Alternative Schulmodelle in den USA: US Privatschulen setzen auf KI statt Lehrer
Laut Wallstreet Journal(öffnet im neuen Fenster) (WSJ) gewinnen alternative Schulmodelle in den USA an Zulauf, die stark auf Software mit künstlicher Intelligenz und praxisorientierte Projekte setzen. Demnach suchen wohlhabende Familien vermehrt nach Bildungseinrichtungen, die Lebenskompetenzen priorisieren und herkömmliche Strukturen aufbrechen.
Zu den bekanntesten Vertretern gehört die Alpha School(öffnet im neuen Fenster), die vor zwölf Jahren in Austin (Texas) gegründet wurde. Im Jahr 2025 expandierte das Unternehmen unter anderem nach San Francisco und New York. Für den kommenden Herbst ist die Eröffnung von fast zwei Dutzend weiteren Standorten geplant, darunter in Palo Alto, Malibu und der East Bay.
Das Konzept der Alpha School am Standort San Francisco sieht für die Kindergartenstufe vor, dass die Kinder täglich zwei Stunden mit einem KI-basierten Tutor lernen. Die Software zeichnet die Interaktionen der Schüler auf, analysiert deren Aufmerksamkeit und passt den Lehrplan individuell an die Leistung an. Im Anschluss folgen interaktive, projektbasierte Workshops. Klassische Lehrkräfte gibt es nicht, die Betreuung vor Ort übernehmen sogenannte Guides. Die jährlichen Schulgebühren belaufen sich in San Francisco auf 75.000 US-Dollar.
Kritik an fehlenden Leistungsdaten
Da diese Privatschulen im Gegensatz zu öffentlichen Schulen keine Leistungskennzahlen an den Staat melden müssen, lässt sich ihre tatsächliche Effektivität schwer überprüfen. Caroline Hoxby, Professorin an der Stanford University, verweist darauf, dass empirische wissenschaftliche Belege für den Erfolg solcher Hybridprogramme fehlen. Anand Sanwal, Gründer der konkurrierenden Schule Forge Prep, äußert sich in Bezug auf die fehlenden Metriken kritisch und gibt an, dass nichts darauf hindeute, dass die Dinge dort gut liefen.
Kritik kommt auch von Victor Lee, Professor an der Stanford Graduate School of Education. Er warnt davor, dass der Verzicht auf die Berufsbezeichnung Lehrer den Berufsstand und die dafür erforderlichen Fähigkeiten abwerte. Zudem befürchtet er durch den Fokus auf Unternehmertum und KI eine homogenere Schülerschaft als an traditionellen Privatschulen. Laut der Alpha-Sprecherin Anna Davlantes entschieden sich die Guides der Schule jedoch selbst in einer Abstimmung gegen die Bezeichnung Lehrer.
Gründer versprechen praxisnahe Vorbereitung
Das Konkurrenzmodell Forge Prep(öffnet im neuen Fenster) in New Jersey, gegründet von Anand Sanwal, verzeichnete für das kommende Schuljahr 600 Bewerbungen für 34 Plätze in vier Klassenstufen. Das Ziel ist ein Ausbau auf 400 Schüler bis zur zwölften Klasse. Absolventen, die nach dem Abschluss ein eigenes Unternehmen gründen und in Vollzeit daran arbeiten, können eine Investition von 200.000 US-Dollar erhalten.
Die Schulgebühren liegen anfangs zwischen 24.000 und 36.000 US-Dollar und sollen im Folgejahr auf 60.000 US-Dollar steigen. Forge Prep setzt im Gegensatz zu Alpha auf ehemalige Lehrer als Guides und verfolgt einen weitgehend bildschirmreduzierten Ansatz ohne Smartphones, bei dem KI primär zur Erstellung von Inhalten genutzt wird.
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