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Amazon: Bis zu 25 Prozent der Käufer benutzen Alexa nur eine Woche

Neben dem Datenschutz hat Alexa auch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Ihre Nutzer finden sie laut internen Dokumenten schnell langweilig.
/ Moritz Tremmel
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Wird häufig nicht aktiv genutzt: Echo Dot. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Wird häufig nicht aktiv genutzt: Echo Dot. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Wie jedes Jahr zu Weihnachten bewirbt und verkauft Amazon etliche seiner smarten Echo-Lautsprecher. Doch nach internen Dokumenten macht sich Amazon sorgen um das Wachstum und die Nutzerbindung. Demnach verlieren viele Alexa-Nutzer schnell die Lust an ihrer Sprachassistentin, ein beträchtlicher Teil sogar schon im Januar nach dem Weihnachtsgeschäft.

Das Magazin Bloomberg beruft sich auf interne Dokumente von Amazon(öffnet im neuen Fenster) : Demnach soll es Jahre geben, in denen 15 bis 25 Prozent der neuen Alexa-Nutzer bereits in der zweite Woche ihr Gerät nicht mehr aktiv genutzt haben. In einer internen Statistik liegen die Nutzer, die ihren smarten Lautsprecher mindestens einmal die Woche mit einem Bildschirmgerät benutzen, bei 74 Prozent. Beim Echo sind es nur 66, beim Echo Dot sogar nur 56 Prozent.

Dabei war es Amazons Ziel, mit Alexa eine enge Beziehung zwischen den Nutzern und Amazon-Diensten aufzubauen und auf vielfache Weise zu profitieren. Doch obwohl die Verkäufe beträchtlich waren und rund 25 Prozent der US-Haushalte mindestens ein Alexa-Gerät besitzen, werden die sprachgesteuerten Geräte hauptsächlich zum Abspielen von Musik, zum Einstellen eines Timers oder zum Einschalten des Lichtes verwendet.

Nur zwei Drittel nutzen ihren Echo mindestens einmal die Woche

In einem Planungsdokument stellten Amazon-Angestellte für 2019 fest, dass Alexa-Nutzer die Hälfte der Funktionen, die sie je benutzen werden, innerhalb von drei Stunden nach Aktivierung des Gerätes entdecken. Dabei sollten die ständig erweiterten Skills eigentlich für eine rege Nutzung sorgen.

Rund 10.000 Angestellte arbeiten an Alexa. Insgesamt würde für 2021 mit Fixkosten von 4,2 Milliarden US-Dollar gerechnet, so die internen Dokumente. Den Verlust pro Gerät schätzte das Unternehmen für das Jahr 2021 auf 5 US-Dollar. Bis 2028 hofft das Unternehmen 2 US-Dollar Gewinn pro Gerät zu erwirtschaften.

Auf Nachfrage von Bloomberg widerspricht die Amazon-Sprecherin Kinley Pearsall: "Die Behauptung, dass sich das Wachstum von Alexa verlangsamt, ist nicht korrekt" und weiter: "Tatsache ist, dass Alexa weiter wächst – wir sehen einen Anstieg der Kundennutzung, und Alexa wird in mehr Haushalten auf der ganzen Welt genutzt als je zuvor."

Großes Markt-Wachstum bei smarten Lautsprechern vorbei

Doch in einer internen Analyse des Marktes für smarte Lautsprecher aus dem vergangenen Jahr, aus der Bloomberg zitiert, kommt Amazon zu einem anderen Schluss: Demnach habe der Markt seine Wachstumsphase hinter sich gelassen. Entsprechend rechnet Amazon nur mit einem Wachstum von 1,2 Prozent pro Jahr.

Ein Grund dafür könnten auch öffentlichkeitswirksame Fehler sein, bei denen Alexa Befehle falsch interpretiert und beispielsweise Gesprächsaufzeichnungen an Kontakte geschickt hatte. Aber auch die Enthüllungen rund um das Analysieren der Kunden-Sprachbefehle durch Amazon-Angestellte sowie andere Datenschutzprobleme bereiten Amazon Sorgen. In Deutschland dürfte die Perspektive auf die Geräte ohnehin kritischer sein als in den USA. Die Probleme betreffen jedoch auch andere Hersteller wie Google oder Apple .


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