Altris schafft sich die eigene Kundschaft

Der genaue chemische Prozess zur Herstellung von Fennac ist Altris' Geschäftsgeheimnis. Aber der Ausgangsstoff ist Natrium-Hexacyanidoferrat, auch bekannt als Lebensmittelzusatz E535, der das Verklumpen von Speisesalz verhindert. Den letzten Verarbeitungsschritt, die Trocknung zur Entfernung von Wasser, das chemisch in den Kristallen gebunden ist, muss der Hersteller in der Akkufabrik selbst durchführen. Denn danach ist das Material hygroskopisch, zieht also Feuchtigkeit an. Aber zuvor kann das Material bis zur Verwendung problemlos tonnenweise in sogenannten Big Bags transportiert und gelagert werden.

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Transport- und Lagerfähigkeit sind wichtig. Denn das Ziel der Ferrum-Fabrik ist nicht nur, die Entwicklung eigener Akkus von Altris voranzutreiben, sondern auch anderen Firmen den Bau größerer Serien von Akku-Prototypen für industrielle Anwendungen zu ermöglichen. Für Laborversuche reichen wenige Kilogramm, aber Kleinserien von Akkupacks für Autos und Busse oder stationäre Stromspeicher benötigen tonnenweise Material, das Technologiefirmen nach der erfolgreichen Entwicklung der Akkuzellen im Labor oft nicht zur Verfügung steht.

Die Fabrik von Altris kann die Entwicklung einer ganzen Reihe neuer Akkus von verschiedenen Firmen anstoßen und ihre Kommerzialisierung beschleunigen. Je mehr Firmen erfolgreich Akkus damit entwickeln, desto mehr potenzielle Kunden gibt es für das Material von Altris. Besonders in China, wo die Entwicklung von Natrium-Ionen-Akkus staatlich unterstützt wird, ist das Interesse groß. Altris hat deshalb im November 2021 ein Büro in Guangzhou eröffnet.

Ohne CATL gab es kaum Geld für Natrium

China ist zum Zentrum der Natrium-Ionen-Akku-Technik geworden, obwohl sie ursprünglich aus Europa und den USA stammt, aber bisher immer wieder an fehlenden Investitionen scheiterte. So entstand die US-Firma Novasis aus dem E-Arpa-Programm der US-Regierung. Das stellte 2,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um vollständige Natrium-Ionen-Akkus zu entwickeln. In dem Rahmen wurden zwar nicht tausende Tonnen hergestellt, aber es wurde gezeigt, dass es beim Übergang vom Labormaßstab auf einige hundert Kilogramm von Preußisch Blau keine nennenswerten Probleme gibt. Es wurde auch gezeigt, dass zum Bau der Akkus die gleichen Industrieanlagen benutzt werden können, die für Lithium-Ionen-Akkus entwickelt wurden.

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Aber die anschließend gegründete Firma Novasis fand keine interessierten Investoren. Das war kein Einzelfall. Laut dem Finanzportal Crunchbase musste die britische Firma Faradion von 2013 bis 2021 mit einer Finanzierung von 4 Millionen US-Dollar und Kooperationen mit anderen Firmen über die Runden kommen. Für Unternehmen in der Akkuindustrie sind das kaum nennenswerte Beträge. Erst als sich Ende 2020 eine Lithium-Knappheit einstellte, die bis 2022 zu mehr als einer Verzehnfachung der Handelspreise führte, änderten sich die Prioritäten in der Branche.

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 Altris: Kathodenmaterial für Natrium-Ionen-Akkus kommt aus SchwedenEndlich gibt es Geld von Investoren 
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Kotaru 17. Mai 2022 / Themenstart

Offensichtlich ist es ja bereits mehreren Firmen unabhängig voneinander gelungen bereits...

Frank... 16. Mai 2022 / Themenstart

Es ist das Entsetzen. Falls irgendwo Blut geflossen ist, dann nicht meins, davon wüsste...

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