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Amazon: Bezos kauft Schweizer Laufroboter für die letzte Meile

Amazon hat das Zürcher Robotik -Start-up Rivr übernommen. Es baut vierbeinige Lieferroboter, die Treppen, Bordsteine und enge Eingänge meistern.
/ Michael Linden
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Rivr 2 (Bild: Rivr)
Rivr 2 Bild: Rivr

Bringt bald ein vierbeiniger Lieferroboter mit Rollen das Amazon-Paket anstelle des Paketauslieferers vor die Tür? Das Zürcher Robotik-Start-up Rivr hat ein solches Gerät gebaut, nun wurde es von Bezos Expeditions übernommen, Jeff Bezos' Investmentfirma. Das berichtet The Information.(öffnet im neuen Fenster)

Rivr ist kein reines Laborprojekt. Das Zürcher Start-up hat seine Maschinen bereits auf echten Straßen getestet – in Großbritannien, in der Schweiz und in Pilotprojekten mit Just Eat Takeaway(öffnet im neuen Fenster) und Migros Online(öffnet im neuen Fenster) sowie der Schweizer Post. Amazons Interesse war dabei kein Geheimnis: Das Unternehmen und Bezos Expeditions beteiligten sich bereits im August 2024 an einer Finanzierungsrunde, die Rivr mit 110 Millionen Dollar bewertete.

Was kann der Roboter? – Vier Beine, Räder und ein cleveres Ladesystem

Rivrs aktuelles Modell heißt Rivr Two(öffnet im neuen Fenster) . Es kombiniert Beine und Räder, um Hindernisse zu überwinden, an denen reine Radroboter scheitern. Das Gerät wird oben beladen, fährt zum Ziel, setzt sich hin und gibt das Paket nach unten ab – ohne, dass jemand die Ladeluke öffnen muss.

Bis zu 55 Liter Ladevolumen sind ausreichend, um die meisten Pakete und Lebensmittellieferungen abzudecken. Das Konzept soll nicht den Lieferwagen ersetzen, sondern den letzten Abschnitt, die sprichwörtlichen letzten 100 Meter automatisieren.

Warum ist das wichtig? – Amazon will den Lieferanten auf der letzten Meile loswerden

Amazon betreibt bereits eine Million Roboter in seinen Lagern und hat das erklärte Ziel, 75 Prozent seiner Abläufe zu automatisieren. Die Haustür war bislang die unangefochtene Domäne der menschlichen Boten. Rivr soll das ändern – ob als Massenprodukt im Amazon-Netzwerk oder zunächst als Forschungsprojekt, wird sich noch zeigen.


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