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Amazon: AWS-Chef betont "sehr gute Beziehung" zur Trump-Regierung

AWS -Chef Garman hofft, mit den guten Beziehungen von Amazon zu Trump in Europa Vertrauen gewinnen zu können. Zudem wirbt er für Atomkraft.
/ Achim Sawall
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Donald Trump (v.l.n.r.) und Satya Nadella (Microsoft) hören im Juni 2017 dem damaligen Amazon-Chef Jeff Bezos im Weißen Haus zu. (Bild: REUTERS/Carlos Barria)
Donald Trump (v.l.n.r.) und Satya Nadella (Microsoft) hören im Juni 2017 dem damaligen Amazon-Chef Jeff Bezos im Weißen Haus zu. Bild: REUTERS/Carlos Barria

Matt Garman, Chef von Amazon Web Services (AWS), hat im Gespräch mit dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) die "sehr gute Beziehung" zur Regierung von US-Präsident Donald Trump betont. Außerdem sprach der Manager über die neue Partnerschaft mit OpenAI und ein spezielles Cloudangebot für europäische Kunden, auf das die US-Behörden im Konfliktfall vermeintlich keinen Zugriff hätten, was jedoch der Gesetzlage widerspricht.

Denn nach dem Patriot Act und dem Cloud Act sind alle US-Cloudanbieter auch im Ausland zur Zusammenarbeit mit der US-Regierung und den Geheimdiensten verpflichtet. Und das Risiko des US Cloud Act bleibt laut baden-württembergischem Innenministerium auch bestehen, da die Kontrolle über die Software und damit potenziell über die damit verarbeiteten Daten letztlich beim US-Anbieter liege. "Beispielsweise könnte der Softwarelieferant angewiesen werden, einen Datenabfluss in seine Software zu integrieren, ohne dass der Kunde darüber in Kenntnis gesetzt wird" , erklärte das Landesministerium.

Garman nahm im Handelsblatt-Bericht auch Bezug auf die Ängste vor einer wachsenden Spekulationsblase rund um künstliche Intelligenz (KI). "Wir sehen eine riesige Nachfrage. Und das auf absehbare Zeit" , sagte Garman. Er betrachte diese Entwicklung "nicht als Blase" .

Atomkraft als "eine wichtige Lösung"

125 Milliarden US-Dollar gibt Amazon im laufenden Jahr vor allem für KI-Hardware und Rechenzentren aus. Das ist weit mehr, als andere Tech-Konzerne aufwenden. Garman stellte für das Jahr 2026 noch höhere Investitionen in Aussicht. Nur die KI-Blase halte die US-Wirtschaft noch zusammen, warnte dagegen die Deutsche Bank . Und diese werde bald platzen. Sie generiere laut den Finanzanalysten nicht genug Einnahmen, um die benötigte Rechenleistung aufrechtzuerhalten.

Um neue KI-Rechenzentren anschließen zu können, müsse AWS zusätzliche Energiequellen auftun. "Atomkraft ist eine wichtige Lösung" , sagte Garman. Kurz- und mittelfristig setze er vorwiegend auf neue fossile Erdgaskraftwerke.

Laut Jonathan Niesel, Greenpeace-Experte für künstliche Intelligenz , stellt der massive Ausbau von KI-Rechenzentren eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere Umwelt und das Klima dar. Niesel sagte: "Wenn der immense Energiehunger nicht vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt wird, führt der KI-Ausbau zwangsläufig zu einem Anstieg der CO2-Emissionen und heizt die Klimakrise weiter an."

Laut Niesel folgten Tech-Konzerne "einer Logik der Profitmaximierung und des ungebremsten Wachstums, die ökologische und soziale Folgekosten systematisch ausblendet" . Das gehe einher mit einem massiven Ausbau der unbeherrschbaren Atomkraft und fossiler Verbrennungsenergieträger wie Gas.


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