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Schiffe ohne Besatzung

Die bereits erwähnte Yara Birkeland wird nur in den ersten beiden Jahren mit einer Besatzung an Bord fahren. In der Zeit wird sie Schritt für Schritt auf den autonomen Betrieb vorbereitet. Das norwegische Technologieunternehmen Kongsberg Maritime (KM), vom dem das Konzept stammt, stattet das Schiff mit Kameras, Radar und Lidar aus. Die britische Rolls-Royce-Group, die seit einigen Jahren an autonomen Schiffen arbeitet, will auch noch Sonar hinzunehmen, um Hindernisse unter Wasser zu erkennen.

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Mit den Sensoren sollen die autonomen Schiffe andere Schiffe, Seezeichen und Hindernisse erkennen. Der Bordcomputer wertet die Sensordaten aus und ergänzt sie mit Wetterdaten, Informationen über den Kurs sowie Daten aus dem AIS (Automatic Identification System). Darüber senden größere Schiffe automatisiert Daten, unter anderem Schiffstyp, Position, Kurs, Ziel, Geschwindigkeit sowie das Rufzeichen.

Vorteil eines Schiffs ohne Mannschaft: Es braucht keine Unterkünfte sowie die nötigen Versorgungseinrichtungen. Die Konstruktion ist damit weniger komplex, und es bleibt mehr Platz für die Ladung. Der behelfsmäßige Steuerstand der Yara Birkeland wird in einem Container untergebracht.

Ganz auf sich gestellt werden die Schiffe jedoch nicht sein: Von Kontrollzentren an Land, den Remote Operating Centres (ROC), sollen sie überwacht und auch ferngesteuert werden. Dass sich Schiffe fernsteuern lassen, zeigt Rolls Royce mit der Svitzer Hermod: Der Schlepper wird seit 2017 im Hafen von Kopenhagen getestet: Ein Steuermann lenkt ihn von einem ROC an Land aus.

Die meisten Unfälle auf See gehen auf menschliches Versagen oder Fehlentscheidungen zurück. Solche automatischen Systeme sollen verlässlicher sein als Menschen: Die Sensoren halten rund um die Uhr Ausguck, ohne zu ermüden oder abgelenkt zu sein und ohne den Posten zu verlassen. Der Computer trinkt nicht und wird im Sturm nicht seekrank.

Und er bleibt in einer Gefahrensituation emotionslos: "Wenn die Steuerung, ein Strahlruder oder die Maschine ausfällt, kann die KI besser entscheiden, was unter diesen Umständen zu tun ist", sagte Kevin Daffey, Director of Engineering bei der Rolls-Royce-Group und für die Entwicklung von Systemen für den autonomen Schiffsverkehr zuständig, im Gespräch mit Golem.de. "Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass man das Schiff und die Ladung verliert. Wenn keine Menschen an Bord sind, muss man niemanden retten."

Die Schifffahrt soll dadurch aber nicht nur sicherer, sondern auch für die Seeleute angenehmer werden. Sie müssen nicht mehr Tage, Wochen oder Monate auf einem Schiff verbringen, sind nicht mehr den Unbilden des Wetters ausgesetzt und können nach dem Ende ihrer Wache nach Hause gehen.

Allerdings hängt die Schifffahrtsindustrie der Automobilindustrie einige Jahre hinterher. Von deren Erkenntnissen lasse sich profitieren, sagte Daffey. Aufgrund der rechtlichen Situation können autonome Schiffe ohnehin erst in Küstengewässern fahren: Dort können die zuständigen nationalen Behörden entsprechende Regeln erlassen. Für die hohe See müssen diese von der IMO erlassen werden, und die prüft gerade erst, welche Regeln geändert oder welche neue geschaffen werden müssen.

Das werde wohl noch bis Ende des kommenden Jahrzehnts dauern, glaubt Daffey. Möglich, dass sich die Schifffahrtsindustrie bis dahin sehr verändert hat.

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Shismar 15. Jan 2019

Leider kann man UBoote nicht gut fernsteuern. Die müssen zumindest mit einer Antenne...

Shismar 15. Jan 2019

Wow, Lithium aus dem Dschungel. Was es nicht alles gibt! Und ich dachte das Zeug kommt...

Shismar 15. Jan 2019

Wie wäre es damit beides abzustellen? Nur weil jetzt dort keine Dieselstinker mehr fahren...

Shismar 15. Jan 2019

Ja. Sehr informativ. Zwar nicht wirklich neues dabei, aber eh, man muss nicht jeden Tag...

TrollNo1 08. Jan 2019

Zumindest nicht mit nem Containerschiff :D Dein Seegelbötchen wird deutlich leichter sein.


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