Amazon Go: Kassenloser Supermarkt scheitert im Praxistest
Viel mehr als 20 Kunden dürfen es nicht werden, dann kommt der kassenlose Supermarkt von Amazon durcheinander. Das Überwachen der Kundenaktivitäten scheitert. Dadurch hat sich die Einführung von Amazon Go auf unbestimmte Zeit verschoben.
Amazon will das Einkaufen im Supermarkt revolutionieren, muss aber erstmal einen herben Rückschlag für das ambitionierte Projekt verkraften. Auf unbestimmte Zeit wurde der Start eines kassenlosen Supermarkts namens Amazon Go aus technischen Gründen verschoben, berichtet das Wall Street Journal mit Verweis auf Personen, die mit dem Projekt betraut sind. In Amazons Supermarkt-Konzept werden Kunden umfangreich überwacht. Aber das scheitert, sobald sich mehr als etwa 20 Kunden im Laden aufhalten.
In der Theorie werden alle Kunden in einem Amazon-Go-Supermarkt mit etlichen Sensoren überwacht. Das System soll bemerken, wenn Kunden Waren aus dem Regal nehmen oder Artikel wieder zurückstellen. Sobald Artikel im Einkaufswagen landen, werden diese in den digitalen Warenkorb des Kundenkontos gelegt. Sobald der Kunde den Supermarkt verlässt, wird einfach der digitale Warenkorb abgerechnet - der Kunde muss keine Waren auf ein Kassenband legen.
Rundumüberwachung scheitert
In der Praxis funktioniert die Rundumüberwachung der Kunden allerdings nicht. Bereits etwas mehr als 20 Kunden brächten das System durcheinander, heißt es. Seit Dezember 2016 haben Amazon-Angestellte einen Prototyp des Supermarkts getestet und sind dabei noch auf etliche Probleme gestoßen. Angeblich soll die Technik reibungslos funktionieren, wenn weniger als etwa 20 Kunden im Laden sind.
Sobald es aber mehr Kunden werden, werde es immer schwerer, noch den Aufenthaltsort der Kunden korrekt zu ermitteln. Zudem könnte dann nicht mehr zweifelsfrei erkannt werden, welche Artikel die Kunden aus den Regalen nehmen. Die Kunden müssten sich sehr langsam bewegen, damit die Beobachtung der Kunden weiterhin einwandfrei funktioniert. Damit ist die Technik hinter den Go-Supermärkten derzeit nicht praxistauglich.
Termin für Amazon Go unklar
Eigentlich sollte der erste Go-Supermarkt Ende März 2017 eröffnet werden. Nun wurde die Eröffnung auf unbestimmte Zeit verschoben. Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Go-Supermarkt auch künftig noch Angestellte benötigen wird, die darauf achten, dass alle Einkäufe korrekt vom System beobachtet werden.
Prinzipiell setzt der Einkauf bei Amazon Go ein Smartphone mit der passenden Amazon-App voraus. Beim Betreten des Ladens melden sich die Kunden mit ihrem Amazon-Konto an und werden während des Einkaufs darüber identifiziert. Das Go-System merkt sich, welche Artikel der Kunde in seinen realen Einkaufskorb gelegt hat, beim Verlassen des Supermarkts wird die zu bezahlende Summe vom Amazon-Konto abgebucht.
Damit will Amazon erreichen, dass Kunden nicht mehr an einer Kasse anstehen müssen, der Einkauf soll schneller möglich sein. Ganz ohne Wartezeit wird es aber wohl nicht gehen. Wartezeit kann entstehen, wenn viele Kunden den Laden betreten wollen und es dadurch bei der Anmeldung zu Wartezeiten kommt. Im Unterschied zu einem klassischen Supermarkt soll der Kunde vor dem Betreten des Ladens sehen, ob er warten muss. Und nicht erst, wenn er den Supermarkt verlassen möchte.
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Nö. Aber deine Fragestellung: impliziert betrügerische Absichten. Und das ist natürlich...
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