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Daten von Schulen heranziehen?

"Man hat Schulen, die natürlich die Identitäten ihrer Schüler kennen. Man braucht nur eine Datenbank, auf die man dann rekurriert", sagte die Beamtin. Es müsste wahrscheinlich jedem Mitgliedstaat überlassen werden, woher er diese Daten nimmt. Die EU kann den Ländern nicht vorschreiben, dass künftig schon 13-Jährige einen Ausweis haben müssten. "Diesen Weg werden wir nicht gehen", sagte sie.

Ebenfalls offen ist die Frage, mit welchen rechtlichen Instrumenten ein Social-Media-Verbot für Kinder umgesetzt werden soll. Die im Oktober 2025 von den EU-Staaten beschlossene Jütland-Deklaration(öffnet im neuen Fenster) (PDF) nennt das Digitale-Dienste-Gesetz (Digital Services Act, DSA) und die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD-RL). Beide enthalten bislang keine Altersgrenzen. "Wir dürfen es nicht den sozialen Medien überlassen, die Altersgrenzen festzulegen", heißt es in der Deklaration.

Verbindliches Gesetz möglich

Nach Einschätzung der Kommissionsvertreterin wäre es "spannend", wenn die im Juli 2025 veröffentlichen Leitlinien zum Jugendschutz(öffnet im neuen Fenster) in ein verbindliches Recht umgesetzt würden – jedoch nicht im Stile des DSA, sondern eher wie beim Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA), das konkrete Vorgaben mache. Das betreffe nicht nur eine Altersbeschränkung, sondern auch Regelungen für eine altersgerechte Nutzung für ältere Jugendliche.

Allerdings sei unklar, ob dies über eine eigenständige Verordnung oder über eine Ergänzung einer bestehenden Regelung erfolge. "Was klar ist, wir werden nicht den DSA aufmachen", sagte die Beamtin. Eine Einbindung in den geplanten Digital Fairness Act(öffnet im neuen Fenster) sei aber denkbar.

Darin wird der Kommission zufolge "dem Schutz Minderjähriger im Internet besondere Aufmerksamkeit gewidmet". In der AVMD-Richtlinie könnte wiederum geregelt werden, was inhaltlich nicht für Kinder erlaubt sein soll. Es reiche nicht, lediglich eine Altersbeschränkung umzusetzen.

Schon Neun- bis Elfjährige gefährdet

Die Gefahren für Kinder und Jugendliche im Netz würden auch durch die Arbeit der sogenannten Safer Internet Center(öffnet im neuen Fenster) aufgedeckt. Die wurden von der EU in den 27 Mitgliedstaaten mit dem Ziel eingerichtet, "die Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Lehrern zu fördern, für mögliche Risiken im Internet zu sensibilisieren und Kindern und Jugendlichen eine telefonische Beratung zu Online-Problemen anzubieten".

Der Beamtin zufolge sei aktuell Finanzbetrug bei Jungen zwischen zwölf und 14 Jahren ein großes Thema. Dem tschechischen Zentrum zufolge liegt die Zielgruppe für schädliches Verhalten schon bei Kindern zwischen neun und elf Jahren.

Unklar ist zudem, bis wann eine solche Regelung in Kraft treten könnte. Der Entwurf für den Digital Fairness Act soll erst Ende 2026 vorgelegt werden. Dann müsste der noch von Parlament und Mitgliedstaaten beraten und durch den Trilog gebracht werden. Inklusive der Umsetzungsfrist könnte einige Zeit vergehen, bis die Regelungen tatsächlich in Kraft träten. Nationale Regelungen könnten hingegen schneller umgesetzt werden.

Möglicherweise macht EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer kommenden Rede zur Lage der EU im Spätsommer 2026 eine entsprechende Ankündigung. Allerdings hängen die Vorbereitungen für die Umsetzung noch in der Schwebe, bis die Expertengruppe ihren Bericht vorlegt. Spätestens im Juli dürfte die Debatte über das Social-Media-Verbot dann richtig Fahrt aufnehmen.


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