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Amazfit T-Rex 3 Pro im Test: Licht an, Richtung unklar

Die Amazfit T-Rex 3 Pro punktet mit Titan, Saphirglas und cleverer Taschenlampe. Nur das Re-Routing ist ein bisschen vage.
/ Peter Steinlechner
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Amazfit T-Rex 3 Pro im Einsatz (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Amazfit T-Rex 3 Pro im Einsatz Bild: Peter Steinlechner / Golem

Die Amazfit T-Rex 3 Pro sieht auf den ersten Blick fast aus wie der Vorgänger von Ende 2024 ( Test auf Golem ), fühlt sich aber nach ein paar Tagen am Handgelenk doch wie der konsequente nächste Schritt an.

Wir haben sie beim Laufen, Wandern und im Alltag getragen – und sind vor allem an zwei Stellen hängengeblieben: bei der neuen Taschenlampe und beim Routing.

Die Taschenlampe ist eines dieser Details, das man erst unterschätzt und dann ständig nutzt. Ein langer Druck auf die obere linke Taste genügt, um sie zu aktivieren, genau wie bei der Garmin Fenix.

Das Licht ist überraschend hell, reicht zum sicheren Gehen im Dunkeln oder zum Finden kleiner Dinge im Zelt. Genauso einfach lässt sie sich wieder ausschalten – kein Menü, kein Touch-Gefummel.

Weniger überzeugend ist das neue Re-Routing-System. In der Theorie soll es helfen, wenn wir vom geplanten Kurs abweichen. Auf Sportuhren gibt es das bislang nicht, stattdessen bekommen wir bei Abweichungen einen Hinweis und müssen dann umkehren oder uns selbst orientieren.

Statt einer neu berechneten Linie wie bei Navis fürs Auto oder Rad gibt es auf der T-Rex 3 Pro nur einen Richtungshinweis, der selten exakt genug ist. In offenen Landschaften funktioniert das noch ordentlich. In Städten oder auf Trails kann unklar sein, welche Abzweigung gemeint ist.

Wir haben deshalb auch auf der Pro manuell auf die Karte geschaut; die ist immerhin gut lesbar, mit klaren Farben und brauchbarem Zoom. Probleme mit Abstürzen oder sonstigen Fehlern, die einige Nutzer im Netz bemängeln, hatten wir nicht.

Abseits davon bleibt die T-Rex 3 Pro das, was schon die T-Rex 3 stark gemacht hat: eine robuste, sportliche Uhr mit Fokus auf Outdoor. Das Gehäuse besteht nun aus einer Titanlegierung der Güteklasse 5, das Display wird durch Saphirglas geschützt und erreicht bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit.

Hinzu kommen Lautsprecher und Mikrofon für Bluetooth-Telefonie und Sprachsteuerung über Zepp Flow. Das Ganze ist 15-fach militärisch getestet, hält extreme Temperaturen aus und übersteht auch harte Stöße. Trotz des massiven Auftritts ist die Uhr angenehm leicht.

Standardmäßig bietet die T-Rex 3 Pro fast alles, was man von einer modernen Multisportuhr erwartet: eine präzise Herzfrequenzmessung mit HRV-Analyse, Amazfits Biocharge-Energiescore – vergleichbar mit Garmins Body Battery -, eine solide Schlafanalyse inklusive Schlafphasen und Erholungsbewertung sowie Stresstracking in Echtzeit.

Über 180 Sportmodi stehen zur Verfügung, vom Trailrun über Krafttraining bis zu Wassersport. Nach dem Training liefert die Uhr Werte zu VO2max, Trainingsbelastung und Erholungszeit. Die meisten Daten sind übersichtlich in der Zepp-App aufbereitet, die seit der letzten Version deutlich flüssiger funktioniert.

Die Akkulaufzeit beträgt laut Hersteller maximal 26 Tage im Alltagsmodus, im GPS-Präzisionsmodus sind es 42 Stunden – etwas weniger als bei der T-Rex 3.

Die Amazfit T-Rex 3 Pro(öffnet im neuen Fenster) ist in mehreren Farbvarianten erhältlich und kostet 400 Euro. Alternativ gibt es mehrere 44-mm-Ausführungen mit kleinerem Display und kürzerer Akkulaufzeit zum gleichen Preis. Beide Versionen sind wasserdicht bis 10 ATM.

Fazit

Die Amazfit T-Rex 3 Pro ist eine gelungene Weiterentwicklung mit mehr Licht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Taschenlampe ist eine hervorragende Sache, die Re-Routing-Funktion dagegen ein unfertiges Versprechen.

In offenen Gebieten und beim Joggen im Park passt das, in komplexen Umgebungen nicht. Wer sich davon nicht stören lässt, bekommt eine robuste und ausdauernde Outdoor-Uhr mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenn das nächste Update auch die Richtung besser vorgibt, könnte die T-Rex-Serie bald mehr sein als der günstige Herausforderer für die Garmin Fenix. In jedem Fall würden wir der Pro den Vorzug vor der regulären T-Rex 3 geben.


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