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Altersprüfung im Internet: EU-Kommission leitet Verfahren gegen Snapchat ein

Bei vier Pornoseiten hat sich der Verdacht auf eine unzureichende Altersprüfung in einer vorläufigen Einschätzung bestätigt.
/ Mike Faust , dpa
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Die EU-Kommission wirft Snapchat vor, nicht ausreichend auf die Altersprüfung zu achten. (Bild: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP via Getty Images)
Die EU-Kommission wirft Snapchat vor, nicht ausreichend auf die Altersprüfung zu achten. Bild: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP via Getty Images

Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen Snapchat wegen des Verdachts eingeleitet, dass Kinder und Jugendliche nicht ausreichend an der Nutzung der Plattform gehindert werden. Wie die dpa Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat sich derselbe Verdacht bei vier Pornoseiten nach einer vorläufigen Einschätzung bereits bestätigt. Sollte dies auch in der endgültigen Entscheidung der Fall sein, drohen den Plattformen Geldstrafen bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes.

Gegenstand der Untersuchung ist, dass die Plattformen zwar das Alter von Nutzern abfragen, es aber nicht überprüfen. Bei dem Instant-Messaging-Dienst Snapchat, der ein Mindestalter von 13 Jahren vorsieht und erst ab einem Alter von 17 Jahren alle Inhalte uneingeschränkt zur Verfügung stellt, vermutet die EU-Kommission, dass die Angabe des Geburtsdatums nicht genügt, um Kinder daran zu hindern, den Chatdienst zu nutzen.

Eine Gefahr wird auch darin gesehen, dass sich Erwachsene einfach als Jugendliche ausgeben und diese wiederum dazu verleiten können, sexuelle Bilder und Videos zu verschicken oder für kriminelle Aktivitäten anzuwerben. Auch seien über Snapchat Informationen über Produkte mit Altersbeschränkungen mühelos zugänglich, wie Drogen, Alkohol und Vapes für Jugendliche.

Standardeinstellungen für Jugendliche im Fokus

Die EU-Kommission will bei Snapchat besonders auf die Standardeinstellungen für Jugendliche und die Möglichkeiten achten, illegale Inhalte zu melden. Von Snapchat heißt es dazu, dass man transparent mit der Kommission kooperieren wolle und seit Jahren daran arbeite, die Sicherheitsstandards zu verbessern.

Anfang des Jahres 2027 will die EU eine selbstentwickelte App zur Altersüberprüfung einführen, mit der Nutzer ihr Geburtsdatum nachweisen können, ohne persönliche Daten mit den Plattformen teilen zu müssen. Die Funktion soll es auch in der für Januar 2027 geplanten elektronischen Ausweis-App geben.


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