Alternative Kraftstoffe: Hyundai stellt erste mit Ammoniak betriebene Frachter vor
Hyundai Heavy Industries(öffnet im neuen Fenster) hat mit der Taufe zweier mittelgroßer Transportschiffe für Flüssiggas die Auslieferung der beiden weltweit ersten Schiffe mit Ammoniakantrieb angekündigt. Sie werden an die Reederei Exmar übergeben, deren Hauptgeschäftszweig der Gastransport ist.
Das Ammoniak wird in den Motoren direkt verbrannt, vergleichbar mit Schiffsdiesel, während der Ausstoß von CO2 um 95 Prozent geringer sein soll. Hauptprobleme bei der Entwicklung waren eine möglichst vollständige Verbrennung des Ammoniaks und die Vermeidung von Stickoxiden, die durch den im Ammoniak enthaltenen Stickstoff entstehen können.
Aufrgrund weltweit geltender Grenzwerte sind aufwendige Katalysatoren notwendig, um die Emissionen von Stickoxid größtenteils zu unterbinden. Aus diesem Grund und zur Überwachung der neuen Technik sind zahlreiche Instrumente zur Messung der Konzentration von Ammoniak und Stickoxiden an Bord.
Energiedichte vergleichbar mit Öl
Das Ammoniak, das durch Elektrolyse von Wasserstoff und dessen anschließende Reaktion mit dem Stickstoff in der Luft erzeugt werden soll, gilt im Vergleich zu reinem Wasserstoff als wesentlich besser zu handhaben. Es ist bei 8 bar (800 Kilopascal) flüssig und besitzt dann eine fast doppelt so hohe volumetrische Energiedichte wie extrem abgekühlter Wasserstoff.
Damit kann Ammoniak mit minimal mehr Aufwand und Platzbedarf als Schiffsdiesel transportiert werden. In den 190 m langen, 30 m breiten und 19 m hohen Transportschiffen werden beide Treibstoffe parallel genutzt. So soll die weltweite Einsatzfähigkeit der Schiffe abgesichert werden, ohne auf die Verfügbarkeit von Ammoniak angewiesen zu sein.
Bedarf an Ammoniak wächst
Denn noch ist die Herstellung, insbesondere von grünem Ammoniak mittels Elektrolyse, kaum der Rede wert. Gleichzeitig dürfte die Nachfrage in den kommenden Jahren steigen.
In Japan sollen in diesem Jahr ebenfalls die ersten Schiffe mit Ammoniakverbrennung vom Stapel laufen. Die MAN-Tochter Everllence(öffnet im neuen Fenster) gab im November 2025 bekannt, dass sie einen für Ammoniak und Schiffsdiesel geeigneten Zweitaktmotor entwickelt hat.
Laut der Internationalen Energieagentur(öffnet im neuen Fenster) soll Ammoniak 2030 am globalen Energieverbrauch zu See bereits einen Anteil von 8 Prozent aufweisen. 2050 soll der Anteil bei fast 50 Prozent liegen.
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