Amazon: Es wird keinen neuen Fire TV Stick mit Fire OS geben
Amazon fällt mit einem sonderbaren Kommunikationsverhalten auf: Obwohl das Unternehmen in Entwicklerunterlagen offiziell bereits seit Oktober 2025 darauf hinweist, dass neue Fire TV Sticks mit Vega OS erscheinen werden, tut das Unternehmen bei Pressenachfrage so, als ob das noch nicht entschieden sei.
Vergangene Woche zitierte Lowpass etliche Quellen mit dem Hinweis, dass Amazon auch nach dem neuen Fire TV Stick HD alle künftigen Modelle aus der Fire-TV-Stick-Produktreihe nur noch mit Vega OS auf den Markt bringen wolle. Auf Nachfrage des Magazins wollte Amazons Presseabteilung das nicht bestätigen.
Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) bemerkte, dass Amazon in Entwicklerunterlagen auskunftsfreudiger ist(öffnet im neuen Fenster): "Angefangen mit dem Fire TV Stick 4K Select werden alle künftigen Fire TV Sticks auf Vega laufen", heißt es darin.
Neue Fire-TV-Geräte mit Fire OS nicht ausgeschlossen
Als Amazon mit dem Fire TV 4K Select im Herbst 2025 ein erstes Fire-TV-Gerät mit Vega OS vorstellte, betonte das Unternehmen, dass weiterhin neue Fire-TV-Produkte mit Fire OS erscheinen werden. Amazon bietet auch Smart-TVs an, und mit dem Fire TV Cube gibt es ein weiteres externes Streaminggerät. Nach den derzeit vorliegenden Informationen werden neue Modelle noch mit Fire OS laufen.
Das aktuelle Modell des Fire TV Cube (g+) kam Ende 2022 auf den Markt und es wäre möglich, dass im Herbst 2026 ein überarbeitetes Modell erscheint.
Trotz Vega OS steigt der Gerätepreis
Laut Amazon ist Vega OS vornehmlich für Produkte entwickelt, die möglichst preiswert angeboten werden sollen. Davon merken Kunden bei der Vorstellung des neuen Fire TV Stick HD allerdings nichts. Das neue Modell kommt sogar zum gleichen Preis wie das Vorgängermodell auf den Markt. Käufer erhalten also keine geringeren Anschaffungskosten.
Ganz im Gegenteil: Der Fire TV Stick HD ist bei der Hardwareausstattung sogar eindeutig schlechter, so dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich verschlechtert. Denn Amazon lässt beim neuen Modell sowohl das USB-Netzteil als auch die HDMI-Verlängerung weg. Allein für das Netzteil verlangt Amazon 20 Euro(öffnet im neuen Fenster), und die HDMI-Verlängerung ist im deutschen Amazon-Shop nicht zu finden. In den USA kostet der HDMI-Extender(öffnet im neuen Fenster) 5,99 US-Dollar. Wer diese Dinge benötigt, zahlt also beim neuen Modell rund 25 Euro mehr als beim Fire-TV-Modell mit Fire OS.
Vega OS hat im Vergleich mit Fire OS viele Nachteile
Im Test des Fire TV Stick 4K Select (g+) zeigten sich viele Nachteile. Es war das erste Fire-TV-Modell mit Vega OS: Die sonst üblichen Toneinstellungen Nachtmodus und Dialogverstärkung sowie alle Alexa-Heimkinofunktionen fehlten, und es gab kein Matter Casting. Außerdem dekodiert das Select-Modell keine Dolby-Signale mehr, was bei der Alexa-Nutzung zu unschönen Effekten führt.
Generell bieten Geräte mit Vega OS kein Sideloading von Apps mehr. Es können also nur Apps aus Amazons Store installiert werden. Die Auswahl an Apps für Vega OS ist dabei wesentlich geringer als für Geräte mit Fire OS. Im Unterschied zu bisherigen Fire-TV-Geräten mit Fire OS lassen sich zudem keine USB-Speicher mehr an den Vega-OS-Geräten betreiben.
Bei der Vorstellung des zweiten Fire-TV-Modells mit Vega OS unternimmt Amazon alles, um den Einsatz des Betriebssystems zu verschweigen. Weder in Pressematerialien noch auf der Produktseite taucht der Begriff auch nur einmal auf. Lediglich der Hinweis auf das fehlende Sideloading liefert Eingeweihten den entscheidenden Hinweis, dass es sich um ein Gerät mit Vega OS handelt.
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