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Altersgrenze festgelegt: CDU entscheidet sich für Social-Media-Verbot für Kinder

Die CDU stimmt auf ihrem Parteitag für gesetzliche Schranken bei der Nutzung von Social-Media-Angeboten für Kinder und Jugendliche.
/ Ingo Pakalski und dpa
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Auf dem CDU-Parteitag wurde ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche beschlossen. (Bild: Thomas Kienzle / AFP via Getty Images)
Auf dem CDU-Parteitag wurde ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche beschlossen. Bild: Thomas Kienzle / AFP via Getty Images

Die CDU fordert ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien wie Tiktok und Instagram zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Der Parteitag in Stuttgart nahm nach Angaben einer CDU-Sprecherin einen Antrag an, der die Bundesregierung auffordert, "eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einzuführen".

Sie wird außerdem aufgefordert, das "besondere Schutzbedürfnis bis zum 16. Lebensjahr im digitalen Raum" auszugestalten. Aus der mitregierenden SPD kamen ähnliche Vorschläge.

Der CDU-Landesverband Schleswig-Holstein hatte das Thema auf dem Parteitag angestoßen. Ein ursprünglicher Antrag der Nord-CDU sah eine Altersgrenze von 16 Jahren und mehrere weitere Forderungen vor.

Antrag fordert Regelungen zu Altersverifikation

Eine vom Vorstand bestellte Kommission empfahl zunächst, diesen Antrag an Fachausschüsse der CDU und die Unionsfraktion zu leiten. Dann wurde jedoch ein neuer Text formuliert und zur Annahme empfohlen.

"Dabei leitet uns die Überzeugung, dass Kinder und Jugendliche im digitalen Raum besonders schutzbedürftig sind", heißt es in dem beschlossenen Antrag. "Wo wirtschaftliche Geschäftsmodelle gezielt auf Aufmerksamkeitsbindung, emotionale Aktivierung und Verhaltenssteuerung ausgerichtet sind, darf der Staat nicht neutral bleiben."

Konkret fordert die CDU auf nationaler und europäischer Ebene gesetzliche Regelungen, die Plattformbetreiber zum Einrichten einer datenschutzkonformen Altersverifikation verpflichten. Eine bloße Selbstauskunft als "Klick-Abfrage" soll nicht ausreichen. Bei Verstößen sollen "empfindliche Bußgelder" drohen.

CDU setzt auf eine EU-weite Lösung

Die CDU setzt sich für eine EU-weite Harmonisierung von Altersstandards ein, um Umgehungen der Regeln über andere Mitgliedstaaten zu verhindern. Die Regeln müssten auf wissenschaftlicher Expertise begründet sein, heißt es im Antrag.

Grundlage sollten die Empfehlungen einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission sein; diese soll im Sommer 2026 Empfehlungen vorlegen. Die Bundesregierung werde aufgefordert, die zu erwartenden Vorschläge gemeinsam mit den Ländern umzusetzen, fordert die CDU.

Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU) betonte: "Die Verantwortung wird dort festgelegt, wo sie hingehört – zu den Plattformen und Anbietern." Ein pauschales Verbot bis zum Alter von 16 Jahren wäre eine Scheinlösung, der Antrag setze daher auf einen abgestuften Ansatz: eine klare Altersgrenze und dann ein freier, aber sicherer Zugang ab 14 Jahren.

Stärkere Medienbildung in Schulen

"Jugendliche leben digital", sagte Liminski, der an der Ausarbeitung des Antrags in einer Arbeitsgruppe beteiligt war. "Deshalb braucht es keine Abschottung, sondern klare Regeln."

Zudem wird auf eine stärkere Medienbildung an Schulen gesetzt. Die Schulen sollten Wissen über Wirkmechanismen von Algorithmen vermitteln. Dabei soll es auch um den Schutz vor Cybermobbing und digitaler Manipulation gehen. Diese Angebote müssten Eltern einbeziehen. Medienkompetenz stärke zudem die "demokratische Resilienz gegen Desinformation und Radikalisierung".

Die CDU fordert mit dem Parteitagsvotum auch mehr Transparenzpflichten. Es brauche gesetzliche Regelungen, um die Entscheidungen von Algorithmen nachvollziehbar zu machen. Zudem müssten Verfahren zum schnelleren Löschen rechtswidriger Inhalte geschaffen werden. Wenn rechtswidrige Inhalte eingestellt oder auf Plattformen geduldet werden, müssten Bußgelder drohen.

SPD-Vorschlag zu Altersgrenze

Konkret schlagen führende Sozialdemokraten vor, Altersbeschränkungen für den Zugang zu Social-Media-Plattformen technisch mit der digitalen Brieftasche (Wallet) auf dem Smartphone zu verknüpfen. Sie soll Anfang 2027 in Deutschland starten. Wer ein Instagram- oder Tiktok-Konto einrichtet, soll dann über die Wallet sein Alter nachweisen müssen.

Bis 14 Jahre soll ein Zugang ausgeschlossen sein, zwischen 14 und 16 soll es ihn nur mit bestimmten Voreinstellungen geben. Für alle Personen ab 16 Jahren sollen alle Algorithmen durch die Plattformanbieter ausgeschaltet sein, wenn diese Videos oder andere Inhalte vorschlagen. Diese müssten erst manuell aktiviert werden.


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