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Alpha-Go-Schock: Südkorea investiert 760 Millionen Euro in KI-Förderung

Südkorea will bis 2020 über einen Fonds 760 Millionen Euro in die Förderung von künstlicher Intelligenz in der Industrie investieren.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Alpha Go versetzte die Südkoreaner in Erstaunen. (Bild: Google Deepmind Presspack)
Alpha Go versetzte die Südkoreaner in Erstaunen. Bild: Google Deepmind Presspack

Die Regierung Südkoreas will Unternehmen mit einer Billion Won (760 Millionen Euro) bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI) unterstützen. Dazu soll ein Forschungszentrum in Pangyo, südlich von Seoul, etabliert werden. Tatsächlich war das Forschungszentrum bereits für 2017 in Planung, sein Bau wird jetzt aber vorgezogen.

Die Millionenförderung ist eine Reaktion auf den "Alpha-Go-Schock". Der Sieg von Alpha Go über den Südkoreaner Lee Sedol wurde in dem Land mit großem Erstaunen aufgenommen, nachdem zuvor weithin mit einem überlegenen Sieg des Weltklassespielers gerechnet worden war.

Wie die US-Ausgabe der Korea Times berichtet, werden an dem Fonds sechs der großen Firmenkonglomerate Südkoreas (sogenannte Chaebol(öffnet im neuen Fenster) ) beteiligt. Dazu gehören Samsung, Hyundai Motors und LG Electronics, außerdem die Telekomfirmen SKT (South Korea Telecom) und die KT Corporation (ehemals Korea Telecom) sowie das südkoreanische Webportal Naver(öffnet im neuen Fenster) , auf das 70 Prozent aller Internet-Suchanfragen in Südkorea entfallen.

Die südkoreanische Regierung wird das Geld aber erst ausschütten, nachdem die Firmen selbst das Zentrum etabliert haben. Die sechs Firmen werden dazu je 3 Milliarden Won (2,3 Millionen Euro) als Startkapital zur Verfügung stellen. Das Programm soll bis 2020 laufen.

Kritik an Konzentration auf die Industrie

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye sprach davon, dass künstliche Intelligenz ein Segen für die Menschheit sein könne, eine vierte industrielle Revolution.

In einem Artikel(öffnet im neuen Fenster) im Wissenschaftsmagazin Nature kritisierte ein anonymer hochrangiger Wissenschaftler die Politik wegen der Konzentration auf die Industrie. Die Industrieunternehmen würden wahrscheinlich einige nützliche Anwendungen entwickeln, aber sie seien nicht an der Forschung an sich interessiert. Echte Fortschritte bräuchten langfristige, konsistente Investitionen, sagte der Wissenschaftler.


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