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Alternative zu Apples Health: Google will bei unserer Gesundheit mitmischen

Google plant mit Google Fit nach Insiderinformationen einen Dienst zum Aggregieren von Fitness- und Gesundheitsdaten im Stil von Apples neu vorgestellter iOS-8-Funktion Health. Beide Unternehmen wittern hier einen großen Markt, müssen aber aus Fehlern der Vergangenheit lernen.
/ Michael Linden
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Plant Google eine Fitnesstracker-App? (Bild: Moov)
Plant Google eine Fitnesstracker-App? Bild: Moov

In Google Fit sollen Daten von Fitness-Trackern und anderen gesundheitsbezogenen Apps zusammengezogen werden. Das berichtet(öffnet im neuen Fenster) das Wirtschaftsmagazin Forbes unter Berufung auf mehrere Personen, die mit der Sache vertraut sind. Der Dienst soll zu Googles I/O-Konferenz angekündigt werden, die am 25. und 26. Juni 2014 stattfindet. Er basiere auf einer offenen API, die es App-Entwicklern ermöglicht, ihre Anwendungen mit Google Fit zu verknüpfen.

Mit Google Fit entstünde eine direkte Konkurrenz zu Apples bereits vorgestellter neuer iOS-8-Funktion Health und Health Kit , die genau den gleichen Zweck verfolgte und aus den verschiedensten Hardware- und Softwarewelten Daten zusammenfassen und auswerten könnte. Mit Sami hatte Samsung eine eigene Plattform für Gesundheitsdaten vorgestellt.

Ob Google Fit ein Bestandteil von Android 5.0 wird oder eine eigene App, die der Anwender separat installieren muss, ist derzeit nicht bekannt. Googles Programm für die Entwicklerkonferenz lässt zumindest keinen Schluss darauf zu, was genau angekündigt wird. Der erste Tag soll sich um "wearable computing" drehen, während der zweite Tag das Thema Android und die Cloud behandeln soll.

Google könnte seine mobile Plattform Android Wear mit Google Fit verbinden und so die Uhren, die mit dem neuen Betriebssystem laufen, zu Sensorträgern machen, die zum Beispiel den Blutdruck, Puls und die gemachten Schritte erfassen.

An Gesundheit ist Google schon einmal gescheitert

Es wäre nicht der erste Ausflug Googles in den Gesundheitssektor. Mit Google Health hatte das Unternehmen vor einigen Jahren versucht, eine Online-Krankenakte einzuführen und war damit gescheitert , so dass das Projekt Mitte 2011 wieder eingestellt wurde. Google Health war eine Online-Krankenakte, die vom Nutzer und von angeschlossenen medizinischen Institutionen gepflegt werden kann. Der Nutzer konnte darin Gesundheitsinformationen wie Diagnosen, Laborwerte oder andere Daten verwalten. "Das Programm hatte sich nicht so durchgesetzt, wie wir es gerne gehabt hätten" , begründeten damals die Projektverantwortlichen den Schritt im Unternehmensblog. Es interessierten sich einfach zu wenige Nutzer dafür, ihre Gesundheitsdaten zu erfassen. Ob das auch bei Googles und Apples neuerlichen Bemühungen der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

Der britische Guardian berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass nach einer Erhebung vom September 2013 in den USA einer von zehn US-Amerikanern über 18 Jahre einen Fitnesstracker trägt. Besonders beliebt sind sie bei den jungen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren. Die Daten stammen aus einer Internetumfrage.

Studie zeigt geringe Langzeitmotivation bei Wearables

In der Studie zeigt sich aber ein "schmutziges Geheimnis" der Wearables. Ein Drittel der Käufer nutzt Wearables demnach schon nach einem halben Jahr nicht mehr. Die Geräte schaffen es oft nicht, langfristig die Motivation hochzuhalten und Verhaltensänderungen zu unterstützen.

Microsofts Eintritt könnte über eine Smartwatch erfolgen

Ob auch Microsoft in den Gesundheitsbereich einsteigen will, ist nicht bekannt. Forbes berichtete(öffnet im neuen Fenster) neben anderen Publikationen, dass das Unternehmen eine eigene Smartwatch entwickelt, die ebenfalls den Puls erfassen kann. Ob auch eine Gesundheitsplattform von Microsoft zu erwarten ist, bleibt unbekannt.

Microsoft hatte 2010 eine webbasierte Plattform namens Healthvault vorgestellt. Damit können die persönlichen Gesundheitsdaten verschlüsselt und in einer zentralen Datenbank bei Microsoft gespeichert werden.


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