América Móvil: Carlos Slim wird Großaktionär der Telekom Austria

Die Telekom Austria hat bald einen neuen Großaktionär: Carlos Slim, den mexikanischen Telekommunikationsunternehmer und Chef von América Móvil. Das berichtet das österreichische Nachrichtenmagazin News(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf interne Unterlagen der Unternehmen. Slim hält über América Móvil bereits vier Prozent an der Telekom Austria und soll dabei sein, zweitgrößter Aktionär mit knapp 25 Prozent zu werden.
Unter dem Codenamen Projekt Tonga sei ein weiterer Einstieg von América Móvil, den der Investor Ronny Pecik zusammen mit einer Wiener Anwaltskanzlei vorantreibe, bereits genau vorbereitet. Aktiv beteiligt sei auch die ÖIAG, die österreichische Industrieholding, die die Beteiligungen der Republik Österreich an verstaatlichten und teilverstaatlichten Unternehmen verwaltet.
Pecik, dessen Privatstiftung knapp 21 Prozent an der Telekom Austria hält, wolle dieses Aktienpaket für 9,50 Euro pro Wert an die Gesellschaft Amov verkaufen. América Móvil würde seine Anteile ebenfalls in diese neue Gesellschaft einbringen. So entstünde mit Amov ein neuer Großaktionär. Gegenüber der Staatsholding, die mit 28,42 Prozent größter Aktionär ist, sowie Vertretern der Bundesregierung habe das mexikanisch-österreichische Konsortium bereits ein klares Bekenntnis zum Standort Österreich abgegeben. Die ÖIAG stufe den Einstieg von América Móvil laut den Informationen von News als "freundlich" ein.
Slim ist laut dem Magazin Forbes(öffnet im neuen Fenster) der reichste Mann der Welt.
Um eine hohe Anteilsübernahme durch América Móvil zu verhindern, will KPN bereits seine deutsche Firmentochter E-Plus verkaufen . Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN hatte ein feindliches Übernahmeangebot von América Móvil in Höhe von 2,6 Milliarden Euro abgelehnt. Carlos Slim wollte seinen Anteil an KPN auf 28 Prozent erhöhen. Das Firmenimperium des mexikanischen Milliardärs Slim basiert auf dem günstigen Erwerb angeschlagener Unternehmen.



