• IT-Karriere:
  • Services:

Alphakanal: Gimp verrät Geheimnisse in Bildern

Wer in Gimp in einem Bild mit Transparenz Bildbereiche löscht, der macht sie nur durchsichtig. Dieses wenig intuitive Verhalten kann dazu führen, dass Nutzer ungewollt Geheimnisse preisgeben.

Artikel veröffentlicht am ,
Wenn man mit Gimp Daten l�scht, sind diese nicht wirklich weg. Sie k�nnen sich weiterhin im Alphakanal verbergen.
Wenn man mit Gimp Daten l�scht, sind diese nicht wirklich weg. Sie k�nnen sich weiterhin im Alphakanal verbergen. (Bild: GIMP Logo / Wikimedia Commons/Logo GPL, Hintergrund Public Domain)

Ein überraschendes Verhalten beim Editieren von Bildern im Grafikprogramm Gimp kann dazu führen, dass Nutzer scheinbar gelöschte Informationen preisgeben. Wenn in einem Bild ein Alphakanal aktiviert ist, führt das Löschen eines Bildbereichs nicht dazu, dass die Pixel dort tatsächlich gelöscht werden. Vielmehr werden diese nur als komplett transparent markiert. Ein exportiertes PNG-Bild kann daher unerwünscht noch entfernte Informationen enthalten.

Stellenmarkt
  1. Energie Südbayern GmbH, München
  2. Auswärtiges Amt, Bonn, Berlin, Brandenburg an der Havel

Bei transparenten PNG-Bildern werden für jedes Pixel vier Farbwerte abgespeichert: die üblichen Rot-, Grün- und Blauwerte sowie ein vierter Wert für die Transparenz, der sogenannte Alphakanal. Dadurch ist es möglich, dass ein Bildbereich Farbdaten enthält, die unsichtbar sind, weil dort das Bild durch den Alphakanal komplett durchsichtig ist.

Private Daten können in Social-Media-Posts landen

Problematisch wird dies, wenn ein Nutzer Gimp nutzt, um beispielsweise aus einem Screenshot private Daten zu entfernen. Das kann etwa eine Adresse oder eine Kreditkartennummer sein, die ein Nutzer entfernen möchte, bevor ein Bild in einem Social-Media-Post veröffentlicht wird. Die scheinbar gelöschten Daten lassen sich trivial wieder rekonstruieren, indem man den Alphakanal aus dem Bild entfernt.

Auf dieses Verhalten von Gimp hat der IT-Sicherheitsexperte Will Dormann von der Organisation CERT/CC hingewiesen. Die Gimp-Entwickler sehen allerdings in dem Verhalten kein Problem. Ein Fehlerreport, den Dormann erstellt hat, wurde geschlossen. Die Gimp-Entwickler erklärten, dass dieses Verhalten so gedacht sei.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dieses Problem zu vermeiden. Eine relativ zuverlässige Methode ist es, Daten nicht zu löschen, sondern etwa mit einem schwarzen Balken zu übermalen. Beim Export in reine Pixel-Formate sollte damit sichergestellt sein dass die Daten überschrieben werden. Bei Formaten, die mehrere Ebenen unterstützen, etwa dem Gimp-eigenen XCF-Format, muss man jedoch auch hier vorsichtig sein.

Doch das größte Problem dürfte sein, dass viele Anwender sich über diese Problematik überhaupt keine Gedanken machen. Dass ein Bildbearbeitungsprogramm Daten mit einer Löschfunktion nicht löscht, ist zumindest sehr überraschend.

Gimp ist von den gängigen Grafikbearbeitungsprogrammen das einzige, das dieses Verhalten zeigt. Dormann hat verschiedene andere Programme getestet, darunter Photoshop, Paint.net und Krita. In all diesen Programmen führt ein Löschen tatsächlich dazu, dass die darunterliegenden Pixel entfernt werden.

