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Alternate Mode: USB Typ C wird zum HDMI-Kabel

Ifa 2016
Was Displayport schon lange beherrscht, kann bald auch HDMI : Die Ausgabe von Videosignalen über ein USB-Kabel vom Typ C. In der Theorie wird USB-C damit auch zu einem Netzwerkkabel. Doch es gibt Einschränkungen und das USB-C-Chaos wird größer.
/ Andreas Sebayang
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Noch werden HDMI-Verbindungen überwiegend über die eigens entwickelten Stecker übertragen. (Bild: HDMI Licensing LLC)
Noch werden HDMI-Verbindungen überwiegend über die eigens entwickelten Stecker übertragen. Bild: HDMI Licensing LLC

Die HDMI Licensing LLC hat Pläne bekanntgegeben, HDMI auch direkt über USB-Typ-C-Kabel(öffnet im neuen Fenster) zu schicken. Bisher handelt es sich bei USB-C-auf-HDMI-Kabeln um aktive Adapter, die etwa das Displayport-Signal im Alternate Mode über das Kabel schicken und in HDMI umwandeln. HDMI will den Alternate Mode vom USB-C-Standard allerdings selbst nutzen. Die Kabel dürften damit billiger werden.

Damit zieht das HDMI-Konsortium vor allem mit der Konkurrenz Displayport gleich, die sich schon lange aktiv und öffentlich um USB-C bemühte . Während Displayport allerdings seine aktuellen Standards umsetzt, hat sich HDMI entschieden, nur den Standard 1.4b zu nutzen. Damit ist eine Übertragung von UHD-Signalen bei hoher Bildrate und HDR nicht per USB möglich. HDR benötigt beispielsweise HDMI 2.0a

Der interessanteste Nebeneffekt ist jedoch der Umstand, dass HDMI 1.4b neben dem Audio Return Channel (ARC) auch den HDMI Ethernet Channel (HEC) ermöglicht. Damit würde das USB-C-Kabel plötzlich zu einem nativen Netzwerkkabel werden, wenn auch nur mit Fast-Ethernet-Geschwindigkeit, sprich 100 MBit/s. Es besteht jedoch kaum Anlass zur Hoffnung, dass damit ein kleiner Netzwerkstecker Verbreitung findet. HEC hatte sich nicht durchgesetzt. Hardwarehersteller verbauen lieber eine Netzwerkbuchse in Fernsehern oder Verstärkern.

Die Ankündigung ist vor allem für portable Geräte von großem Interesse, da HDMI dort häufig als Ausgang verwendet wird. Bei Notebooks ist es in aller Regel Displayport, auch wenn viele Notebooks einen HDMI-Ausgang haben, der allerdings nur das Displayport-Signal wandelt. Eine ähnliche Situation zu den existierenden USB-C-HDMI-Kabeln.

Vier inkompatible verschiedene Wege, HDMI über USB-C zu transportieren

Für den Anwender wird es aber schwieriger, den Überblick zu behalten. Eine interessante Frage wird sein, ob es unterschiedliche Markierungen für unterschiedliche HDMI-Dongles gibt. Der Anwender will in der Praxis durchaus herausfinden, ob ein USB-C-auf-HDMI-Kabel auch wirklich funktioniert. Die Alternate-Mode-Kabel funktionieren nämlich nicht an USB-C-Buchsen, die nur Displayport unterstützen.

Es gibt aber immerhin Hinweise, die darauf hindeuten, was für ein Kabel der Anwender in der Hand hat. Voluminöse und teure USB-C-HDMI-Kabel beruhen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Basis von Displayport-Technik. Ähnliches gilt für USB-C-HDMI-Kabel, die auf der Basis von Displaylink- oder MHL-Technik konstruiert worden sind. Die Alternate-Mode-Kabel für HDMI dürften hingegen leicht erkennbar sein, da sie kompakt gebaut sind und wenig Geld kosten sollten.

Prinzipiell ist zudem auch HDMI über Thunderbolt im Alternate Mode per USB-C möglich, aber der Fall dürfte recht selten eintreten und würde zu weit führen.


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