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Alternative zu Visa und Co.: Klare Mehrheit stimmt für Einführung des digitalen Euro

Der digitale Euro soll 2029 kommen und führt unter anderem eine elektronische Alternative zu Bargeld ein. Es gibt aber Herausforderungen.
/ Oliver Nickel
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Der digitale Euro findet Zustimmung im EU-Parlament. (Bild: Pixabay.com/Montage:Golem)
Der digitale Euro findet Zustimmung im EU-Parlament. Bild: Pixabay.com/Montage:Golem

Der EU-Finanzausschuss hat mit einer eindeutigen Mehrheit für die Einführung des digitalen Euro gestimmt(öffnet im neuen Fenster). Das Zahlungsmittel ist damit einen weiteren Schritt auf dem Weg gegangen, eine Alternative zu internationalen Zahlungsdienstleistern wie Visa oder Mastercard zu werden. 43 stimmten für das Projekt, 14 dagegen. Es gab eine Enthaltung.

Der digitale Euro soll planmäßig im Jahr 2029 in Kraft treten. Allerdings kann im Juli 2026 noch einmal Einspruch dagegen erhoben werden. Bei der aktuellen Zustimmung ist es allerdings relativ sicher, dass der digitale Euro als Zahlungsmittel tatsächlich kommt.

Was ist der digitale Euro?

Die EU will den digitalen Euro speziell für das bargeldlose und elektronische Bezahlen optimieren. Kunden sollen direkt mit ihren Smartphones und verbundenen europäischen Konten bezahlen können. Die Transaktionskosten dürfen nach dem aktuellen Plan die Kosten für Visa, Mastercard und andere Kreditinstitute nicht übersteigen. Die Transaktionen sollen über die Infrastruktur der EZB laufen.

Zusätzlich wurde mit 43 zu 9 Stimmen dafür gestimmt, dass EU-externe Dienstleister den digitalen Euro verwenden und verbreiten dürfen. Diese werden den gleichen Regeln unterliegen wie EU-interne Anbieter. Allerdings gibt es Debatten um die Sicherheit der Zahlungsmethode.

Außerdem ist eine Offline-Variante als digitale Bargeld-Alternative geplant. User sollen auf ihren Geräten Wallets einrichten und dort Geld aufladen können. Über drahtlose Techniken wie NFC oder Bluetooth können Transaktionen mit anderen Geräten durchgeführt werden. Geplant ist, dies völlig offline und lokal zu realisieren, so wie es auch beim Bezahlen mit Bargeld der Fall ist.

Offline-Bezahlung ohne Zwischenschritte

Bargeld soll generell aber nicht ersetzt werden. Das ergab eine weitere Abstimmung mit 46 Ja-Stimmen. Denn dieses sei unter anderem wichtig, um die EU vor externen Disruptionen krisenfester zu machen. Das ist auch ein Grund, warum das stark digitalisierte Schweden teils wieder mehr Bargeld einführen will.

Es stehen aber auch noch Fragen bezüglich Geldwäsche oder Steuerhinterziehung im Raum. Eine mögliche Lösung: Die Euro-Wallet auf eine bestimmte Geldmenge zu begrenzen und die Anzahl der Transaktionen pro Tag einzuschränken. Dies sei auch wichtig, um die Balance des Finanzsystems aufrechtzuerhalten. "Um das Finanzsystem zu schützen, würde es eine Obergrenze dafür geben, wie viele digitale Euro eine Einzelperson halten darf", heißt es dazu in der Pressemitteilung zur Abstimmung.

Weitere Details müssen noch in den kommenden Jahren ausgearbeitet werden. Unter anderem ist auch geplant, dass Geschäfte innerhalb der EU den digitalen Euro als Zahlungsmittel akzeptieren müssen.


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