Altice: Vodafones Glasfaserpartner bei OXG will erneut aussteigen

Der Telcomilliardär Patrick Drahi will erneut seine 50-prozentige Beteiligung an dem Glasfaser-Joint Venture OXG verkaufen. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Der Wert von OXG wird von den Branchenanalysten New Street Research auf rund 2 Milliarden Euro geschätzt.
Drahi ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der französisch-niederländischen Unternehmensgruppe Altice Europe. Altice versandte in den vergangenen Wochen erste Verkaufsprospekte an potenzielle Interessenten. Drahi sucht nach Wegen, um die Verschuldung seiner Firmen in Höhe von über 50 Milliarden US-Dollar abzubauen.
OXG hatte nach dem Start im März 2023 angekündigt , innerhalb von sechs Jahren 7 Milliarden Euro in den Ausbau von Glasfaser für über 7 Millionen Haushalte in Deutschland zu investieren.
OXG und Vodafone Deutschland hatten bis September 2024 insgesamt rund 560.000 Glasfaserzugänge selbst errichtet und in der Vermarktung. Das sagte Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken Golem im 16. September 2024. Die FTTH-Anschlüsse seien aber noch nicht bis in die Wohneinheiten verlegt und damit nicht nutzbar. Bis Ende 2025 waren laut Financial Times erst 500.000 Haushalte erreicht. Der Netzausbau soll sich in diesem Jahr beschleunigen.
OXG dürfte leicht Käufer finden
Infrastrukturfonds wie Antin Infrastructure Partners könnten laut einer Quelle der Financial Times an einem erneuten Angebot interessiert sein.
Wie Golem aus informierten Kreisen erfahren hat, kann Drahi seine Anteile jedoch nicht ohne die Zustimmung von Vodafone Deutschland verkaufen.
James Ratzer, Analyst bei New Street Research, erklärte der Financial Times, dass Investoren anderen deutschen Glasfaserinvestitionen zwar skeptisch gegenüberstünden, OXG jedoch eine attraktive Anlagemöglichkeit darstelle. "Angesichts des Potenzials, ein langfristiges Monopol aufzubauen, sind wir hinsichtlich höherer Renditen [von OXG] optimistischer" , fügte er hinzu.



