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Alternative gesucht: Der US-Navy ist Bluetooth neuerdings zu unsicher

Bisher setzt die US-Marine für die Übertragung medizinischer Daten ihrer Einsatzkräfte auf Bluetooth . Inzwischen ist ihr das aber zu unsicher .
/ Marc Stöckel
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Die US-Navy sucht derzeit nach einer sicheren Bluetooth-Alternative. (Bild: OMAR TORRES/AFP via Getty Images)
Die US-Navy sucht derzeit nach einer sicheren Bluetooth-Alternative. Bild: OMAR TORRES/AFP via Getty Images

Der US-Marine ist die Bluetooth-Technologie offenbar zu unsicher, um darüber medizinische Daten von Soldaten zu übertragen. Für die verschlüsselte Übermittlung der sogenannten Physmon-Daten (Physiologic Monitoring) von tragbaren Überwachungsgeräten sucht die Navy im Rahmen einer Ausschreibung(öffnet im neuen Fenster) derzeit nach einer sichereren Übertragungsmethode.

Kabelverbindungen seien keine Option, heißt es. Zu groß sei die Gefahr, sich darin während eines Einsatzes zu verheddern. Aus diesem Grund käme für Physmon-Geräte derzeit Bluetooth zum Einsatz, jedoch sei diese Technologie anfällig für eine Vielzahl von Hacking- und Tracking-Methoden und daher nicht sicher.

Die US-Navy benennt mehrere Angriffstechniken, die den Einsatz von Bluetooth in tragbaren Physmon-Geräten zu einem "inakzeptablen Risiko" machen. Konkret angeführt werden Bluesnarfing (Informationsdiebstahl), Bluejacking (Spam, Phishing, Malware), Bluebugging (Spionage durch eine Hintertür), Bluesmacking (Denial of Service) und Car Whispering (Abhören von Kommunikation).

Auf der Suche nach einem Bluetooth-Ersatz

Die begrenzte Reichweite von Bluetooth biete zwar einen gewissen Schutz, im Rahmen aktiver Militäroperationen sei dieser aber für die Übertragung privater Gesundheitsdaten unzureichend, heißt es in der Ausschreibung. Daher benötige die Marine eine sicherere Übertragungsmethode, um die weitverbreitete Bluetooth-Technologie zu ersetzen.

Als mögliche Grundlage für die Entwicklung werden verschiedene bekannte Übertragungstechnologien genannt: Magnetic Secure Transmission (MST), Commercial Encrypted Wireless Links (CEWL), Miniature Encrypted Wireless Links (MEWL), Ultra Wide Band (UWB), Radio Frequency Identification (RFID) und Wireless Intercom System (WICS). Grundsätzlich zeigt sich die US-Navy aber auch offen für andere Standards.

Zu meisternde Anforderungen

Wichtig sei, dass die Ersatztechnologie eine Reihe von Anforderungen erfülle. So muss etwa eine für den Einsatzzweck ausreichende Leistung bereitstehen, Größe und Gewicht hingegen sollten möglichst gering ausfallen. Darüber hinaus müsse die Technologie durch einen möglichst geringen Energieverbrauch eine hohe Akkulaufzeit gewährleisten und es dürfe nicht zu Interferenzen mit anderer von den Soldaten getragener Ausrüstung kommen. Und auch der Einsatz in besonders feuchten und salzhaltigen Umgebungen müsse möglich sein.

Außerdem sollte die gesuchte Technologie in der Lage sein, Entfernungen von mindestens 240 Metern zu überbrücken und sich zur sicheren Übertragung von physiologischen Daten – sowohl zur Speicherung als auch zur Echtzeitanzeige – eignen. Die Möglichkeit, bestehende Physmon-Geräte nachträglich auf den neuen Standard umzurüsten, sei ebenfalls wünschenswert.


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