Als Folge des Sonos-App-Debakels: Nach dem CEO geht weiterer Manager bei Sonos
Erst geht der langjährige CEO von Sonos , dann ist der Chief Product Officer dran und Maxime Bouvat-Merlin verlässt das Unternehmen. Als aktueller Interims-CEO hat Tom Conrad entschieden, dass die Stelle des Chief Product Officer derzeit "überflüssig" sei, heißt es in einer E-Mail an die Sonos-Belegschaft, die The Verge(öffnet im neuen Fenster) vorliegt. In einem Bloomberg-Bericht(öffnet im neuen Fenster) wird der Vorgang ebenfalls beschrieben.
Sonos hat die Personalie bisher nicht offiziell bestätigt. Als Grund für die Streichung der Stelle als Chief Product Officer nennt Conrad in der Mitteilung an die Belegschaft, dass er selbst reichlich Produkterfahrung habe und er diese Aufgaben somit selbst abdecken werde. Bouvat-Merlin werde zunächst noch als Berater im Unternehmen bleiben.
In Gesprächen mit The Verge geben Angestellte bei Sonos Bouvat-Merlin einen Großteil der Schuld für die massive Schädigung der Marke durch die neue Sonos-App. Bereits seit September 2024 ist bekannt, dass Angestellte bei Sonos frustriert gewesen seien, weil die App zum geplanten Termin nicht fertig werden konnte.
Sonos hat Warnungen der Mitarbeiter nicht berücksichtigt
Sie hätten Vorgesetzte vor der geplanten Veröffentlichung der neuen App gewarnt, sie in diesem Zustand zu veröffentlichen . Diese Warnungen seien ignoriert worden.
Die Folgen wirken sich acht Monate später noch immer auf die Sonos-App aus. Seit Monaten beklagen sich Sonos-Kunden etwa im Play Store(öffnet im neuen Fenster) über die unzureichende Zuverlässigkeit der App – die Menge an negativen Kommentaren sind seit Monaten dominant. Eigentlich hatte Sonos vor einem Monat zugesichert, die App allgemein zuverlässiger machen zu wollen – davon merken Kunden wohl nichts.
Die Entlassung von Patrick Spence als CEO in dieser Woche erfolgte nach Angaben des Sonos-Vorstands einvernehmlich und soll nicht im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Sonos-Geschäftszahlen stehen, die Anfang Februar 2025 erfolgen wird. Spence erhält eine Abfindung von 1,875 Millionen US-Dollar und bekommt monatlich 7.500 US-Dollar. Er wird noch bis Juni 2025 als Berater des Sonos-Vorstands tätig sein.
Das Unternehmen ist derzeit auf der Suche nach einem neuen CEO. Als Interims-CEO wurde Tom Conrad bestimmt, er ist seit 2017 im Vorstand von Sonos. Demnach trägt er mindestens eine Mitverantwortung für das App-Debakel des Unternehmens. Er war zehn Jahre lang CTO beim Streamingradio Pandora und zwei Jahre bei Snapchat als Vice President of Products tätig. Zudem war er Chief Product Officer beim gescheiterten Streamingdienst Quibi .
Sonos hat sehr viel falsch gemacht
Sonos stellte im April 2024 eine ganz neue App für seine Lautsprecher in Aussicht , ohne darauf hinzuweisen, dass die App bei der Veröffentlichung unfertig sein wird. Erst nachdem Kunden mit Verwunderung feststellten, dass sehr viele Grundfunktionen in der neuen Sonos-App fehlen, wurde dies öffentlich bekannt.
Obwohl Sonos seine Kundschaft teilweise alle paar Tage über neue Produkte informiert, gab es in den vergangenen acht Monaten keinen einzigen Hinweis dazu, dass der neuen Sonos-App Funktionen fehlen. Auch wurden Kunden von Sonos nie über die aktuelle Entwicklung bei der App informiert.
Der alte Sonos-CEO räumte bereits ein, dass sich das App-Debakel negativ auf die Verkaufszahlen auswirke . Das führte zu Entlassungen bei Sonos.
Nach wie vor sind keine Entschädigungszahlungen geplant, obwohl Kunden ihre Sonos-Produkte mehrere Monate lang nur eingeschränkt oder gar nicht nutzen konnten.
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