Altersverifikation: Europas Fahrplan für den Kinderschutz im Netz
Inhalt
In der EU gibt es inzwischen eine breite Zustimmung der Mitgliedstaaten für eine Altersbeschränkung von sozialen Medien für Kinder. Auf einer informellen Tagung der Telekommunikationsminister Ende April 2026 auf Zypern hätten sich alle 27 Mitgliedstaaten mit Ausnahme Estlands für eine Altersüberprüfung ausgesprochen, sagte eine hochrangige Vertreterin der EU-Kommission am 20. Mai 2026 vor Journalisten in Berlin.
Wie die Beschränkung konkret aussehen soll, ist offen. Das betrifft der Beamtin zufolge das konkrete Alter und die Möglichkeit, entsprechende Altershürden mit Zustimmung der Eltern umgehen zu können. Eine solche Beschränkung sei jedoch kein Allheilmittel. Damit sei "nicht gesichert, dass, wenn man dann mit 14 ins Netz geht, alles top ist".
Expertenkommission soll Vorschlag vorlegen
Um konkrete Regelungen zu erarbeiten, rief die EU-Kommission im Frühjahr 2026 eine Expertengruppe ins Leben(öffnet im neuen Fenster), die bis Juli 2026 Empfehlungen abgeben soll. Geleitet wird das Gremium von dem Ulmer Kinderpsychiater Jörg Fegert und der französischen Epidemiologin Maria Melchior. Bislang traf sich die Gruppe zu zwei Sitzungen.
Social-Media-Verbote wie in Australien sind umstritten. Während Befürworter sich davon einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor einem ausufernden Medienkonsum erhoffen, warnen Gegner vor dem Aufbau einer umfassenden Altersverifikation im Netz und dem Ausschluss Jugendlicher von digitaler Teilhabe.
Wie können Kinder sich ausweisen?
Was die Altersverifikation betrifft, setzt die Kommission auf eine App, die schon in mehreren Mitgliedstaaten getestet wurde. Der Nachweis ist auf ein minimales Altersmerkmal ausgelegt. Geburtsdatum, Name und andere unnötige sensible Angaben sollen in der App nicht offengelegt werden.
Das Problem an dem Konzept: Die Altersverifikation wird mit der neuen EUDI-Wallet verknüpft. Die benötigt wiederum einen elektronischen Personalausweis, um die Daten zu verifizieren. Allerdings gibt es in Deutschland erst ab 16 Jahren einen online nutzbaren Personalausweis(öffnet im neuen Fenster). Daher wäre es nicht möglich, mit der App eine Altersgrenze von 13 oder 14 Jahren zu überprüfen.
Nach Einschätzung der Kommissionsvertreterin könnte man andere Wege finden, um Identitäten festzustellen.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.