Sonntag soll im Onlinehandel nicht mehr gearbeitet werden. Das fordert ein Landesverband der Grünen. Doch das geschieht ohnehin kaum, obwohl Amazon versucht hat, Sonntagsarbeit durchzusetzen.
/ Achim Sawall
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Amazon-Standort in Koblenz (Bild: Wolfgang Rattay/Reuters)
Amazon-Standort in Koblenz Bild: Wolfgang Rattay/Reuters

Die Grünen in Niedersachsen wollen das Online-Shopping und die Arbeit von Callcentern an Sonntagen einschränken. Ein entsprechender Änderungsantrag soll in das Landtagswahlprogramm aufgenommen werden, über das die Delegierten am nächsten Wochenende abstimmen wollen, wie Grünen-Landeschef Stefan Körner der Nachrichtenagentur dpa sagte. Eine Sprecherin des Landesverbands der Grünen bestätigte Golem.de den Bericht. Der Antrag sei online für jeden verfügbar.

Demnach sollen Online-Käufer künftig zwar weiterhin am Sonntag Bestellungen aufgeben können. "Es ist aber ausreichend, wenn die Bearbeitung der Bestellung am Montag passiert. Die Mitarbeiter müssen nicht das ganze Wochenende bereitstehen" , sagte Körner. Die Grünen wollten damit "den Sonntag verteidigen" . Es gehe ihnen aber auch um gleiche Wettbewerbsbedingungen für Einzelhandel und Online-Vertrieb.

Pizza soll nicht bis Montag liegen bleiben

Eine Verdi-Sprecherin sagte Golem.de: "Bei Amazon wird sonntags nicht gearbeitet. Amazon hatte im Jahr 2015 für mehrere Standorte Sonntagsarbeit beantragt, wir sind dagegen gerichtlich vorgegangen und haben in allen Eilverfahren Recht bekommen."

Ein Verdi-Landesverband begrüßte den Vorstoß(öffnet im neuen Fenster) des niedersächsischen Landesverbandes der Grünen. "Über die Darstellung in der Presse zur Initiative der Grünen gegen Sonntagsarbeit sind wir erstaunt" , sagte Detlef Ahting, Verdi-Landesleiter Niedersachsen-Bremen. "Es geht um den Schutz der Sonntagsruhe und um den Schutz der Beschäftigten, keineswegs um das Verhindern von Online-Bestellungen."

Es sei unbestreitbar, dass Berufsgruppen wie Pflegepersonal, Feuerwehr oder Notdienste bis hin zur Gastronomie und Kultur notwendigerweise Sonntagsarbeit leisten müssten, erklärte Ahting. Deshalb würde auch der Pizza-Bringdienst mit der Auslieferung nicht bis Montag warten müssen.


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