Erste Eindrücke mit Alexa+
Golem bekam von Amazon die Möglichkeit, bei einer Präsentation erste Eindrücke zu Alexa+ zu sammeln. Diese sind überwiegend vielversprechend. Als Amazon Alexa vor rund neun Jahren nach Deutschland brachte, hieß es, die Sprachsteuerung befinde sich noch am Anfang und werde schrittweise verbessert.
Bei der Nutzung der normalen Alexa-Version müssen sich Kunden sehr genau an die von der Software erwartete Syntax bei den Sprachbefehlen halten. Bereits leichte Abweichungen bei der Steuerung von Smart-Home-Geräten werden oft nicht erkannt, so dass der gewünschte Befehl nicht ausgeführt wird. Das führt immer wieder zu Frust bei Kunden. Substanzielle Verbesserungen gab es in den vergangenen neun Jahren kaum.
Bei etlichen Präsentationen durch Amazon-Mitarbeiter vermittelte Alexa+ den Eindruck, dass die Menschen keine Syntax mehr erlernen müssen. Der Assistent versteht Sprachbefehle deutlich besser. Viele Befehle können in den Kontext einer laufenden Unterhaltung eingebunden werden. Wenn dabei der Wunsch nach mehr Licht geäußert wird, wird eine Lampe hochgeregelt, ohne dass die exakte Bezeichnung des Geräts angesagt werden muss, wie es bei Alexa noch der Fall ist.
Alexa+ erlaubt Unterhaltungen
Die Interaktion mit Alexa+ ist dabei komplett anders als mit Alexa. Zur Aktivierung muss nicht für jeden neuen Befehl das Signalwort gesprochen werden. Eine laufende Unterhaltung wird erkannt, so dass ein Bezug zu bereits Gesagtem möglich ist. Eine Unterhaltung kann auch auf einem Gerät begonnen und auf einem anderen weitergeführt werden.
In einem Beispiel wurde auf einem Smart-TV von Amazon nach dem Film Barbie gesucht und direkt danach auf einem Echo Show nach dem Titellied zum Film. Das System erkannte den Zusammenhang und lieferte die passenden Ergebnisse.
Anders als bei Alexa können Alexa+ Dinge beigebracht werden. Wenn es um Kochrezepte geht, können etwa Zutaten ausgeschlossen werden. Dann werden bei einer Suche keine Rezepte ausgewählt, die solche unerwünschten Lebensmittel enthalten.
Diese Funktionen fehlen Alexa weiterhin
Mit Alexa+ ist es möglich, Routinen auf Zuruf anzulegen oder nachträglich anzupassen. Bei der Smart-Home-Steuerung sollen sich mehrere Geräte mit einem Sprachkommando steuern lassen. Dabei sollen indirekte Hinweise immer verstanden werden. Ist es zu dunkel, soll das Licht automatisch eingeschaltet werden.
Im Unterschied zu klassischen Chatbots anderer Anbieter soll Alexa+ Aufgaben übernehmen können. So lässt sich in einem Restaurant ein Tisch bestellen, sofern dieses bei Opentable mitmacht. Zudem gibt es auch bei Alexa+ die Anbindung an Amazons Onlineshop, so dass auf Zuruf dort eingekauft werden kann. Dabei werden auch Kundenbewertungen herangezogen, aber meist nur die Anzahl der Sterne berücksichtigt.
Wie bei der normalen Alexa-Version lassen sich Smart-Home-Geräte per Sprache steuern – im Idealfall, ohne sich sklavisch an die vorgegebene Syntax halten zu müssen. Ebenfalls von der normalen Alexa-Funktion wurde die Fähigkeit übernommen, Termine in Kalender eintragen zu lassen.
Amazon betont, dass die deutsche Version von Alexa+ nicht nur an die Sprache und deutsche Dialekte angepasst worden sei, sondern auch lokale Eigenheiten und kulturelle Besonderheiten verstehe. In Deutschland unterstützt Alexa+ derzeit neben Amazon Music noch die Musikstreamingabos Apple Music und Spotify sowie Audible.
Ansonsten ist Prime Video nutzbar, weitere Videostreamingabos nennt Amazon nicht. Zudem sollen sich Smart-Home-Geräte etwa von Signify, Ring oder Bosch über Alexa+ steuern lassen. Im Laufe des Jahres sollen die Dienste The Fork, Tripadvisor, Kinoheld, GMX und Web.de angebunden werden.
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