Shellskript identifiziert möglicherweise problematische Bilder

Wer den Verdacht hat, dass er selbst von dem Problem betroffen ist, kann unter Linux-Systemen ein von uns bereitgestelltes Shellskript nutzen. Das Skript extrahiert aus Bildern den Alphakanal und prüft, ob dieser transparente Bereiche enthält. Wenn das der Fall ist, wird eine Warnung ausgegeben und das Bild neben einer Version ohne Alphakanal in einem temporären Verzeichnis bereitgestellt.

Diese Bilder kann man dann manuell prüfen. Das Skript kann beispielsweise genutzt werden, um einen Datenexport von Plattformen wie Twitter auf möglicherweise sensible Bilder zu prüfen.

Nachtrag vom 14. Februar 2020, 11:06 Uhr

Die Entwickler von GIMP haben in ihrem Bugtracker ein Statement veröffentlicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 12,99€
  2. (-10%) 8,99€
  3. (-15%) 12,67€
  4. 33,99€

mambokurt 17. Feb 2020 / Themenstart

Jetzt hast du sehr viel geschrieben und ich nur die Hälfte gelesen aber was die User...

mambokurt 17. Feb 2020 / Themenstart

Ach das ist doch meh, kein Mensch schmeisst zum Unkenntlichmachen von Bildinfos die...

mambokurt 17. Feb 2020 / Themenstart

Zeig mir doch mal bitte die drölftausend Bilder bei denen jemand das Radiergummi nutzt...

berritorre 17. Feb 2020 / Themenstart

So sieht es aus. Wenn man schon bei den einfachsten Funktionen gaaaaaanz genau aufpassen...

one_truth 17. Feb 2020 / Themenstart

Nur, dass sich bei OSS halt eben Jedermann auch an der Entwicklung beteiligen kann. Wie...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Macbook Pro 16 Zoll - Test

Das Macbook Pro 16 stellt sich in unserem Test als eine echte Verbesserung dar. Das liegt auch daran, dass Apple einen Schritt zurückgeht, das Butterfly-Keyboard fallenlässt und die physische Escape-Taste zurückbringt.

Macbook Pro 16 Zoll - Test Video aufrufen
Mythic Quest: Spielentwickler im Schniedelstress
Mythic Quest
Spielentwickler im Schniedelstress

Zweideutige Zweckentfremdung von Ingame-Extras, dazu Ärger mit Hackern und Onlinenazis: Die Apple-TV-Serie Mythic Quest bietet einen interessanten, allerdings nur stellenweise humorvollen Einblick in die Spielebrache.
Eine Rezension von Peter Steinlechner

  1. Apple TV TVOS 13 mit Mehrbenutzer-Option erschienen

Frauen in der Technik: Von wegen keine Vorbilder!
Frauen in der Technik
Von wegen keine Vorbilder!

Technik, also auch Computertechnik, war schon immer ein männlich dominiertes Feld. Das heißt aber nicht, dass es in der Geschichte keine bedeutenden Programmiererinnen gab. Besonders das Militär zeigte reges Interesse an den Fähigkeiten von Frauen.
Von Valerie Lux

  1. Arbeit Warum anderswo mehr Frauen IT-Berufe ergreifen
  2. Arbeit Was IT-Recruiting von der Bundesliga lernen kann
  3. Arbeit Wer ein Helfersyndrom hat, ist im IT-Support richtig

Galaxy Z Flip im Hands-on: Endlich klappt es bei Samsung
Galaxy Z Flip im Hands-on
Endlich klappt es bei Samsung

Beim zweiten Versuch hat Samsung aus seinen Fehlern gelernt: Das Smartphone Galaxy Z Flip mit faltbarem Display ist alltagstauglicher und stabiler als der Vorgänger. Motorolas Razr kann da nicht mithalten.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Isocell Bright HM1 Samsung verwendet neuen 108-MP-Sensor im Galaxy S20 Ultra
  2. Smartphones Samsung schummelt bei Teleobjektiven des Galaxy S20 und S20+
  3. Galaxy Z Flip Samsung stellt faltbares Smartphone im Folder-Design vor

    •  /